Mittwoch, 17. Januar 2018

"Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy"

Warum aus Shirin Shahin wurde: "Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy"!

Maria Braig
Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy
978-3-7450-6054-6
Epubli Verlag
Alter: 12+

Die dreizehnjährige Shirin lebt in Afghanistan. Ihr Land blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, und Shirin versteht längst nicht alles davon. Ihr ist jedoch klar, dass sie obwohl sie den Luxus genießt zur Schule gehen zu können, als Mädchen/Frau keine großen Chancen hat, einmal zu studieren oder einen Beruf zu erlernen. Als ihr Vater beim Minenräumen ums Leben kommt, steht die Familie vor dem Nichts. Als älteste der drei Töchter muss Shirin ihre Mutter nun finanziell unterstützen. Dazu muss sie eine Bacha Posh werden, ein Mädchen, das sich als Junge ausgibt. Shirin ist von nun an Shahin, ein Cousin aus dem Iran. Shirins Verschwinden wird damit erklärt, sie sei verheiratet worden. Sie erzählt nur ihrer besten Freundin Fatma die Wahrheit. Shirins Leben steht Kopf. Sie muss lernen, wie sich ein Junge verhält, um nicht aufzufliegen. Als Teejunge arbeitet sie Tag für Tag auf dem Basar und verkauft Tee und Gebäck. Zur Schule darf sie nicht mehr. Der Teehändler Ghaffar mag Shahin, ist jedoch besorgt, weil solch hübsche Kerlchen wie er besonders gefährdet sind. Er warnt Shahin, nie mit den Kunden ins Haus zu gehen, erklärt aber nicht warum. Shirin lernt Faruk kennen. Er sagt, er sei ein Bacha Bazi Junge, also ein „Jungenspiele-Junge“. Die naive Shirin versteht nicht, was er damit meint und fragt nach. Faruk will es ihr nicht erklären, Ghaffar redet lange herum und meint „Frauen sind für die Kinder und Jungen für den Spaß“, und ihre Mutter meint nur, dass man über so etwas nicht spricht. Manche sagen zu den Bacha Bazi auch „Dancing Boys“. Shirin denkt sich, Tanzen kann doch nichts Schlimmes sein, bis sie Faruks traurige Geschichte hört. Er erzählt, wie er im Alter von acht Jahren entführt, „ausgebildet“, verkauft und wieder verkauft wurde. Er muss seinem Herrn und dessen Gästen jederzeit zu Willen sein, muss Mädchenkleider tragen, tanzen, sich küssen, streicheln und schlagen lassen. Weigert er sich, wird er bestraft. Ein paar Mal trifft sich Shirin heimlich mit ihrer Freundin Fatma, bis diese verheiratet wird. Und bald steht noch eine weitere Hochzeit an. Das Gebäck von Shirins Mutter kommt auf dem Basar so gut an, dass der Bäcker Karim es in seinem Laden verkaufen will. Karim verliebt sich in Shirins Mutter, will sie zur Frau nehmen und auch ihre kleinen Töchter aufnehmen, aber für „Shahin“ ist in diesem Leben kein Platz. Darum will die Mutter Shirin zu einem Onkel in Teheran schicken. Der geht demnächst mit seiner Familie nach Deutschland und soll Shirin mitnehmen. Da Faruk verkauft werden soll, an einen abscheulichen Mann, der vorhat, ihn an ausländische Soldaten zu vermieten, die mit ihm „Spaß“ haben wollen, überredet Shirin ihn, mit ihr zu fliehen. Sie fahren mit dem Bus bis zur Grenze. Faruk trägt zur Tarnung eine Burka. Als er zufällig eindeckt, dass sein Freund Shahin „nur“ ein Mädchen ist, ist er zunächst wütend und es kommt zum Streit, doch dann sieht er ein, wie blöd sein Verhalten war. Die beiden verstecken sich auf dem Laster eines Bauern und kommen so ungesehen über die Grenze, doch der Weg nach Teheran ist noch weit. Faruk hat keinen Pass. Wie soll er nach Deutschland kommen? Als die beiden nach langer Busfahrt bei Shirins Onkel sind, lässt der Shirins Träume vom Studieren in Deutschland jäh zerplatzen. Er sagt, er weiß, was für sie das beste ist, nämlich nach der Schule zu heiraten und Kinder zu kriegen. Da hätte sie ja gleich in Afghanistan bleiben können! Anstatt auch in Deutschland ein Leben in Unterdrückung zu führen, wagt sie lieber die Reise ins Ungewisse mit Faruk … .
Eine beeindruckende Geschichte über ein mutiges Mädchen, packend und berührend!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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