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Mittwoch, 2. Juli 2014

"Butter"

All-you-can-eat bis zum Schluss?: "Butter"!

Erin Jade Lange, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Butter
978-3-499-21244-4
rororo Rotfuchs Verlag
Alter: 12+

Der übergewichtige Butter (sein richtiger Name ist Marshall) wiegt über 200 Kilo und hat Typ 2 Diabetes. In der Schule ist er ein Außenseiter. Seine einzigen Freunde lernt er bei den regelmäßigen Besuchen im „Dicken-Camp“ FitFab kennen, auch seinen besten Freund Tucker. Leider zieht Tucker mit seiner Mutter nach Chicago, wo er ein Internat mit speziellem Sport- und Diätprogramm besuchen wird. Von seinem Vater ignoriert, von seiner Mutter überfüttert („Du musst essen. Du hast Diabetes.“), flüchtet sich Butter oft zu seinem Lieblingsplatz am Rande der Wüste. Früher, als mit seinem Vater alles noch gut lief, waren sie oft gemeinsam dort. Doch sein Vater wollte, dass er Football spielt und war enttäuscht von seinem dicken Sohn. Butter spielt gerne Saxophon und das richtig gut, es klingt bei ihm so weich wie Butter. Sein Lehrer Prof. Dunn drängt ihn dazu, im Schulorchester zu spielen, doch er weigert sich, spielt lieber allein für sich oder manchmal mit Dunn und seiner Band, den BrassBoys. Butter bekam seinen Spitznamen, als ein paar fiese Jungs ihn vor der Salatbar gezwungen haben, eine ganze Stange Butter zu essen. Kaum jemand kennt seinen echten Namen. Im Netz ist er J.P. oder SaxMan. Dort chattet er mit der hübschen Anna, die ihn in der Schule nicht einmal wahrnimmt. Butter ist frustriert und will nicht mehr. Er erstellt die Website ButtersLastMeal.com und verkündet, dass er sich am 31. Dezember dort live zu Tode fressen will. Vorher recherchiert er im Netz, ob das überhaupt möglich ist, so zu sterben, Ja, ist es! Die Reaktion auf seine Seite ist eine völlig andere als Butter dachte. Niemand will ihn davon abhalten, sich umzubringen oder bietet ihm Hilfe an, niemand informiert Eltern oder Lehrer über die kritische Situation. Alle ermutigen ihn, finden es „krass“. In der Schule hat er plötzlich „Freunde“, ein ganz neues Gefühl für ihn. Genau die, die ihn früher gemobbt haben, laden ihn jetzt beim Mittagessen ein, an ihrem Tisch zu sitzen und nehmen ihn sogar mit zum Bowling. Um den Publikumsverkehr auf seiner Seite etwas zu drosseln, führt er das Passwort „Margarine“ ein, das nur einem beschränkten Personenkreis den Zugang ermöglicht. Trotzdem kommen ständig neue Kommentare, Menu-Vorschläge und mehr. Seine sogenannten Freunde wetten, was er essen wird, ob er überlebt oder nicht, wann genau er stirbt etc. . Ganz vorne mit dabei sind Trent und Parker, beliebte Jungs, die auch zu seinen neuen „Freunden“ gehören. Sie erstellen für Butter eine „Löffelliste“, mit Dingen, die er unbedingt noch tun sollte, bevor er den Löffel abgibt. Wieder wird gewettet. Das Einzige, was Butter wirklich interessiert, ist Anna. Er war noch nie mit einem Mädchen zusammen und würde nur zu gerne einmal ihre Brüste anfassen. Anna unterhält sich mittlerweile auch in der Schule mit ihm, dem echten Butter und nicht nur mit J.P. im Netz. Er bietet ihr Nachhilfe an und sie scheint echt nett zu sein, doch gegenüber J.P. äußert sie sich ganz anders über Butter. Sie ahnt ja nicht, dass sich hinter J.P. Butter verbirgt. Butter ahnt, dass er nie eine Chance bei ihr haben wird, dennoch verabredet er sich mit ihr auf der Silvesterparty, als J.P., obwohl er weiß, dass er sie versetzten wird, weil er an dem Tag ja schon etwas „anderes“ vor hat. Als er damals anfing mit ihr zu chatten, nahm er an, er könnte sie wirklich einmal treffen, wenn er erst dünn genug für sie wäre, doch das wird nie der Fall sein. Wirklich? Butter hat abgenommen, ohne es zu merken. Dafür merkt es sein Arzt mit dem unaussprechlichen indischen Namen, den er nur Bean nennt. Er wiegt zwar immer noch über 200 Kilo und die alten Hosen passen auch noch nicht wieder, aber es ist ein Anfang. Seine Mutter macht sich Sorgen, weil er so wenig isst und gar nicht mehr Saxophon spielt, doch sie freut sich, dass er Freunde hat, auch wenn die nie zu Besuch kommen, was sie ein wenig wundert. Butter ist fest entschlossen, seinen Plan durchzuziehen. Auf der Silvesterparty taucht er auf und spielt Annas Lied, das er für sie komponiert hat und enttarnt sich damit als J.P.. Anna ist wütend, als sie die Wahrheit erkennt und Butter verlässt fluchtartig die Party. Er sucht Hilfe bei Dunn, doch der schickt ihn nachhause, begreift den Ernst der Lage nicht. Butter sieht keinen Ausweg mehr. Die Live-Übertragung seiner Henkersmahlzeit beginnt. Er stellt seinen Laptop in Position, spritzt sich eine Überdosis Insulin und frisst dann vor der Kamera eine große Menge Fett, aber kaum Kohlehydrate, eine fatale Kombination, die zu einer lebensgefährlichen Unterzuckerung führt. Er vertilgt einen Karton Eier, eine Menge Würstchen etc., zum Schluss noch eine Portion Erdbeeren, auf die er allergisch reagiert. Schließlich kippt er um, mit einer Stange Butter in der Hand … .
Ein heftiges Buch! Ich kann gut nachvollziehen, wie sich der dicke Butter in der Schule fühlt. Ich selbst habe damals 124 Kilo gewogen und hatte außerdem eine Brille, einen miesen Modegeschmack und so gut wie keine Freunde. Selbstmordgedanken hatte ich jedoch nie. Die Reaktionen auf Butters Website machten mich richtig wütend. Warum unternimmt niemand von Butters „Freunden“ etwas? Titel und Cover sprachen mich zunächst wenig an, doch dann habe ich das Buch in einem Rutsch verschlungen, weil es wahnsinnig gut geschrieben ist.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Das Haus, in dem es schräge Böden, sprechende Tiere und Wachstumspulver gibt"

