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Mittwoch, 19. Juni 2013

"Libellensommer"

Ein Sommer, der alles verändert: "Libellensommer"!

Antje Babendererde
Libellensommer
978-3-401-50019-5
Arena Taschenbuch Verlag
Alter: 13+

Die fünfzehnjährige Jodie hat es nicht leicht. Sie hat Pickel und ein paar Pfunde zu viel, da sie ihren Frust am liebsten mit Naschen abreagiert. Seit ihr Vater seinen Job in der Papierfabrik verloren hat, ist zuhause nur noch Streit angesagt. Das Geld ist knapp, so dass die Familie umziehen muss. Der Streit zwischen den Eltern eskaliert und der Vater zieht aus. Auch die Mutter macht Stress und Jodie hat die Nase voll. Sie haut ab und beschließt, zu ihrem „e-Mail-Freund“ Tim zu fahren, den sie bis jetzt nur aus dem Internet kennt. Er ist der Einzige, der sie wirklich versteht. Leider wohnt er nicht gerade um die Ecke und Jodie entschließt sich, per Anhalter quer durchs Land zu fahren. An einer Highway-Tankstelle steigt sie in den Truck von Bob ein, der jedoch recht bald zudringlich wird und ihr an die Wäsche will. Zum Glück passiert ihr nichts, aber jetzt steht sie irgendwo im Wald und weiß nicht weiter. Ihr Retter in der Not ist der junge Indianer Jay, der Jodie bereits an der Tankstelle aufgefallen war. Er hat es jedoch sehr eilig und stellt Jodie vor die Wahl: Entweder sie kommt mit ihm in sein Camp oder sie muss hierbleiben. Um sie in der Gegend herum oder gar wieder bis nachhause zu fahren, fehlt ihm die Zeit, da sein Bruder Luke schwer krank ist und er unterwegs war, um Medikamente zu besorgen, die er nun dringend ins Camp bringen muss. Jodie entschließt sich ihn zu begleiten, dabei ahnt sie noch nicht, wie diese Entscheidung ihr Leben verändern wird. Als sie schließlich im Camp ankommen, müssen sie erfahren, dass Luke nicht mehr lebt. Außerdem sind die meisten der Campbewohner nicht gerade glücklich über die „Weiße“, die Jay angeschleppt hat. Jodie verliebt sich in Jay, Internetbekanntschaft Tim ist vergessen, doch Jodie ist sich nicht sicher, ob Jay auch etwas für sie empfindet. Warum sollte ein muskulöser Traumtyp auf ein pickelgesichtiges Moppelchen abfahren. Glücklicherweise empfindet Jay aber auch etwas für sie und die beiden verbringen einen wunderbaren Sommer. Jodie verändert sich sehr zum Positiven. Aus dem unsicheren Pummelchen wird eine selbstbewusste junge Frau. Durch die Ernährungsumstellung, die das Leben in der Wildnis mit sich bringt, verliert sie ein paar Pfunde und Pickel sind auch bald kein Problem mehr. Sie begegnet wilden Tieren, entdeckt einen ganz neuen Bezug zur Natur und sieht ihre Umwelt in einem neuen Licht. Dann macht sie im Wald eine Entdeckung. Die Indianer sabotieren und zerstören Baumaschinen, mit denen eine Firma die Wälder abholzen will. Dieser Firma gehört auch die Papierfabrik, die Jodies Vater entlassen hat. Grund dafür waren unter anderem die Proteste der Indianer gegen die Abholzung. Jodie ist unsicher, wie sie sich nun verhalten soll … .
Eine wunderbare Liebesgeschichte für den Sommer! Einerseits locker-leicht zu lesen, andererseits aber dennoch mit Tiefgang. Das Thema Indianer, das ja in allen Büchern von Antje Babendererde eine große Rolle spielt, ist sehr faszinierend. Die Umweltproblematik fand ich auch sehr interessant, auch den daraus entstehenden Konflikt, in den Jodie gerät. Jodie, die die Geschichte erzählt, war mir sehr sympathisch und mir gefiel, dass sie sich im Laufe der Geschichte weiterentwickelt hat. Sie hat ihre erste große Liebe erlebt und ganz neue Seiten an sich entdeckt. Das Buch ist zwar nicht mehr das Neueste, aber es gehört in Sachen Sommerlektüre ganz klar zu meinen Favoriten!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"iBoy"

Ein echter Superheld?: "iBoy"!

