Mittwoch, 26. April 2017

"Das Schicksal der Sterne"

Zwei Flüchtlinge aus verschiedenen Generationen erzählen ihre Geschichten: "Das Schicksal der Sterne"!

Daniel Höra
Das Schicksal der Sterne
978-3-8458-2176-4
bloomoon Verlag (ars edition)
Alter: 14+

Karl, ein älterer Herr Mitte Achtzig, sitzt mit einem Buch, das den Titel „Geheimnisse des Universums“ trägt, an der Havel und liest, als er einen plötzlichen Schlaganfall erleidet. Karl wird ins Krankenhaus gebracht, das Buch bleibt zurück – und wird von Adib gefunden, einem fünfzehnjährigen Flüchtling aus Afghanistan. Er entdeckt Karls Adresse in dem Buch und gibt es ab. Als Karl aus der Reha entlassen wird, sucht er Adib im Flüchtlingsheim auf, um sich zu bedanken. Trotz des gewaltigen Altersunterschiedes, werden die beiden Freunde. Ihre Begeisterung für die Sterne und das Weltall ist nicht ihre einzige Gemeinsamkeit. Als Karl in Adibs Alter war, wurde auch er aus seiner Heimat vertrieben. Mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester Hannah musste er aus Schlesien fliehen. Eigentlich wollte er sich zum Volkssturm melden, doch seine Mutter konnte ihn zum Glück umstimmen. Die Erinnerungen an die Flucht werden nun wieder lebendig. Karl erzählt Adib, wie sie zum Bahnhof getrieben wurden, wie sie Hannah im Gedränge verloren, wie er einer sterbenden Frau einen Kanten Brot stahl, wie er mit dem fiesen Herrn Waschek fertig wurde und wie er schließlich in Berlin ankam. Dort verlor Karl seine Mutter und lernte die hübsche Emmi kennen, seine spätere Frau. Als Karl seine Geschichte erzählt hat, berichtet Adib Karl auch von seiner Flucht, die in vielerlei Hinsicht Karls Flucht sehr ähnlich ist. Adibs Vater wurde von den Tailban ermordet, und er musste mit seiner Mutter und seinen Brüdern fliehen. Monatelange wurden sie von den Schleppern von Ort zu Ort gebracht, Adibs älterer Bruder Kalid ertrank im Meer, sie litten Hunger und Durst, warteten ewig in Griechenland, wo Adib so brutal zusammengeschlagen wurde, dass er sich einen Milzriss zuzog und beinahe starb, und fuhren schließlich mit dem Zug von Österreich nach Deutschland bis sie endlich Berlin erreichten. Ob Adib und seine Familie bleiben dürfen, ist noch unklar. Noch sind sie lediglich geduldet, aber ihre Asylanträge sind noch nicht durch. Adib ist ein kluger Junge. Schnell lernt er die deutsche Sprache und wechselt in der Schule von der „Flüchtlingsklasse“ in eine normale Klasse. Leider gerät er dort immer wieder mit dem fiesen Leno aneinander, der eindeutig etwas gegen Flüchtlinge hat und Adib mobbt wo er nur kann. Unterstützung bekommt Adib von Marie, der Enkelin von Karls Schwester Hannah, die seit kurzen bei Karl wohnt. Als Leno eine Prügelei anzettelt und Adib die Schuld gibt, sieht es übel aus für den armen Adib, denn Lenos Eltern wollen ihn verklagen. Zum Glück kennt Karl die richtigen Leute und kann Adib aus der Klemme helfen, schließlich war er früher mal Jurist. Auch als Adib dann abgeschoben werden soll, weil sein Pass gefälscht ist, hängt Karl sich voll rein. Er fühlt sich mit ihm verbunden und hat nicht vor, seinen Freund kampflos aufzugeben. Karl hat Erfolg. Adib darf erst mal bleiben. Doch im Flüchtlingskeim fühlt er sich eingesperrt. Dort leben so viel Menschen auf engstem Raum, dass man kaum Luft zum Atmen hat. In Karls Haus steht eine Wohnung leer. Er beschließt, mit dem Vermieter zu reden, damit Adib und seine Familie dort einziehen können. Doch dann bricht Karl zusammen. Er kommt ins Krankenhaus. Er weiß, dass es zu ende geht. Ihn plagen Schuldgefühle wegen der Sache mit Waschek, aber er freut sich auch auf ein „Wiedersehen“ mit seiner geliebten Emmi. Adib trauert, als Karl stirbt, doch ihn erreicht auch eine gute Nachricht. Sein Bruder Farid ist am Leben!
Damals trifft Heute! 2 Generationen - eine Geschichte! Spannend und ergreifend erzählt!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Kommentare:

  1. wie ist die fluchtroute von adib und KArl?

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  2. Hallo,
    ich fürchte, da kann ich Dir leider nicht helfen. Es ist schon über ein Jahr her, dass ich das Buch gelesen habe, und es liegt mir im Moment auch nicht vor, also kann ich das nicht nachschlagen. Ich bin mir auch nicht mehr sicher, ob die Fluchtrouten der beiden überhaupt im Detail beschrieben wurden. Im Internet konnte ich jetzt auch nichts dazu finden. Vielleicht kann Dir der Autor selbst weiterhelfen (Kontakt über den Verlag).
    Gruß Very

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