Hier sind nicht nur die Böden schräg, die ganze Geschichte ist es: "Das Haus, in dem es schräge Böden, sprechende Tiere und Wachstumspulver gibt"!

Tom Llewellyn, übersetzt von Petra Sparrer
Das Haus, in dem es schräge Böden, sprechende Tiere und Wachstumspulver gibt
978-3-522-18339-0
Thienemann Verlag
Alter: 10+

Jacob und Charlie ziehen mit ihren Eltern in ein neues Haus, Haus Tilton. Die Böden sind zwar alle schräg (um genau 3 Grad, denn der alte Tilton hatte ein verkürztes linkes Bein), dafür ist das Haus aber billig. Die Wände sind voller merkwürdiger Kritzeleien, die wie Formeln aussehen. Auch die Nachbarn sind merkwürdig, mit Ausnahme von Lola, mit der sich die Jungs anfreunden. Der Nachbar nebenan mag keinen Kinderlärm und klaut den Kindern die Bälle und Fahrräder vom Rasen, von denen er mittlerweile ein ganzes Lager im Haus hat. Ein anderer redet ständig laut mit sich selbst, meistens vom Krieg. Die Familie richtet sich ein und stabilisiert die Möbel mit Büchern. Da noch Ferien sind, haben die Kinder viel Zeit, das Haus zu erkunden. Auf dem Dachboden gibt es Ratten und der Vater erschlägt eine davon. Die ganze Rattenfamilie trauert um Rattenbaby Jimmy und Mr. Daga, der Rattenvater, der die Sprache der Menschen spricht, ist wütend und will, dass die Menschen sofort verschwinden. Er manipuliert die Stromleitung und hinterlässt Drohnachrichten. Schließlich gibt der Vater der Jungs nach und geht einen Handel mit den Ratten ein. Daga gibt ihm die wertvolle Münzsammlung, die die Ratten auf dem Dachboden gehütet haben und von dem Geld kauft der Vater das Nachbarhaus. Die Ratten ziehen oben ein und vermieten das Erdgeschoss an die Familie Natalie. Mr. Natalie ist ein alter Angelfreund von Jacobs und Charlies Opa und sitzt seit kurzem im Rollstuhl, deshalb ist Erdgeschoss perfekt. Opa wohnt jetzt übrigens auch im Haus Tilton und erzählt den Jungs spannende Geschichten über sein Holzbein. Damals bekam er durch einen Angelhaken im Fuß eine Blutvergiftung und das Bein musste ab. Er bemerkt, dass die Möbel im Haus und sein Holzbein vom selben Hersteller sind, vom Tischler Lennis. Der Vater der Jungs, der im Museum arbeitet, will die bekritzelten Wände fotografieren, bevor er sie streicht, aber er verschiebt es immer wieder. Nur die Außenwände streicht er neu. Jacob und Charlie machen unter dessen die Bekanntschaft von zwei unheimlichen Gestalten. Mr. Ludwig und Mr. Peat arbeiten fürs Beerdigungsinstitut. Sie haben eine rätselhafte Liste und jeder, den sie aufsuchen, stirbt in kurzer Zeit, auch der alte Mr. Natalie. Leider steht auch Charlies Name auf der Liste. Bei Mr Natalies Beerdigung verursachen sie einen Unfall mit Bowle, so dass die Liste nass und unleserlich wird. Auf dem Heimweg wird Charlie beinahe überfahren, aber eben nur beinahe. Ist er jetzt vielleicht sogar