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Mittwoch, 26. November 2014

"Himmelsfern"

Liebe auf Zeit: "Himmelsfern"!

Jennifer Benkau
Himmelsfern
978-3-8390-0143-1
Script 5 Verlag
Alter: 14+

Trotz einer warnenden Stimme in ihrem Kopf steigt Noa in die U-Bahn und die entgleist. Zum Glück verletzt sie sich nur leicht an der Hand, denn ein Junge fällt über sie und rettet ihr so das Leben. Später sucht sie ihren Schutzengel, der spurlos aus dem Krankenhaus verschwand. Sie besucht ihre Oma Elli, die nach einem Schlaganfall im Altersheim lebt. Die Oma liest in letzter Zeit esoterische Bücher, spricht von gefährlichen Vögeln und macht sich Sorgen um ihre Enkelin. Noa kann wegen der verletzten Hand nicht mit ihren Poi (Feuerakrobatik) üben, obwohl sie bald einen Auftritt mit einer Band hat. Bei ihren Sachen aus dem Krankenhaus findet sie das Portmonee des fremden Retters, und eine Katzenfutterquittung führt sie in eine Zoohandlung. Noa findet heraus, dass ihr Schutzengel Stephan Olivier heißt. Bei der Suche nach ihm wird Noa von drei seltsamen, jungen Leuten entführt, Marlon, Corbin und Emma. Ihr Vater ist besorgt, als sie nicht nachhause kommt. Er ist Altenpfleger, und sie haben kaum Geld und wohnen in einer schlechten Gegend. Noas Mutter lebt ein neues Leben in Japan, nachdem Noas Bruder Joel als Baby an plötzlichem Kindstod starb. Noas Entführer halten sie für eine Komplizin von Olivier. Umgekehrt hält Olivier sie für eine Komplizin der Entführer. Sie hat keine Ahnung, wo sie da rein geraten ist. Marlon lässt sie schließlich frei, bleibt aber ständig in ihrer Nähe. Sie erinnert sich, ihn auch schon vorher gesehen zu haben. Er warnt sie vor ihrem angeblichem Retter Olivier, denn der gehört zu den Huntsmen, die Marlon und sein „Volk“ seit Generationen jagen. Ohne es zu wollen verliebt sie sich in ihren Ex-Kidnapper. Noa beobachtet die Raben, die neuerdings im Hof und bei den Schrebergärten auftauchen und gibt ihnen Namen. Sie schreibt Mails an Marlon, hat dafür extra eine Adresse eingerichtet, um ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen. Anfangs schreibt sie, wie sehr sie ihn hasst, doch das ändert sich mit der Zeit. Sie trifft Marlon am Kanal bei der Statue, und er erzählt ihr von Steinen, die singen. Stalkt er sie oder beschützt er sie? Er sagt, dass sein Bruder Corbin in Schwierigkeiten sei und nennt sie Magpie (Elster) anstatt Noa. Auf der Suche nach der vermissten Katze der Nachbarin trifft Noa Marlon in einem der Schrebergärten bei einer Hütte. Sie stellt Fragen, doch an Stelle von Antworten schreibt er ihr eine Geschichte. Es ist eine Art Fantasy-Story über Menschen und Meereswesen. Noa versteht den Zusammenhang nicht. Noah und Marlon sind jetzt irgendwie ständig zusammen. Marlon sieht ihr beim Poi-Training zu und führt sie in ein edles Restaurant aus. Er lernt auch ihre Oma kennen, doch die bekommt eine Panikattacke, als sie ihn sieht. Warum hat sie Angst vor ihm? Noa liest den 2. Teil von Marlons Geschichte und findet in der Hütte auch Bilder, die Marlon von ihr gemalt hat. Als sie eines Tages Joels Grab besucht, hört sie einen Grabstein singen. Dann taucht plötzlich Marlon auf dem Friedhof auf und sie hilft ihm, da er von den Huntsmen verfolgt wird. Marlon sagt ihr, er müsse bald fortgehen, doch wenn man Gefühle für jemanden hat, falle einem die Rückkehr leichter. Sie küssen sich und sie muss erraten, wer und was er ist. Marlon, sein Bruder Corbin und Emma sind Harpien! Um diese alte