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Mittwoch, 5. März 2014

"Der Tag wird kommen"

Eines der besten Bücher dieses Frühjahr: "Der Tag wird kommen"!

Nina Vogt-Østli, übersetzt von Dagmar Lendt
Der Tag wird kommen
978-3-649-61386-2
Coppenrath Verlag
Alter: 12+

Hans Petter wird in der Schule übel von Andreas und seinen Freunden gemobbt. Was er auch tut ist falsch, immer ist er das totale Opfer. Im Gegensatz zu seiner Mutter, die immer laut, bunt und auffällig ist, wäre Hans Petter am liebsten unsichtbar. Doch seine Mutter liebt ihn und ermutigt ihn, durchzuhalten und einen guten Schulabschluss zu machen, denn er ist ein guter Schüler, eigentlich sogar hochbegabt. Auch der Lehrer Gunnar will helfen. Er macht auf kameradschaftlich und bringt ihn und die anderen „Loser“ in einer Gruppe zusammen. Doch das hilft kein bisschen, es bewirkt eher das Gegenteil. Hans Petters Mutter findet Gunnar und seine Ideen ganz toll. Als er eines Tages mal wieder am PC zockt, um den Kopf freizukriegen, taucht im Chat ein Mädchen namens Fera auf. Fera ist etwas seltsam. Sie benutzt beim Chatten zum Beispiel gar keine Smileys, was absolut mädchen- untypisch ist. Stecken vielleicht Andreas und seine Kumpels dahinter, die ihn verarschen wollen? Er glaubt das jedoch nicht wirklich, also chattet er weiter mit Fera, da die beiden sich gut verstehen. Aber warum interessiert sie sich überhaupt für ihn? Sie ist auch fünfzehn und sieht auf ihrem Profilbild sehr nett aus, nicht unbedingt hübsch, aber auf ihre ganz eigene Art anziehend. Leider bricht die Verbindung immer wieder ab. Fera ist Technologiestudentin und hat sein Bild und seinen Namen aus dem Internet. Nach und nach wird Fera zu seiner einzigen Freundin. Sonst will niemand etwas mit ihm zu tun haben. Wenn die anderen was unternehmen hockt er zuhause und schaut mit seiner Mutter Filme, zuletzt „Blade Runner“. Ab und zu trifft Hans Petter seinen Vater, der mal einen kurzen Flirt mit seiner Mutter hatte und nie ein Kind wollte. Es wäre ihm lieber gewesen, sie hätte das Baby abgetrieben. Hans Petter fühlt sich ungeliebt. Er erzählt Fera von seinen Problemen mit Andreas, dass er der Schultyrann ist, der ihn immer quält. Angeblich kennt Fera ihn auch aus dem Internet. Dann schreibt sie ihm in einer Mail, dass sie aus der Zukunft ist. Er glaubt ihr nicht, hält sie für verrückt, spielt das Spiel aber mit und bewundert ihre blühende Fantasie. Sie lebt im Jahr 367 nach der Katastrophe und berichtet von einem grausamen Diktator und einem Krieg, mit dem sich die Menschheit beinahe selbst zerstörte. Danach folgte ein Neuanfang, eine neue Zivilisation, eine neue Zeitrechnung. Fera studiert alte Technologien und entstand in einer Geburtsklinik, in einer künstlichen Gebärmutter. Das Prinzip der heutigen Familie ist ihr fremd. Sie wundert sich, dass Menschen unkontrolliert Kinder zeugen, wie Tiere. Sie diskutieren über Andreas, die Drohungen und die Prügel und darüber, ob man schon böse geboren wird. Sind die Gene schuld? Sie unterhalten sich auch über Hitler. Wäre es falsch gewesen, Hitler als Kind zu töten? Oder hätte man irgendwie verhindern könne, dass er zu dem wird, der er wurde? Hans Petter filmt Andreas heimlich beim Knuddeln eines Kätzchens, um das Video dann gegen ihn verwenden zu können. Hans Petters Mutter fängt unterdessen eine peinliche Beziehung mit Gunnar an, der noch immer dieses nervige Projekt macht. Doch Ausgestoßene werden gemeinsam nicht stärker. Sie werden nur sichtbarer. Hans Petter will die Beziehung sabotieren, stellt Gunnar vor der ganzen Klasse bloß: „Hier kommt Pervo-Gunnar, passt auf Eure Mütter auf!“ Für die Aktion erntet er überraschenderweise Anerkennung von Andreas und die beiden verbünden sich gegen Gunnar. Sie wollen Kinderpornos auf seinen PC schmuggeln, um ihn in Schwierigkeiten zu bringen. Auf einmal sind die beiden richtig dicke. Störungen und Erdbeben erschweren die Kommunikation mit Fera, doch eine Andeutung von ihr geht Hans Petter nicht mehr aus dem Kopf. Er muss etwas unternehmen, um die Zukunft zu retten und ist fest überzeugt davon, das Richtige zu tun. Doch alles ist ganz anders, als er denkt … .
Ein Wahnsinns-Buch! Im Klappentext wird es mit „Nichts“ verglichen, aber ich sage: „Nichts“ ist nichts gegen dieses Buch! Das Böse an sich ist natürlich ein schwieriges Thema, doch dieses Buch geht damit meisterhaft um. Anfangs dachte ich, ich wüsste genau, was auf mich zukommt, aber da habe ich mich geirrt. Man denkt eben: O.k., der arme Kerl wird gemobbt, da kommt dann wahrscheinlich ein Amoklauf oder eine andere Katastrophe. Fehlanzeige! Das Ende ist echt der Hammer! Genial!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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http://www.ravensbuch.de/index.php?name=bestellen&op=detail&EAN=9783649613862