Kevin Brooks, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
iBoy
978-3-423-24845-7
dtv Verlag
Alter: 14+

Der sechzehnjährige Tom Harvey ist ein ganz normaler Junge. Er lebt in einem Londoner Brennpunktviertel, wo Gewalt an der Tagesordnung ist und die Gangs das Sagen haben. Tom ist verliebt in Lucy, seine Sandkastenfreundin und an einem ganz normalen Nachmittag im März ist er gerade auf dem Weg zu ihr, nicht ahnend, dass sich an diesem Tag sein ganzes Leben verändern wird. Als er vor dem Hochhaus, in dem Lucy wohnt, steht, passiert es. Aus einem Fenster im 30. Stock fällt ein iPhone und landet direkt auf Tom. Als er wieder zu sich kommt, ist er im Krankenhaus und die Ärzte sagen ihm, dass er mehrere Tage lang bewusstlos war. Das iPhone hatte seinen Schädel mit voller Wucht getroffen und es ist ein Wunder, dass Tom überlebt hat. Die Ärzte haben in einer komplizierten Operation einen Großteil der Trümmer des iPhones aus seinem Gehirn entfernen können, aber nicht alles. Einige Fragmente sind so mit seinem Gehirn verschmolzen, dass ein Entfernen unmöglich ist. Es ist noch nicht klar, welche Konsequenzen diese Verschmelzung für Tom haben wird. Als er in die Obhut seiner Großmutter, bei der er lebt, entlassen wird, werden Tom diese Konsequenzen jedoch allmählich bewusst, denn er bemerkt seltsame Veränderungen, die seinem Leben als normaler Jugendlicher ein Ende setzen. Durch sein Gehirn hat der direkten Zugang zum Internet und damit zu allen Daten der Welt. Er kann alles, was auch ein iPhone kann, auch telefonieren, SMS verschicken, Fotos machen und abspeichern, nur das er eben keine Hilfsmittel mehr dafür braucht. Außerdem kann er Elektroschocks abgeben und seinen Körper mit einem leuchtenden Schutzfeld, das er iHaut nennt, umgeben. Durch das Leuchten ist er außerdem getarnt, so dass ihn niemand als Tom erkennen kann. Tom entschließt sich, seine neuen Kräfte für das Gute einzusetzen und sozusagen ein Superheld zu werden. Schon bald bekommt er Gelegenheit dazu, denn er erfährt, was Lucy an jenem Nachmittag, als ihn das iPhone traf, zugestoßen ist. Sie wurde in ihrer Wohnung von einer Gang überfallen und vergewaltigt. Tom will die Täter finden und Rache für Lucy nehmen. Unbesiegbar und mit Zugang zum kompletten Wissen der Welt sollte das ja eigentlich kein Problem sein. Schon bald ist er den Tätern auf der Spur und jagt sie, versetzt sie als iBoy in Angst und Schrecken. Was das Leben als Superheld jedoch alles mit sich bringt, muss Tom erst nach und nach lernen. Seine Kräfte haben ihn verändert und sein Leben auf den Kopf gestellt. Sicher, es ist praktisch, wenn man zum Beispiel Omas Schulden mit einem Gedanken tilgen kann, die Schwachen schützen und Verbrecher bestrafen kann, doch ist es auch immer richtig, so zu handeln? Gerade was seinen Rachefeldzug angeht, stellt sich Tom diese Frage oft. Macht bringt Verantwortung mit sich. Als Tom einen Menschen tötet, lernt er auch seine dunkle Seite kennen. Außerdem kommt dazu, dass Lucy gar nicht weiß, wer da in ihrem Namen Rache übt. Klar mag sie Tom, doch sie bewundert auch den Superhelden iBoy, ohne zu wissen, dass sie ein und dieselbe Person sind. Was geschieht, wenn sie die Wahrheit erfährt?
Kevin Brooks schreibt einfach toll! Ich muss es wissen, denn ich habe alle seine Bücher gelesen ;-) und bewundere, wie er sozialkritische und oft heikle Themen in spannende Krimihandlungen verpackt. Als ich erstmals den Klappentext zu „iBoy“ las, dachte ich, jetzt spinnt er. Die Story klang für mich ziemlich absurd und ohne Logik, doch als ich es dann las, war ich total begeistert. Ich liebe Superheldencomics wie Spiderman, und ich konnte hier durchaus Parallelen erkennen. Dennoch steckt hier noch viel mehr drin. Es werden viele philosophische Fragen gestellt, beispielsweise zum Thema Selbstjustiz. Die Handlung steckt voller überraschender Wendungen und ist spannend bis zum Schluss. Letztes Jahr war das Buch übrigens für den „Deutschen Jugendliteraturpreis“ nominiert.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Nacht, komm!"