Rasse ranken sich viele Mythen, doch nicht alle treffen wirklich zu. Harpien können Steine besingen, und sie müssen sich im Alter zwischen 16 und 20 erstmals in Vögel verwandeln, können aber später in ihre Menschengestalt zurück wechseln. Allerdings können sich viele nicht mehr an ihre Zeit als Menschen erinnern und vergessen ihre Freunde. Marlon liebt Noa, doch er will sie nicht als Anker ausnutzen. Noa erfährt auch, dass die Raben auf dem Hof einst Menschen waren. Corbin ist schon 20 und es ist höchste Zeit, dass er sich verwandelt. Er und Marlon warten auf ein Zeichen ihres Schwarms. Der Gesang im Stein wird ihnen den Treffpunkt in der Lammas Nacht weisen. Die erste Verwandlung muss unbedingt unter ihresgleichen stattfinden, sonst besteht die Gefahr einer Panik. Harpyien in Vogelgestalt bekommen oft stressbedingte Infarkte, da ihre Herzen im Vergleich zum restlichen Körper riesig sind. Außerdem müssen sie neu atmen lernen, mit einer Vogellunge, die immer von Luft durchströmt wird. Marlon hat Angst, Noa zu vergessen. Sie schwört ihm, dass sie ihn nie vergessen wird. Ihnen bleibt nicht mehr viel gemeinsame Zeit. Die Chancen für eine gemeinsame Zukunft stehen schlecht. Corbins Freundin wurde vor einiger Zeit von den Huntsmen getötet, denn sie hielten sie für eine Harpyie. Noa und Marlon entdecken ein Kinderlied in einem Stein, eine Botschaft für Olivier von seiner Mutter. Aber würde das nicht bedeuten, dass die Mutter des jungen Huntsman eine Harpyie ist? Die Huntsmen tauchen auf und schießen auf Marlon. Noa bringt ihn nachhause. Obwohl Marlon verletzt ist, macht er sich mehr Sorgen um Corbin, der in letzter Zeit zu sehr unter Stress steht. Sie müssen die Nachricht des Schwarms finden. Bei der Gelegenheit erfährt Noa, dass Marlon für die Stimme in der U-Bahn verantwortlich war. Es war das Echo der Steine, die er besang. Allerdings war er auch an dem Anschlag beteiligt. Marlon und Noa finden ein Steintor in einem Brunnen und begegnen in dem Raum hinter dem Stein Oliviers Mutter. Sie erzählen ihr, dass ihr Sohn jetzt ein Huntsman ist. Zurück in Marlons Wohnung taucht plötzlich dessen Schwester Ebony auf und wird wieder Mensch, nach 10 Jahren als Vogel. Sie sagt Marlon, er könne kein Jahr mehr warten, auch wenn er gern noch mehr Zeit mit Noa verbringen wolle. Ebonys Anwesenheit löst bei Corbin die Verwandlung aus, die dieser nicht überlebt, denn der Schwarm ist nicht da und Corbin bekommt Panik. Marlon und Noa begraben den toten Vogelkörper, damit er nicht den Huntsmen in die Hände fällt, die gerne mal mit toten Harpyien Experimente durchführen. Emma geht fort zu ihrem eigenen Schwarm, denn sie ist kein Rabe. Marlon muss immer noch seinen Schwarm finden und Noa weicht ihm dabei nicht von der Seite. Von den Huntsmen verfolgt, begeben sie sich in Richtung Meer. Noas Vater reagiert am Telefon sehr sauer, als er erfährt, dass sie mit Marlon abgehauen ist, aber er kennt ja die Hintergründe nicht. Werden sie den Schwarm finden? Wird es ein Abschied für immer oder gibt es ein Wiedersehen? Und was wird aus Stephan Olivier?
Eine geniale Fantasy-Liebesgeschichte, die wegen des langweiligen Covers leider viel zu lang ungelesen bei mir herumlag. Dem Cover und dem Klappentext nach hätte ich eher mit einer Engel-Story gerechnet und war mehr als angenehm überrascht!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Mystic City - Tage des Verrats"

Die Saga von Aria und Hunter geht spannend weiter: "Mystic City - Tage des Verrats"!