"Wildhexe - Die Feuerprobe"

Mutige Heldin in großer Gefahr: "Wildhexe - Die Feuerprobe"!

Lene Kaaberbøl, übersetzt von Friederike Buchinger
Wildhexe – Die Feuerprobe
978-3-446-24173-2
Hanser Verlag
Alter: 10+

Clara ist ein ganz normales Mädchen, bis sie eines Tages von einem schwarzen Kater angegriffen und verletzt wird. Danach wird sie krank. Ihre Mutter reagiert ganz entsetzt, packt Clara ins Auto und fährt mit ihr zu Tante Isa. Diese Tante hat Clara noch nie zuvor gesehen. Sie hat Angst, dass sie vielleicht sterben könnte, weil ihre Mutter sich so seltsam verhält. Die etwas merkwürdige Tante Isa hat einen großen Hund namens Tumpe und eine Eule namens Tu-Tu. Sie heilt Clara mit Kräutern und Gesängen. Claras Mutter hat es eilig mit Clara wieder nachhause zu kommen, doch Clara möchte bald wieder zu Tante Isa. Ihr Freund Oscar kann es kaum glauben, dass sie tatsächlich von einer Katze angegriffen wurde. Doch dann geschehen noch merkwürdigere Dinge. Nicht nur, dass in der Schule in Claras Mäppchen plötzlich eine Maus sitzt, auf dem Heimweg verschwindet auch noch der Bürgersteig in einer Art Nebel. Clara meint darin einen Engel zu sehen, dann werden sie beinahe von einem LKW angefahren und Oscar muss mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Claras Mutter schickt sie wieder zur Tante, die ihr von den Wildhexen erzählt. Die Engelsgestalt im Nebel heißt Chimära und war mal eine Wildhexe, bevor sie böse wurde. Chimära ist hinter Clara her, hat sie Hexenkind genannt und Clara ist nur bei Isa sicher. Zusammen mit dem Mädchen Kahla, das Clara nicht leiden kann, nimmt sie bei Isa Hexenunterricht. Kahla ist schon viel weiter, kann Tiere spüren und deren Verhalten beeinflussen, wie z.B. Flöhe marschieren lassen. Clara nimmt plötzlich Millionen Geräusche wahr. Als sie mit ihren Gedanken HAU AB schreit, verschwinden alle Tiere. Tante Isa verstärkt den Schutz um ihr Haus, da sich die Wilden Wege geöffnet haben und jemand nach Clara sucht. Durch ein Feuer an der Scheune wird Clara nach draußen gelockt und von Chimära verschleppt, die ihr kaltes Eisen um den Hals legt. Trotzdem gelingt es ihr mit Hilfe ihres HAU AB zu fliehen. Da taucht der Kater wieder auf und bleibt bei ihr, bis Tante Isa sie findet, denn er ist ihr Wildfreund. Es kommt zu einem Hexentreffen, bei dem Chimära angeklagt werden soll. Sie treten vor die blinden Rabenmütter (sind auch ein paar Quotenmänner darunter) und Clara muss als Geschädigte aussagen, damit Chimära aus der wilden Welt ausgestoßen wird. Die leugnet alles, bezichtigt Clara der Lüge und verlangt die Feuerprobe für sie. Wenn sie die nicht besteht, soll Clara ihrer Gnade ausliefert werden. Alle sind entsetzt. Die vier gefährlichen Prüfungen wurden schon seit Ewigkeiten von niemandem mehr abgelegt. Durch sie kann man erkennen, ob jemand die Wahrheit sagt. Bei der ersten Prüfung, dem Feuer des Himmels, muss Clara durch eine Wolke von Feuerfliegen gehen, bei der 2., dem Feuer des Wassers, durch einen Medusen-See mit Feuerquallen schwimmen, bei der 3., dem Feuer der Erde, muss sie die Grotte der Feuerechsen durchqueren und bei der 4. und letzten Prüfung, dem Herz des Feuers, sich lebenden Flammen stellen. Anfangs läuft alles gut für Clara, doch die gemeine Chimära spielt falsch und hat ihr eine Falle gestellt. Zum Glück bekommt Clara Hilfe, wenn auch von jemandem, von dem sie es nie erwartet hätte. Wird sie die Prüfungen bestehen?
Dies ist der erste Band einer neuen, spannenden Fantasy-Reihe für mutige Mädchen. Wer Hexen und Tiere mag, der ist hier genau richtig. Die Wildhexe Clara ist eine sympathische Heldin, die trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren über sich hinauswächst und ihren Weg geht. Das Ende der Geschichte ist noch ziemlich offen. Wer wissen will, wie es mit ihr und der bösen Chimära weitergeht, erfährt das in „Wildhexe – Die Botschaft des Falken“. Die beiden ersten Bände erschienen zum Glück zeitgleich, so dass man nicht lange warten muss.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Der Wolkenkratzerthron"