Mörderischer Sommer: "Nacht, komm!"!

Agnes Hammer
Nacht, komm!
978-3-8390-0125-7
Script 5 / Loewe Verlag
Alter: 14+

Die siebzehnjährige Lissy Winterhart hat in ihrem Leben schon jede Menge Mist gebaut. Auch in ihrer Familie gibt es eine Menge Probleme. Ihr Vater ist schwerer Alkoholiker und lebt mit seinen obdachlosen Kumpels auf der Straße. Ihre Mutter arbeitet den ganzen Tag und reagiert ihren Frust im Kaufrausch ab. Ständig bestellt sie irgendwelches Zeug, das sie nicht bezahlen kann. Lissy schwänzt die Schule, klaut und prügelt sich. Jetzt hat sie den Bogen überspannt und wird vom Gericht zu 120 Sozialstunden verdonnert. Da sie keine Lust auf Jugendknast hat, ist sie bereit, diese Sozialstunden in einem Altersheim abzuleisten. Zwar ist sie nicht davon begeistert, alte Leute zu füttern und ihren Dreck wegzumachen, will aber diese letzte Chance nicht verspielen. So schlimm ist die Arbeit im Altersheim dann auch gar nicht, vor allem da Lissy dort die nette Pflegerin Nele kennenlernt und sich mit ihr anfreundet. Lissy findet Nele total cool und freut sich, als sie mit ihr und ihren Freunden mit zum Schwimmen darf. Da trifft sie dann auch Daniel, einen von Neles Freunden und ist total hin und weg von ihm. Daniel fährt Motorrad und sieht toll aus, hat aber auch einige Probleme, vor allem mit seiner Familie, die ihm das Gefühl gibt, dumm und nutzlos zu sein. Nele warnt Lissy davor, sich mit ihm einzulassen, da er sie nur benutzen würde. Daniel will nämlich eigentlich an Nele ran und da kommt ihm Lissy gerade recht, um Nele „eifersüchtig“ zu machen. Lissy ist jedoch so verknallt, dass sie nicht glauben kann, dass das alles für Daniel nur ein Spiel ist, doch genau das ist es für ihn. Er hat auch nichts dagegen, mal so eben mit Lissy ins Bett zu steigen. (Obwohl, bis ins Bett schaffen es die beiden gar nicht, sondern verbringen eine heiße Nacht unter freiem Himmel, schließlich ist Hochsommer ;-).) Wegen der ganzen Geschichte bekommt Lissy ziemlichen Zoff mit Nele. Dummerweise ist Nele am Tag darauf tot, ermordet! Da sieht es auf einmal übel aus für Lissy, denn als vorbestrafte Kriminelle hat die Polizei sie natürlich sofort als Hauptverdächtige im Visier. Dazu kommt, dass sie kein Alibi hat, schließlich ist sie in der Mordnacht auf der Suche nach ihrem heißgeliebten Daniel durch die Gegend geirrt. Und das Motiv liegt auf der Hand, da der Streit zwischen ihr und Nele nicht unbemerkt geblieben ist. Nele ist verzweifelt. Um ihre Unschuld zu beweisen, macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder. Der Polizei traut sie sowieso nicht, die haben ja nur Vorurteile gegen sie. Also beginnt Lissy zu ermitteln, erregt mit ihrem Verhalten jedoch erst recht das Misstrauen der Polizei. Die finden es zum Beispiel sehr verdächtig, das Lissy heimlich Neles Spind durchsucht. Lissy sucht nach Spuren und Zeugen und entdeckt schließlich eine Verbindung zu den obdachlosen Freunden ihres Vaters. Doch wie hängt das alles wirklich zusammen? Lissy versucht, Antworten zu finden und deckt schließlich die ganze Wahrheit auf. Das ist allerdings nicht ungefährlich … .
Hier steckt viel mehr drin, als nur ein spannender Krimi! Die wahren Zusammenhänge werden erst später deutlich. Lissy war mir zwar nicht immer sympathisch, aber ihre Geschichte fand ich total spannend. Sie wirkt auch manchmal etwas naiv, vor allem, da sie so auf Daniel hereinfällt. Lissys Vater und dessen Freunde, die Obdachlosen, spielen eine große Rolle, wobei ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten will. Auf jeden Fall tauchen dabei viele faszinierende Figuren, wie zum Beispiel die Pfandflaschensammlerin Christiane, auf, die die Geschichte interessant machen. Ein tolles Buch für heiße Sommertage!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 12. Juni 2013