Theo Lawrence, übersetzt von Andreas Helweg
Mystic City – Tage des Verrats (Band 2)
978-3-473-40110-9
Ravensburger Verlag
Alter: 14+

Aria Rose hat ihre Familie und Manhattan verlassen und lebt nun bei den Rebellen außerhalb der Stadt. Täglich muss sie mit Shannon trainieren, doch kann noch nicht sehr gut kämpfen und ist frustriert. Mit ihrem geliebten Hunter kann sie nur am Bildschirm reden, denn er ist irgendwo anders und sie weiß nicht einmal wo. Die alte Frieda sagt, sie soll Davidas Herz suchen, aber sie versteht nicht, was das heißen soll. Die Farm der Rebellen wird angegriffen, wegen ihr, doch sie kann entkommen. Sie kehrt jedoch in das brennende Gebäude zurück, um den kleinen Markus zu retten und wird dann doch gefasst. Sie landet in der Gewalt ihres Ex-Verlobten Thomas Foster. Die Roses und Fosters sind wieder Feinde, kämpfen sowohl gegeneinander als auch gegen die Rebellen. Hunter hat Videomitschnitte von seinen Gesprächen mit Aria unter die Leute gebracht, auf denen sie sich von ihrer Familie distanziert. Sie wusste jedoch nicht, dass er diese Gespräche aufnimmt und ausnutzt, um die Armen auf die Seite der Mystiker zu ziehen. Thomas ist beunruhigt. Andere Städte könnten von der Rebellion erfahren und Truppen schicken, um das Problem zu lösen und Manhattan danach einfach übernehmen. Er will Aria eine zweite Gehirnwäsche verpassen und sie auf seine Seite ziehen. In letzter Sekunde kommt Turk mit seinem Motorrad durch ein Gemälde, in dem ein Portal verborgen ist, und rettet sie. Sie kommen in einem Versteck unter. Das Haus können nur Mystiker sichtbar machen und es ist durch ein Kraftfeld geschützt. Aria wird von den meisten Mystikern wegen ihrer Vergangenheit abgelehnt. Sie will endlich Hunter wiedersehen. Als es dann passiert, ist sie sauer und stellt ihn zur Rede wegen den Videos. Ist ihm der Krieg wichtiger als ihre Liebe? Wo war er, als sie ihn brauchte? Hunter verkündet, er wolle die Horste zerstören. Das findet Aria nun doch zu extrem. Gemeinsam mit Turk besucht sie ein Lazarett. Er ist ein Heiler, doch auch ihre Anwesenheit spendet den Menschen Trost. Sie lassen sich beide die Haare abscheren, nicht nur wegen der Läuse, wie es die Armen hier tun. Aria will eine Veränderung und Turk macht einfach aus Solidarität mit. Plötzlich ist überall Tränengas. Ein Anschlag auf das Lazarett! Soldaten der Roses suchen nach Aria unter dem Befehl von ihrem Bruder Kyle, der früher süchtig nach Stic war und der neuerdings auf den Propagandavideos der Roses den dicken Max macht. Zum Glück erkennen sie Aria mit der neuer Frisur nicht und sie kann fliehen. Gibt es eine undichte Stelle bei den Rebellen? Aria erhält einen Anruf von Kyle auf ihrem TouchMe. Er will sie treffen, hat Angeblich Infos über Davida. Kommt es vielleicht zu Friedensgesprächen? Er will sich mit Hunter und Thomas treffen, wenn sie vorher ihn trifft. Aria belauscht ein Gespräch zwischen Hunter und Shannon über ein gewisses „Projekt“. Sie redet mit Turk über ihre eiskalten Eltern und wie Hunter sich verändert