unsterblich? Sein Bruder Jacob bekommt die Masern und muss im Haus bleiben. Er geht wieder auf den Dachboden und bricht durch die morsche Decke. Dabei findet er eine Kiste, einen winzigen Schlüssel und einen Umschlag mit Wachstumspulver. Als die Jungs später einen Camping-Ausflug mit Papa machen und auf einer Lichtung voller Moos zelten, die in keiner Karte verzeichnet ist, probieren sie das Pulver aus. Der Schlüssel wächst, das Moos leider auch und es verschlingt sie mitsamt dem Zelt. Sie können sich befreien und fliehen, doch der Schlüssel ist verloren. Bald darauf passiert wieder etwas merkwürdiges, als Papa einen Lichtschalter im Haus repariert. Haus und Veranda werden unsichtbar. Zum Glück kann man die Unsichtbarkeit mit dem Dimmer regeln. Mr. Daga kennt die Leitungen im Haus und hätte das Ganze verhindern können, aber Papa wollte ja keine Hilfe. Dann frisst auch noch Dinky, Mrs. Natalies kleiner weißer Hund, die Reste des Wachstumspulvers und wird immer größer. Schon in klein war er frech und ungezogen, doch jetzt ist er mit seinem Temperament regelrecht gefährlich. Zum Glück kann Mr. Daga die Hundesprache und bringt Charlie ein paar einfache Kommandos bei. Außerdem hilft die kluge Ratte den Jungs, die geheimnisvolle Kiste zu öffnen, die einen Brief von Mr. Tilton enthält. Er war ein komischer Kauz und Forscher, der jahrzehntelang nicht das Haus verließ. Er hatte einen Streit mit seinem besten Freund Hanson, weil sie in die gleiche Frau verliebt waren. Die Frau, eine Schauspielerin ging jedoch fort. Dann steht da noch etwas von einem vergrabenen Körper. War Tilton ein Mörder? Die Kinder trauen sich nicht, im Keller nach einer Leiche zu suchen, dafür finden sie in einem Sack unter einem Busch den Kopf einer Frauenstatue, der berühmten Pandora. Papas Chef ist begeistert und stellt ihn im Museum aus, doch dann schreibt ein Reporter, dass es ein komischer Zufall sei, dass der Kopf ausgerechnet in Papas Garten gefunden wurde und nennt ihn einen Dieb. Der Papa wird vom Chef gefeuert, schreibt Bewerbungen, findet aber keinen neuen Job. Bald werden sie das Haus verkaufen müssen. Dann erzählt der brabbelnde Nachbar was von einem Schatz und die Jungs beschließen, doch einmal im Keller nachzusehen, Leiche hin oder her. Was werden sie wohl finden?
Eine schräge Geschichte über ein schräges Haus und jede Menge schräge Vorfälle in demselben! Skurril witzig und gruselig spannend! Dieses Buch macht einfach Spaß, allerdings muss man den Humor (geht so ein bisschen in die Roald Dahl – Richtung) auch mögen. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Dornenherz - Jedem Ende wohnt ein Anfang inne"

Lass Dich fallen: "Dornenherz - Jedem Ende wohnt ein Anfang inne"!

Jutta Wilke
Dornenherz – Jedem Ende wohnt ein Anfang inne
978-3-649-61370-1
Coppenrath Verlag
Alter: 12+