"Finding Sky"

Wer ist Dein Seelenspiegel?: "Finding Sky"!

Joss Stirling
Finding Sky (Die Macht der Seelen, Band 1)
978-3-423-76047-8
dtv Verlag
Alter: 14+

Die sechzehnjährige Sky Bright hat in ihrem Leben schon einiges hinter sich. Allerdings kann sie sich an das meiste davon nicht erinnern. Als kleines Mädchen wurde sie auf einer Raststätte ausgesetzt und wanderte dann von einem Waisenhaus zum anderen, bis sie schließlich von dem Ehepaar Bright, Sally und Simon, beides Künstler, adoptiert wurde. Sie waren es auch, die ihr den Namen Sky gaben, denn sie weiß weder ihren Namen, noch ihren Geburtstag oder irgendetwas über ihre richtigen Eltern. Sie ist klein und schüchtern, es fällt ihr schwer, anderen zu vertrauen und Liebe und Nähe zuzulassen. Als sie mit ihren Adoptiveltern von England in die kleine Stadt Wickenridge in Colorado zieht, befürchtet sie, an der dortigen Highschool keinen Anschluss zu finden und eine Außenseiterin zu sein. Doch ihre Befürchtungen erweisen ich als unbegründet. Als Engländerin in Amerika ist sie dort eine kleine Sensation und findet schnell Freunde. Nur mit einem Mitschüler hat sie Schwierigkeiten: Zed Benedict. Zed ist arrogant, hat keinerlei Respekt vor den Lehrern und benimmt sich die meiste Zeit wie ein totaler Arsch. Andererseits ist er auch irgendwie cool und geheimnisvoll. Dazu kommt, dass er verdammt gut aussieht. Obwohl Sky es niemals offen zugeben würde, fühlt sie sich zu ihm hingezogen und muss ständig an ihn denken. Dann passiert etwas total Schräges. Obwohl Zed gar nicht laut gesprochen hat, hört Sky auf einmal seine Stimme – in ihrem Kopf. Sky ist verwirrt und zweifelt an ihrem Verstand. Doch dann geschieht es wieder. Wieder hört sie seine Stimme und auch er kann ihre Antwort darauf hören, obwohl sie sie nicht laut ausgesprochen hat. Doch das ist noch nicht alles. Zed erzählt ihr, dass sie sein Seelenspiegel sei und außerdem ein mächtiger Savant. Savants sind Menschen, die eine übernatürliche Gabe besitzen, wie zum Beispiel Telepathie, Telekinese oder Visionen aus der Zukunft. Sky ist erst mal skeptisch. Es fällt ihr schwer, Zeds Geschichte zu glauben und ihre Gabe zu akzeptieren. Und was ist