hat und sie für ihre Ziele benutzt. Turk wird ihr Rückendeckung beim Treffen mit ihrem Bruder geben. Aria fordert dann bei dem Treffen mit Kyle gleiches Recht für alle. Die Mystiker könnten helfen, die Stadt wieder aufzubauen und alle in Horsten leben. Niemand müsste mehr in der Tiefe hausen. Kyle sagt, sie sei verrückt. Er gibt ihr ein Kästchen, das Davida gehörte. Das Treffen entpuppt sich dann aber doch noch als Falle. Aria flieht und versteckt sich bei Lyrica in ihrem unsichtbarem, wandernden Haus. Die Mystikerin Lyrica findet einen mystischen Peilsender in Arias Geist und überträgt ihn auf ihr Medallion. Wer hat Aria diesen Sender verpasst? Hunter hatte doch bei einer Kontrolle zuvor keinen Peilsender gefunden. Zurück im Versteck will Turk sie küssen doch da kommt Shannon rein. Aria muss Davidas Herz finden und in das Kästchen legen, in das „Reliquiar“. Das ist sie ihr schuldig, schließlich starb Davida für sie und Hunter. Sie kauft eine blonde Perücke als Tarnung und eine Schwimmbrille, um im Kanal zu tauchen. Ihre Glatze wird mittlerweile in den Medien als politischen Statement verkauft, als Solidaritätsbekundung mit den Armen. Sie taucht nach Davidas Leiche, erzählt aber Hunter, sie sei bloß schwimmen gewesen. Sie erfährt, dass Hunter Kyle bei dem geplanten Treffen umbringen will, mit einer Bombe! Aria ist wütend. Unschuldige werden sterben. Hunter manipuliert das Haus, dass Aria nicht raus kann, doch Jarek zeigt ihr ein Schlupfloch. Sie sucht den Seemann Donaldio auf, der sich mit Gezeiten und Strömungen auskennt, um die Leiche und das Herz zu finden, doch der Kanal ist plötzlich leergepumpt. Der Befehl dazu kam von Kyle. Sie sucht mit Turk und Jarek auf dem Schwarzmarkt und sie finden tatsächlich das Herz. Kyle und seine Soldaten nehmen sie gefangen und Kyle foltert Turk mit einer Spritze voller Quecksilber, eine Höllenqual für einen Mystiker. Kyle will wissen, wozu das Herz gut ist. Er weiß bislang nur, dass das Herz eines Mystikers mächtig ist. Aria kämpft gegen ihn, und Turk und sie können fliehen. Wieder im Versteck entdecken sie, dass Jarek und die Kühlbox mit dem Herz verschwunden sind. Ist Jarek ein Verräter? Aria erzählt Turk von Hunter und der Bombe und spricht dann über ihren TouchMe zur Bevölkerung, sagt mutig die Wahrheit. Da Jarek im Besitz ihres Medaillons ist, kann Fährtenleserin Shannon ihn aufspüren. Plötzlich stehen sie der Verräterin und abtrünnigen Mystikerin Elissa Genevieve, die für Arias Vater arbeitete, gegenüber. Sie will das Herz. Sie will die Macht! Was soll Aria jetzt tun?
Das offene Ende lässt einen sehnsüchtig auf den 3. Band warten. Leider weiß ich noch nicht, wann der erscheint. Die Beziehung des Traumpaares aus Band 1, „Aria-und-Hunter“, ist ja ziemlich ins Bröckeln geraten und ich nehme an, im nächsten Band heißt es dann „Aria-und-Turk“. Oder kommen Aria und Hunter wieder zusammen? Es bleibt sicher spannend, nicht nur was die Entwicklung der Lovestory angeht.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 19. November 2014