Die Stadt lebt: "Der Wolkenkratzerthron"!

Tom Pollock. übersetzt von Kai Killian
Der Wolkenkratzerthron
978-3-7641-7007-3
Ueberreuter Verlag
Alter: 14+

Beth schwänzt öfter mal die Schule und betätigt sich lieber als Graffiti-Künstlerin. Oft mit dabei ist ihre beste Freundin Pencil, genannt Pen, die aber eigentlich Parva heißt. Beth ahnt nicht, dass Pen von Mathelehrer Salt sexuell belästigt wird. Sie weiß nur, dass der immer fies zu ihr ist. Nachdem es in der Schule mal wieder Ärger gab, haut Beth ab und entdeckt Unglaubliches: Die Stadt lebt! Während sie durch London streift, sieht sie Dinge, die sie sich nicht erklären kann, wie zum Beispiel Züge, die miteinander kämpfen. Sie begegnet Vilius „Fil“ Viae, dem Sohn der Göttin Mater Viae, der Königin der Straßen. Der Junge mit der grauen Asphalthaut läuft barfuß durch die Straße und lebt von der Energie der Stadt (Urbosynthese). Er erklärt Beth, dass die „Züge“, die sie gesehen hat, in Wirklichkeit Gleisgeister waren. Fil hat große Probleme. Seit seine Mutter verschollen ist, gewinnt der böse Krankönig Reach an Macht und zerstört langsam die Seele der Stadt. Beth ist bereit, Fil im Kampf gegen Reach zur Seite zu stehen, doch ihr Feind ist mächtig. Um ihn besiegen zu können, müssen sie eine Armee zusammenstellen. Dabei hilft ihnen Fils Vertrauter Gossenglas, ein Wesen, dass aus Müll besteht und sich immer wieder neu zusammensetzen kann. Beth hinterlässt ihrer Freundin Pen eine verschlüsselte Nachricht, die Pen und Beths besorgter Vater finden. Berths Vater ist arbeitslos und hat nach dem Tod seiner Frau, Beths Mutter, jede Hoffnung verloren. Jeden Tag sitzt er in seinem Sessel und liest in einem zerfledderten Taschenbuch-Krimi, dem Lieblingsbuch seiner Frau. Doch die Sorge um seine Tochter weckt ihn aus seiner Lethargie und er macht sich mit Pen auf die Suche. Kurz darauf muss er mitansehen, wie Pen einem grausamen Wesen in die Hände fällt. Er kann nicht glauben, was er da sieht. Ein Geschöpf aus Draht verschmilzt mit dem Körper von Pen und macht sie zu seinem Wirt. Beth ahnt von alldem nichts. Sie zieht mit Fil durch die Stadt und trifft auf der Suche nach Kriegern für ihre Armee die absonderlichsten Kreaturen. Sie begegnet Natriumitschwestern und Whiteys. Können die verfeindeten Lampenwesen gemeinsam kämpfen? Außerdem trifft sie Spinnen, die von menschlichen Stimmen leben und lernt die Bordsteinpriester kennen. Die