überhaupt ein Seelenspiegel? Kann es wirklich einen Menschen geben, der das perfekte Gegenstück zu jemandem ist? Sie erfährt auch noch, dass Zed nicht der Einzige in seiner Familie ist, der ein Savant ist. Seine Familie ist ziemlich groß (sechs Geschwister!) und jeder hat eine besondere Gabe. Mit der Zeit kommen sich Sky und Zed näher und verlieben sich. Zed verändert sich sehr zum Positiven, das fällt auch den anderen auf. Er verwandelt sich von einem Arschloch zu einem richtig lieben Kerl und trägt Sky förmlich auf Händen. Doch das verliebte Paar kann sein Glück nicht lange unbeschwert genießen. Sie sind in Gefahr. Zwar überstehen sie einen Angriff im Wald, doch dann wird Sky entführt … .
Ich finde, dieses Buch ist ein wunderbar romantischer und total spannender Fantasy-Schmöker. Und mit dieser Meinung stehe ich nicht allein da, denn „Finding Sky“ wurde für den „Deutschen Jugendliteraturpreis 2013“ nominiert! Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen und habe das Buch in einem Rutsch verschlungen. Zed war mir am Anfang gar nicht sympathisch, aber das hat sich mit der Zeit geändert. Sky mochte ich von Anfang an und ich war von ihrer Geschichte fasziniert. Savants und Seelenspiegel, das ist mal was Neues und eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Fantasy-Storys und das Ganze kommt außerdem ganz ohne Vampir aus ;-). Fortsetzungen gibt es übrigens auch. Der zweite Band heißt „Saving Phoenix“ (Im englischen Original „Stealing Phoenix“ – Wer hat denn diesen Titel „übersetzt“ und warum überhaupt? „Finding Sky“ wurde ja auch einfach übernommen und „Saving“ und „Stealing“ sind ja wohl mal zwei völlig unterschiedliche Dinge) und der dritte heißt dann „Calling Crystal“ (Im Original „Seeking Crystal“, auch hier kann ich zur „Übersetzung“ nur sagen: „Häh?“). Zum Glück sind alle bereits erschienen, so dass man gleich weiterlesen kann.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Die Stadt der verschwundenen Kinder"

Hinter der Mauer: "Die Stadt der verschwundenen Kinder"!

Caragh O'Brien, übersetzt von Oliver Plaschka
Die Stadt der verschwundenen Kinder
978-3-453-53422-3
Heyne fliegt Taschenbuch Verlag
Alter: 14+