"Schwarze Häuser"

"So behandelt man doch keine Kinder!", lautet das Thema dieser Woche. Die kleinen Helden und Heldinnen in den folgenden 3 Büchern haben es schwer. Uli und ihre Freundinnen machen eine harte Zeit im Kinderheim durch, Mia leidet unter ihrer eiskalten Mutter und Leo versucht, seinem Vater und dem Gefängnis im Keller zu entkommen ... . 

Los geht es mit: "Schwarze Häuser"!

Sabine Ludwig
Schwarze Häuser
978-3-7915-1204-4
Dressler Verlag
Alter: 10+

Großstadtmädchen Uli aus Berlin lebt bei ihrer Oma, da ihre Mutter bei ihrer Geburt minderjährig und unverheiratet war. Immer wenn Oma krank ist, kommt Uli ins Heim. Diesmal wird sie mit einer Reihe anderer Kinder für 6 Wochen in ein Kinderkurheim an der Nordsee verschickt. „Herzlich Willkommen im Kinderkurheim Kiebitz. Ihr seid hier nicht zum Vergnügen, sondern, um Euch zu erholen.“, so spricht Schwester Hildegard zur Begrüßung. Sie ist streng und die Kinder werden dort alles andere als gut behandelt. Ein Arzt untersucht sie nur kurz, als sie eintreffen. Die Kleinen müssen ihre Kuscheltiere wegen der Hygiene abgeben. Die Zimmer sind zugig, die Waschräume eisig. Jeden Mittwoch ist Duschtag. Uli ist mit Fritze (eigentlich Elfriede Klotz), die wie Junge aussieht, der hübschen Freya Freiberg, die zart und irgendwie adelig wirkt und der kleinen Anneliese, die noch am Daumen lutscht, in einem Zimmer. Anfangs ist auch noch die zickige Petra dabei, doch die zieht schon nach kurzer Zeit in ein anderes Zimmer um. Die Mädchen machen aus einem Waschlappen heimlich ein neues Kuscheltier für die kleine Anneliese. Uli mag Freya und ist eifersüchtig, wenn Fritze sich immer dazwischen drängt und außerdem ständig heult. Doch sie weiß, sie braucht gute Freundinnen, um die Zeit im Heim durchzustehen. Das Essen ist eine Katastrophe! Fritze ist Vegetarierin, doch Schwester Hildegard meint, wer kein Fleisch isst wird krank. Es gibt vergorene Milchsuppe, schimmliges Brot mit schillerder Wurst, steinharte Linsen, Bohnensuppe mit Einlage (angebrannt) und Äpfel mit Würmern. Kein Wunder bei 50 Pfennig pro Kind und Tag. Außerdem gibt es Lebertran. Fritze würzt alles mit Cayennepfeffer aus einer Streichholzschachtel, um es überhaupt herunter zu bekommen. Dann kommen die Mädchen auf die Idee, einen Buddeleimer unter dem Tisch zu verstecken, in den sie das eklige Essen verschwinden lassen können. Sie werden immer dünner statt kräftiger. Freya wird sogar öfter mal ohnmächtig. Es wird gegessen was auf Tisch kommt, sonst bekommt man es mit Gewalt reingestopft, bis man kotzt. Fritze erstickt fast an einem Knochen im Hühnerfrikassee. Die Jungs haben es besser. Sie bekommen Brötchen zum Frühstück, da Jungs angeblich eine andere Ernährung mit mehr Kohlehydraten brauchen. Sie werden getrennt betreut von Schwester Waltraud, die ständig aus einer kleinen Flasche trinkt, in der garantiert kein Lebertran ist und die dann besoffen und fröhlich Schifferklavier spielt. Die Kinder