lebendigen Statuen sind gefangen in steinernen Hüllen und dienen der Göttin, aber werden sie auch kämpfen? Da die Armee bis jetzt ziemlich mager aussieht, bittet Fil sogar die Relexokratie, den Adel hinter den Spiegeln, zu Hilfe. Leider sind das ziemliche Snobs und von Beths losem Mundwerk nicht gerade begeistert. Fil zeigt Beth, wo die Stadt stirbt. Schließlich steht die Armee. Der Obdachlose Viktor dolmetscht für die Lichtwesen und die Bordsteinpriester bewegen sich unglaublich schnell. Dennoch erleiden sie bei ihrem ersten großen Kampf gegen einen Skelett-Wolf hohe Verluste. Die verzweifelte Beth erkennt, dass sie wie Fil werden muss, um im Kampf zu bestehen. In den Docklands wird sie von Johnny Naphta und der chemischen Synode umgewandelt. Beth gleicht Fil jetzt buchstäblich mit Haut und Haar und ihr wird klar, dass sie ihn liebt. Sie gibt ihr Leben und ihr Zuhause auf, um bei ihm zu sein und ihm zu helfen. Sie weiß nicht, dass ihr Vater ihren Graffiti folgt und sie in der ganzen Stadt sucht. Auch ahnt sie nicht, wie sehr ihre Freundin Pen leidet. Pens Körper ist schwer verletzt und sie kann die Stimme von Reach hören, der verkündet: Ich werde sein. Indess schließen sich Flink und die Straßenkatzen der Armee an und es folgt die nächste Schlacht, bei der Beth plötzlich ihre Freundin Pen sieht und sie retten will, obwohl Fil ihr zuruft, dass sie den "Wirt" töten soll. Kann Pen gerettet werden? Schaffen sie es, Reach zu besiegen? Was ist aus Mater Viae geworden? Und gibt es ein Happy End für Fil und Beth?
Das ist mal keine typische Fantasy-Geschichte nach Schema F! Anfangs fand ich alles etwas merkwürdig, aber dann konnte ich irgendwann gar nicht mehr aufhören zu lesen und fand die Geschichte mit jeder Seite genialer. Sie steckt wirklich voller außergewöhnlicher Ideen und skurrilen Figuren. Es wird immer spannender und da ist dann ja auch noch die Liebesgeschichte … . Der Gedanke, dass eine Stadt lebendig sein kann kommt einem da irgendwann gar nicht mehr so verrückt vor.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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http://www.ravensbuch.de/index.php?name=bestellen&op=detail&EAN=97837641700

Mittwoch, 26. Februar 2014

"Bunker Diary"

Nichts für schwache Nerven: "Bunker Diary"!

Kevin Brooks, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Bunker Diary
978-3-423-74003-6
dtv Verlag
Alter: 14+