Eine Klimakatastrophe hat die Welt in eine öde Wüste verwandelt. Auch die Gesellschaft hat sich extrem verändert. Zwischen arm und reich existiert eine unüberwindbare Kluft, besser gesagt eine Mauer. Die wenigen auserwählten Menschen in der Enklave innerhalb der Mauer leben im Luxus. Es gibt genug Nahrung, Strom und Schulen. Das Leben außerhalb der Mauer in Siedlung Wharfton sieht da ganz anders aus. Wer dort lebt, leidet unter Armut und Wassermangel und ist von Nahrungsrationen wie Mycoproteinen (Pilze?), die die Enklave zuteilt, anhängig. Zu diesen Menschen gehört auch die sechzehnjährige Gaia Stone. Sie ist Hebamme, wie auch ihre Mutter und erfüllt somit eine wichtige Funktion in der Gesellschaft. Denn das Gesetz verlangt, dass jeden Monat die ersten drei Neugeborenen jedes Sektors an der Mauer der Enklave abgegeben werden müssen. Niemand wagt es, gegen dieses unbarmherzige Gesetz zu verstoßen, denn darauf steht die Todesstrafe. Die abgegebene Kinder werden zwar eine sorgenfreies Leben führen, aber ohne jemals ihre Eltern kennengelernt zu haben. Auch Gaias Bruder Arthur lebt in der Enklave und kennt seine wahre Familie nicht. Gerade hat Gaia zum ersten Mal selbstständig einem Baby auf die Welt geholfen und muss es nun an der Mauer abgeben. Vorher tut sie das, was auch ihre Mutter immer tut. Sie taucht eine Nadel in braune Tinte und sticht damit viermal in den Knöchel des Babys. Die verzweifelte junge Mutter fleht sie an, ihr das Kind zu lassen, doch Gaia befolgt das Gesetz. Wenig später werden ihre Eltern verhaftet und für Gaia bricht eine Welt zusammen. Was haben sie verbrochen? Sie haben doch immer das Gesetz befolgt und sich nie etwas zuschulden kommen lassen. Gaia erhält ein Päckchen mit der Botschaft ihrer Mutter, die Inhalt zu vernichten. Was hat es mit dem, mit Seidenfäden bestickten, Band auf sich? Die Stickerei bildet ein rätselhaftes Muster. Gaia wird zu ihren Eltern befragt, oder besser gesagt verhört. Dabei geht es hauptsächlich um eine von Nadelstichen durchlöcherte Liste. Was hat das alles zu bedeuten? Und was hat ihr Vater, ein einfacher Schneider, mit der Sache zu tun? Gaia ist verwirrt und verzweifelt. Sie weiß, dass es nur einen Ort gibt, wo sie Antworten auf ihre Fragen finden kann. Sie muss hinter die Mauer, wenn sie das Rätsel lösen und ihren Eltern helfen will. Gaia begibt sich auf die gefährliche Mission und dringt in die Stadt hinter der Mauer ein, wohl wissend, dass jeder Eindringling getötet wird. Wenn sie entdeckt wird, ist sie verloren, denn jeder würde sofort erkennen, dass sie nicht hierher gehört. Hinter der Mauer gibt es keine „Missgeburten“. Gaias Gesicht ist von Brandnarben entstellt. Sie schämt sich dafür und ist daher eher schüchtern. Ihre Eltern erzählten ihr, dass sie als kleines Mädchen gegen ein Fass mit heißem Wachs (die Großmutter stellte Kerzen her) gelaufen ist. Sie selbst erinnert sich nicht daran. Gaia trifft auf Leon, den (adoptierten) Sohn des Enklavenherrschers. Anfangs seinem „Vater“ treu ergeben, verwandelt er sich dank Gaia im Laufe der Zeit in eine Rebellen gegen das System. Die beiden verlieben sich und Gaia kommt langsam der Wahrheit über das „Verbrechen“ ihrer Mutter auf die Spur. Das Band, die Liste, die Tattoos auf den Knöcheln, das alles ist Teil eines Codes, mit dem ihre Mutter die Kinder ihren wahren Eltern zuordnen konnte. Sie findet so auch ihren Bruder Arthur, der jetzt Martin heißt. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und sie und Leon werden getrennt … .
Eine geniale Dystopie, inklusive Liebesgeschichte, mit einer sympathischen Heldin, die mich bis zum Schluss gefesselt hat und viele neue und echt originelle Ideen enthält. Weiter geht diese spannende Trilogie mit „Das Land der verlorenen Träume“ und „Der Weg der gefallenen Sterne“ (beide noch gebunden, aber im Januar bzw. April 2014 dann auch als Taschenbuch).
Viel Spaß beim Lesen!!!

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