müssen regelmäßig ihre Schuhe putzen. Uli hat nur ein Paar Schuhe und die Jacke ist von der Nachbarin geliehen. Ausflüge im Freien finden bei Wind und Wetter statt und machen wenig Spaß. Es ist November und entsprechend kalt. Die anderen müssen die kleine Anneliese tragen oder im Wagen ziehen, weil sie nicht so weit laufen kann. Sie dürfen keine Muscheln sammeln, weil die zu unhygienisch sind, dafür gibt es schlammige Bäder, die auch nichts mit Hygiene zu tun haben. Mittagsschlaf ist Pflicht. Die Mädchen können wegen dem Licht des Leuchtturms nicht schlafen. Die Vorhänge sind zu dünn. Alle haben Heimweh, doch zuhause anrufen ist verboten. Ulis Oma hat auch gar kein Telefon. Die Briefe an Eltern und Verwandte werden zensiert. Fritze nutzt daher gemalte schwarze Häuser als Geheimcode, der sagt: Es geht mir hier nicht gut. Bunte Häuser bedeuten, dass alles in Ordnung ist. Ihr Vater ist Künstler und malt nur Kreise und Quadrate. Die anderen verspotten sie deshalb, auch wegen ihrer Kleidung und ihrem Topfhaarschnitt. Die zickige Petra wird für ihre Hänseleien vom Schicksal mit Läusen bestraft. Anneliese bekommt ihre Haare abgeschnitten, weil sie sie nicht ordentlich gekämmt hat. Für die Adventszeit sollen die Kinder ein Krippenspiel einstudieren. Sie basteln eine goldene Perücke, denn Fritze soll der Engel sein und singen, doch dann bekommt sie Halsweh und es ist fraglich, ob sie auftreten kann. Anneliese spielt ein Schaf. Die ausgehungerten Freundinnen brechen eines Tages heimlich in die Speisekammer ein. Der Beutel mit dem Essen, den sie außen am Haus befestigen, wird jedoch bei einem heftigen Unwetter weggeweht. Als Strafe für den Diebstahl werden sie zum Fenster putzen verdonnert. Fritze schneidet sich dabei, muss aber trotz blutender Hand weiter schrubben. Sie müssen außerdem einen ganzen Kuchen essen, bis ihnen schlecht wird. Eines Tages finden sie einen toten Wal am Strand und klettern darauf herum und Uli bastelt für alle Freundschaftsketten aus Muscheln. Fritze liest die anderen jeden Abend aus einem Märchenbuch vor. Die Geschichte handelt von einer Prinzessin, schwarzen Häusern und bösen Zauberern. Die arme Prinzessin wird im Laufe der Geschichte taub, blind, stumm und gefühllos. Freyas Eltern lassen sich scheiden und sie läuft deswegen weg. Uli und Fritze folgen ihr, während im Heim das Krippenspiel läuft. Die Freundinnen geraten in tödliche Gefahr im Watt … !
Ich hatte beim Lesen total Mitleid mit Uli und ihren Freundinnen und auch mit der Autorin Sabine Ludwig, auf deren Kindheitserinnerungen die Geschichte basiert. Schwester Hildegard hätte ich am liebsten gegen die Wand geklatscht. Wie kann man Kinder nur so behandeln? Bei den Essens-Szenen musste ich echt würgen. Dennoch war ich begeistert von dem Buch. Sabine Ludwig schreibt sonst eher locker-lustige Geschichten, aber die hier ist total interessant und spannend.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Das Reich der Tränen"