Der sechzehnjährige Ausreißer Linus wird von einem vermeintlich hilfsbedürftigen, blinden Mann in einen Lieferwagen gelockt und entführt. Der Unbekannte verschleppt ihn in einen unterirdischen Bunker, wo er in einer Fahrstuhlkabine, in einem Rollstuhl sitzend, zu sich kommt. Er sieht sich sein Gefängnis näher an und entdeckt außer dem Aufzug sechs Zimmer, eine Küche, ein Bad und eine Art Gemeinschaftsraum. In jedem Raum befinden sich Wanzen und Kameras, etwas zu Essen sucht er jedoch vergeblich. Warum ist er hier und was will der Entführer von ihm? Geht es um Lösegeld? Aber woher sollte jemand wissen, dass sein Vater reich und ein berühmter Comiczeichner ist? Wenig später trifft die neunjährige Jenny im Bunker ein, die auf dem Weg zur Schule entführt wurde. Bei ihr geht es wohl kaum um Lösegeld. Ihr Vater arbeitet im Baumarkt. Als Linus die Kamera verdecken will, damit Jenny ins Bad kann, wird er mit einer Ladung Tränengas bestraft. Er hat jedoch die Idee, aus einem Laken eine Art Poncho zu machen, damit man auf dem Klo wenigstens etwas Privatsphäre hat. Jenny hat die Idee, um Essen zu bitten und sie legen einen Zettel in den Fahrstuhl. Sie bekommen tatsächlich einige Lebensmittel und schon bald bekommen sie auch weitere Mitbewohner. Der Junkie Fred und die Businessfrau Anja treffen ein und es kommt zu ersten Spannungen. Dann kommt noch der dicke Bird hinzu, ein Pendler, der nur noch weiß, dass er in den Zug stieg, nachdem er vorher an der Bar mit jemanden was getrunken hatte. Alle versammeln sich und schmieden Fluchtpläne. Vielleicht könnte man eine Nachricht durchs Klo schmuggeln oder jemanden im Aufzug verstecken? Doch wo sind sie hier überhaupt und wer tut ihnen das an? Ein Psycho? Ein Perverser? Ein Menschensammler? Schließlich ist die Gruppe komplett, als Russell Lansing eintrifft, ein älterer, schwarzer und schwuler Physiker mit Glasauge. Er trank etwas mit einem Mann an einer Bar und hatte dann einen Blackout. Bei der nächsten Lebensmittellieferung gibt es auch Wodka, Zigaretten und sogar Heroin. Linus versucht die anderen zu bremsen, da er ahnt, wohin das führt, hat aber keinen Erfolg. Er hat inzwischen erkannt, dass ER die Uhr manipuliert und die Zeit mal schneller und mal langsamer vergeht. Welcher Tag ist heute? Ist das überhaupt wichtig? Obwohl Russell einen Gehirntumor hat, schickt ER keine Medikamente. Ein Fluchtversuch von Linus in einer Mülltüte scheitert, alle werden mit Gas betäubt und ER nimmt das ganze Essen weg. Erst nach einer schriftlichen Entschuldigung bekommen sie wieder etwas, allerdings ist das Essen mit Drogen versetzt. Linus fragt sich, ob ER sein Tagebuch liest, als der nächste Fluchtversuch scheitert. Aus dem Aufzug stürzt plötzlich ein Dobermann, der Bird anfällt und schwer verletzt, bevor es Fred gelingt ihn zu töten. Bird wird krank. Tollwut? Kein Essen. Alle hungern. Anja hat heimlich Cornflakes gebunkert. Im Aufzug ist eine Platte mit Roastbeef und folgender Nachricht: „hört ich verspreche: der der jemand andern tötet kommt frei“. Rusell will sich opfern oder Bird, weil sie sowieso so gut wie tot sind. Doch dann ist es Anja, die stirbt, erwürgt. Eine neue Nachricht: „Lügen – meine Wahrheit: Linus hat die Frau gemordet“. Doch Linus ist unschuldig. Es kommt zu weiteren Todesfällen, ein Mord, ein Selbstmord … . Die Überlebenden sind verzweifelt. Es gibt kein Essen mehr und keine Hoffnung. Noch ein Selbstmord. Strom und Wasser sind weg. Der Generator arbeitet nicht mehr. Die Heizung ist tot. Ist ER weg? Was nun?
Der härteste Brooks! Der beste Brooks! Dieses Buch ist echt so was von heftig, vor allem der Schluss. Auf den letzten Seiten dachte ich nur: Oh, mein Gott! Alles wird aus Linus Sicht erzählt, der im Bunker Tagebuch schreibt. Leider bleiben viele Fragen offen, der Leser weiß nur, was auch Linus weiß, aber genau so hat Kevin Brooks es gewollt. So steht es zumindest in dem Interview, vorne in meinem Leseexemplar. Ein knallhartes, beeindruckendes, schockierendes Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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http://www.ravensbuch.de/index.php?name=bestellen&op=detail&EAN=9783423740036


"Der unvergleichliche Ivan"

Aus dem Leben eines Silberrücken: "Der unvergleichliche Ivan"!