Mia flüchtet sich in eine Traumwelt: "Das Reich der Tränen"!

Janine Wilk
Das Reich der Tränen
978-3-522-18389-5
Thienemann Verlag
Alter: 11+

Mia leidet unter ihrer kaltherzigen Mutter. Die wurde selbst als Kind geschlagen und misshandelt und tut nun dasselbe ihrer Tochter an. Sie tut ihr weh, mit dem Kochlöffel und mit Worten. Liebe und Zuneigung? Fehlanzeige! Immer wenn Mia weint, flieht sie in eine Fantasiewelt, die sie „Das Reich der Tränen“ nennt. Schön ist es dort. Sie hat Freunde, ihre beste Freundin Emilyana, den weisen Meister Frowin und natürlich den Kometendrachen Goldiur. Leider gibt es dort auch die böse Königin Zenoide, die sich von Mia bedroht fühlt. Ihr Zauberspiegel sagt ihr, dass Mia mächtiger sei als sie, also fängt sie Goldiur mit einem Netz, peinigt ihn mit Schmerznattern und verschleppt ihn in den Kerker ihres Schlosses. Mia muss ihn befreien, doch nur mit dem Allmächtigen Schlüssel kann sie ins Schloss gelangen. Dieser Schlüssel besteht aus vier Teilen und Meister Frowin gibt Mia den ersten, den Schlüssel der Heimat, mit auf den Weg. Sie begegnet dem Schattenmann, der zwar Dinge berühren, aber nicht bewegen kann. Einst liebte er eine Frau, doch sie vergiftete sein Herz. Zusammen erreichen sie die Stadt Singra im Zweisonnenland und treffen am Fluss den Lach-Yogi. Durch ihn findet Mia ihr Seelenlachen und damit den zweiten Schlüssel, den Schlüssel der Freude. Weiter geht es ins Tal des Blütokles, wo die Kinder den ganzen Tag lernen müssen, ohne Pause, ohne Spaß. Dort lebt Biostinos, ein komischer Kerl in einem Fass, der aber fantastisch erzählen und erklären kann und sicher ein guter Lehrer für die Kinder wäre. Durch ihn entdeckt Mia den Schlüssel der Achtsamkeit. Den Schlüssel der Liebe findet Mia in einer kleinen Siedlung unterhalb von Zenoides Schloss bei Valentina Liebesperle. Valentina findet für alle anderen Menschen die Liebe, nur für sich selbst hat sie noch nicht den Richtigen entdeckt. Mia sieht sofort, dass Valentina zu Herr Flatterherz gehört und bringt die beiden zusammen. Mit dem Allmächtigen Schlüssel macht sie sich auf zum Schloss, doch ihr angeblicher Freund, der Schattenmann, entpuppt sich als Verräter. Kann sie Goldiur jetzt noch retten? Schafft sie es, die Königin zu besiegen?
Wenn Mia gerade nicht im „Reich der Tränen“ ist, muss sie sich der grausamen Realität stellen, in der weit mehr Gefahren lauern, als in ihrer Fantasiewelt. Da sie in der Schule vor sich hin geträumt hat und auch noch ihrer Lehrerin sagte, dass der Unterricht langweilig sei, muss sie einen Brief von ihren Eltern unterschreiben lassen. Von Konzentrationsschwierigkeiten ist darin die Rede und von der Schulpsychologin. Die Lehrerin ahnt gar nicht, was sie ihr damit antut. Mia Mutter rastet natürlich aus. Sie quält Mia mit Leseübungen, bei denen sie kläglich versagt, obwohl sie eigentlich eine Leseratte ist. Mai hat nicht viel Freizeit, muss im Haus mit anpacken, das Bad putzen, die Arbeitsplatte wischen … . Die übliche Reaktion ihrer Mutter: „Das nennst du sauber? Bist du blind oder stellst du dich mit Absicht so ungeschickt an? Geh sofort auf dein Zimmer! Du bist sowieso zu nichts zu gebrauchen.“ Als Mia mit ihrer Mutter zur Schulpsychologin Frau Adam muss, sagt sie nichts Schlechtes über sie, verrät sie nicht. Sie ist gefangen in einem Gefängnis aus Furcht und Angst, dem unberechenbaren Zorn ihrer Mutter ausgeliefert. Sie kann mit niemandem darüber reden, auch nicht mit ihrer besten Freundin Emily. Sie versucht, es ihrer Oma zu erzählen, aber es ist so schwer. Als Mias Golden Retriever Goldi auf den Fußboden pinkelt, macht ihre Mutter sie dafür verantwortlich und schlägt brutal auf Goldi ein. Mia fleht ihren Vater an, ihr zu helfen, nur dieses eine Mal, doch die Mutter wird nur noch wütender und schreit den Vater an. Er soll sie nicht im Stich lassen, alles sei seine Schuld. Die ganzen finanziellen Probleme hätten sie nur, weil er unfähig sei, eine Firma zu führen. Also fügt er sich und hält Mia fest, während seine Frau sie verprügelt. Mia sieht in die Augen ihrer Mutter und weiß, die böse Königin hat einen Weg in ihre Welt gefunden … .
Geschickt werden hier Fantasie und Realität verknüpft. Die Personen, die in Mias Leben eine Rolle spielen, finden sich auch in der Fantasiewelt wieder. Goldi/Goldiur, Emily, Emilyana, Mutter/Zenoide, Vater/Schattenmann … . An der Farbe des Textes (schwarz oder grau) kann man erkennen, wo man gerade ist. Das Thema ist natürlich ziemlich heftig. Für ein Kinderbuch ab 11 fand ich es manchmal etwas too much, aber die Geschichte ist sehr gut und spannend erzählt und hat mich sehr beeindruckt
Viel Spaß beim Lesen!!!

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http://www.ravensbuch.de/shop/item/9783522183895



"Leo und das ganze Glück"

Leo kann froh sein, dass er eine Freundin wie Mei hat: "Leo und das ganze Glück"!

Synne Lea, übersetzt von Maike Dörries
Leo und das ganze Glück
978-3-7891-4180-5
Oetinger Verlag
Alter: 10+

Der zehnjährige Leo hat es schwer im Leben. Er ist leicht behindert, hat ein verkürztes Bein. Sein Vater misshandelt ihn und sperrt ihn nachts im Keller ein. Zum Glück hat Leo seine beste Freundin Mei. Mei ist ebenfalls zehn und die beiden sind Nachbarn. Wenn Leo in der dunklen Nacht des Kellers gefangen ist, ist Mei der Morgen, der ihn befreit. Nachts kommt ihr der Weg zu Leos Haus unglaublich weit vor, am Tag ist es nur ein Katzensprung. Trotzdem schleicht sie sich jede Nacht zu ihm, um ihm aus dem Kellerfenster zu helfen. Da kann er sich gerade noch so durchquetschen. Leos Keller ist ein düsterer Ort. Meis Keller sieht zwar genau gleich aus, genau wie auch der Grundriss des ganzen Hauses gleich ist, doch ihrer ist ein freundlicher Ort mit viel Marmelade. Trotzdem mag Leo da nie runtergehen. Leo ist gern bei Mei und ihrer Familie. Ab und zu ist Mei auch bei Leo. Leos Vater ist immer extrem lieb zu ihr und streicht ihr gern übers Haar. Leos Mutter tritt eher selten in Erscheinung. Mei ist ein sportliches Mädchen und liebt es zu laufen. Am allerliebsten mag sie Steigungen. Leo sucht immer nach schönen Steigungen für sie und überrascht sie dann damit. Zum Geburtstag bekommt Mei ein paar schöne, rote Laufschuhe von ihren Eltern und von Leo eine besonders schöne Steigung. Leo und Mei verbringen viel Zeit im nahegelegenen Wäldchen, wo sie eine Höhle als Versteck haben. Eines Tages bauen sie sich ein Baumhaus im Wäldchen. Jetzt haben sie einen versteckten Platz, der nur ihnen gehört und von dem sonst niemand weiß. Dort sind sie glücklich. Leo schnitzt ihre Namen in den Baum „Mei 3 Leo“, dazwischen eine 3, das ist seine Glückszahl. Außerdem schließen sie Blutsbrüderschaft, so dass sie nichts mehr trennen kann. Leider wärt diese glückliche Zeit nicht ewig. Sie findet ein jähes Ende, als Leos Vater das Versteck entdeckt. Leo ist auf dem Baum, der Vater ist unten, dann liegt Leo neben ihm auf der Erde. Er ist nicht gesprungen. Er ist nicht gestürzt. Er hat sich einfach fallen lassen. Leo liegt im Koma. Mei besucht ihn jeden Tag im Krankenhaus. Sie fleht ihn an, wieder aufzuwachen. In das Gestell seines Krankenbettes ritzt sie die Zahl 3. Leo Vater ist fort und ist bis jetzt nicht wiedergekommen. Leo wacht auf. Jetzt ist alles gut. Leo kann wieder nachhause. Die Kellertür ist nun für immer geschlossen. Von außen ist sie weiß. Das ist Mei noch nie zuvor aufgefallen. Leo geht nun freiwillig in den Keller und Mei fragt sich warum. Mei und ihre Familie machen Urlaub und als sie zurückkommt, ist Leo fort. Dafür ist Leos Vater wieder da. Leos Mutter hält zu seinem Vater und will ihm helfen. Menschen können sich ändern, sagt sie. Leo lebt nun bei einer anderen Familie. Er hat Mei eine Nachricht in ihrem Versteck hinterlassen. Mei findet das unfair. Sie meint, nicht Leo hätte wegziehen sollen. Schließlich schreibt sie ihm einen Brief … .
Vom Äußeren her kommt das Buch ganz locker-leicht daher, von Inhalt her ist es das krasse Gegenteil. Wer sich das nette Cover ansieht, den Titel und den irreführenden Klappentext liest, rechnet mit einer netten Freundschaftsgeschichte. Nicht, dass das Buch jetzt schlecht wäre, aber man wird in keinster Weise vorgewarnt, dass es darin um Missbrauch geht. Genau darum geht es aber! Es wird vielleicht nicht in aller Deutlichkeit beschrieben, aber ich habe schon am Anfang gemerkt, in welche Richtung die Geschichte geht. Schon beim ersten Auftritt von Leos Vater läuteten sämtliche Alarmglocken. Es sind nur Kleinigkeiten, was er zu Leo sagt, wie er ihn berührt … . Dann streichelt er auch noch an Meis Haaren herum. Die ganze Geschichte wird übrigens aus Meis Sicht erzählt, die Leo eine tolle Freundin ist. Insofern ist es schon eine „Freundschaftsgeschichte“, nur eben nicht ganz so wie erwartet.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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