Katherine Applegate, übersetzt von Ingrid Ickler
Der unvergleichliche Ivan
978-3-86873-694-6
Knesebeck Verlag
Alter: 10+

An der Ausfahrt 8 der I-95 liegt die „Zirkus-Mall und Spielhalle“, täglich geöffnet, Vorstellung um 14, 16 und 19 Uhr. Hier ist das Zuhause von Ivan, in einem Käfig aus Glas. Ivan ist ein Gorilla, ein Silberrücken. An sein Leben in der Wildnis kann er sich kaum mehr erinnern. Er vertreibt sich die Zeit mit Fernsehen, wirft ab und zu mit Kackbällen und malt gern. Mack, der Besitzer der Mall, verkauft seine Bilder im Souvenir-Shop. Julia, die Tochter von Tierpfleger George, malt auch sehr gerne und sie ist oft bei Ivan. Sie versteht seine Bilder und erkennt darauf Bananen, Käfer und andere Dinge. Leider ist Julias Mutter sehr krank. Dann ist da noch Stella, eine alte Elefantendame, die vorher in einem anderen Zirkus war, wo sie eine Fußfessel tragen musste. Die Verletzung am Fuß ist nie richtig verheilt und an manchen Tagen kann Stella kaum laufen. Sie tritt in der Vorstellung gemeinsam mit dem Pudel Snickers auf. In letzter Zeit kommen jedoch immer weniger Besucher und das Geld ist knapp. Manchmal schläft der Streuner Bob in Ivans Käfig. Der kleine Hund kuschelt sich gern an Ivans Plüschgorilla Nicht-Fangen. Fangen hieß seine Schwester, als er noch in der Wildnis lebte. Eines Tages kommt ein neues Tier in die Mall, das den Umsatz ankurbeln soll, das Elefantenbaby Ruby. Die alte Stella macht das ganz traurig. Sie meint, Ruby wäre in einem Zoo besser aufgehoben. Ivan muss Stella versprechen, Ruby zu helfen. Dann stirbt Stella, da kein Geld für den Tierarzt da ist. Der neue Elefant Ruby wird von den Zuschauern geliebt, aber von Mack nicht gut behandelt. Er schlägt sie sogar mit der Hakenstange. Ivan erinnert sich an seine Kindheit bei Mack, der ihm Kleider anzog und ihn wie ein Menschenbaby behandelte, bis er eines Tages zu groß dafür wurde. Julia schenkt Ivan ihre alten Fingerfarben und er beginnt, nachts an einem geheimen Projekt zu arbeiten. Tagsüber malt er Bilder für die Touristen, macht Handabdrücke etc., doch er malt nicht mehr nur das, was er sieht. Nachts malt er einen Zoo und beginnt Buchstaben zu schreiben. Den Zoo kennt er aus dem Fernsehen und die Buchstaben von dem Schild vor der Mall. Er legt viel Blätter nebeneinander und malt Ruby in einem Zoo. Daneben schreibt er das Wort ZUHAUSE. Julia versteht die Botschaft und sie und ihr Vater George wollen helfen. Sie kleben das Bild auf die Plakatwand, was Mack sehr wütend macht. Bald taucht die Presse auf und Menschen demonstrieren vor der Mall: Freiheit für Ruby! Ruby kommt in eine Kiste und wird in den Zoo gebracht. Auch Ivan soll in eine Kiste, doch er ist zunächst noch skeptisch. Bald landet jedoch auch er im Zoo. Vorher schenkt er Bob Nicht-Fangen, damit er nicht so allein ist und auch Julia verspricht sich um Bob zu kümmern. Zunächst muss sich Ivan langsam an sein neues Leben im Zoo gewöhnen. Die Tierpfleger bringen ihm einen Fernseher und er kann beobachten, wie Ruby glücklich mit den anderen Elefanten herumtollt. Dann trifft er erstmals noch langer Zeit auf andere Gorillas, hat aber noch Schwierigkeiten im Umgang mit den Artgenossen. Er muss erst wieder lernen, ein stolzer Silberrücken zu sein. Das Gorillaweibchen Kinyani mag er besonders gern … .
Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Ein Gorilla namens Ivan lebte 27 Jahre in einer Mall, bevor er endlich in einen Zoo kam. Der Rest ist allerdings frei erfunden, obwohl auch der echte Ivan gerne gemalt hat.
Eine wundervoll erzählte Tiergeschichte, die wohl keinen Tierfreund kaltlässt. Besonders gefällt mir, dass die Tiere trotz allem nicht zu sehr vermenschlicht werden, wie es in anderen Tiergeschichten oft der Fall ist. Die kurzen Kapitel werden übrigens aus Ivans Sicht erzählt.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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