Annas Geschichte: Anna trauert um ihre Schwester Ruth. Ruth starb bei einem Autounfall, als sie Anna von einer Party abholen wollte. Anna hatte gerade erfahren, dass ihr Freund Nico sie betrogen hat und hat dann auch noch den Bus verpasst. Nach dem Tod ihrer Schwester verändert sich Anna, um ihrer Familie die geliebte Ruth zu ersetzen. Sie hat ihr Hobby, das Zeichnen, aufgegeben, und dafür Ruths Leben, inklusive deren Freund Leon übernommen. Ihre Eltern und sie sitzen beim Essen nur noch schweigend am Tisch und Anna friert innerlich. An Ruths Todestag schafft sie es nicht, mit auf den Friedhof zu gehen. Später geht sie allein dorthin und beginnt wieder zu zeichnen, zeichnet Blumen und Bäume. Dann folgt sie einer Katze, die sie in einen abgelegenen Teil des Friedhofs führt. Dort steht die Statue eines Engels in einem Beet weißer Rosen. Als sie mitten im Beet steht, um nach einer möglicher Inschrift am Sockel zu suchen, wird sie von Aushilfsgärtner Phil vertrieben. Danach muss sie ständig an ihn denken. Aber sie muss doch Leon lieben. Für Leon, für Ruth, für ihre Eltern! Sie trifft Phil auf dem Friedhof wieder und verliebt sich jetzt so richtig. Er ist ganz anders als Leon. Er liest ihr Rosengedichte vor. Bald wird er leider nach England gehen, um Gartenbau, Kunst und Architektur zu studieren. Sie selbst wollte eigentlich auch einmal Kunst studieren. Ruth stand mehr auf Physik, genau wie Leon und ihr Vater. Anna weiß nicht mehr weiter. Nach einem heftigen Gewitter landet sie mit Phil im Schuppen. Sie kommen sich näher, doch sie kann nicht. Sie weißt ihn ab und geht. Mit ihrer Familie besucht sie eine Ausstellung über Auswanderer, an der Ruth vor ihrem Tod mitgearbeitet hat. Nach einem Streit mit Leon und ihren Eltern wird Anna vor einem Bild, das ein Mädchen in einer Gruppe von Auswanderern vor dem Schiff Cimbria zeigt, ohnmächtig. Dieses Mädchen ist damals mit den anderen in der kalten Nordsee ertrunken, genau wie Ruth nach ihrem Unfall im Auto ertrank. Anna erinnert sich plötzlich, dass eigentlich ihr Vater sie damals abholen wollte. Es war seine Stimme am Telefon, nicht die von Ruth, wie sie immer dachte. Ihr Vater gibt sich genauso die Schuld, wie Anna, weil er Ruth damals hat fahren lassen. Schließlich wird Anna sich über ihre Gefühle für Phil klar. Sie begreift, dass man sich fallen lassen muss, um lieben zu können. Sie findet sein Gedichtbuch und darin eine Notiz. Er ist schon unterwegs nach England. Sie folgt ihm zum Flughafen … .
Die Geschichte von Johanna, dem Rosenengel: 1882: Johanna soll ihren Sandkastenfreund Leonard heiraten, obwohl sie ihn nicht liebt. Ihren Vätern geht es um eine geschäftliche Verbindung. Ihre beiden Firmen laufen schlecht und sie planen, nach Amerika auszuwandern, um dort einen Neuanfang zu wagen. Bei der Verlobungsfeier verliebt sich Johanna in Philipp, der die Blumen liefert. Später treffen sie sich wieder und er malt sie im Schuppen. Er möchte Bildhauer werden und erzählt Johanna die Geschichte, wie Michelangelo seinen David schuf. Die beiden lieben sich, obwohl Johanna Leonard versprochen ist. Doch ihre Liebe endet tragisch. Johanna stirbt mit 436 weiteren Menschen, als ihr Schiff von einem englischen Frachter gerammt wird und im Eismeer versinkt. Philipp schafft die Statue des Rosenengels, der aussieht wie Johanna, zum Gedenken an sie.
Die Geschichten von Anna und Johanna werden im Buch parallel erzählt. Die Handlung in der Gegenwart um Anna wechselt sich mit der Kursiv gedruckten Handlung um Johanna ab. Statt einfach Kapitel für Kapitel abzuarbeiten, habe ich sie aber hier getrennt, weil es mir übersichtlicher erscheint. Es gibt jede Menge Parallelen zwischen den Geschichten von Anna und Johanna, nicht nur was die Namen angeht. Annas Geschichte hat jedoch ein Happy End. Eine interessante Mischung! Ich wusste zunächst nicht, was ich von dem Buch halten soll. Beim Klappentext dachte ich an Fantasy, Geister oder so was. Na ja, Johanna ist ja auch so etwas wie ein Geist. Auch ohne Fantasy bietet dieses Buch eine Menge Spannung und Romantik und viel Stoff zum Nachdenken um Leben und Tod. Ich fand es ganz klasse!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 25. Juni 2014

"Ella Fuchs und das Rätsel des fahrenden Inseltheaters"

Alle Mann an Bord?: "Ella Fuchs und das Rätsel des fahrenden Inseltheaters"!

Antonia Michaelis
Ella Fuchs und das Rätsel des fahrenden Inseltheaters
978-3-7891-4273-4
Oetinger Verlag
Alter: 8+

Ferienzeit: Ella ist zurück auf der Insel Usedom, mit ihrem Papa und Herrn Buchenstock, während Mama und Frau Buchenstock ihren Urlaub lieber im sonnigen Süden verbringen. Ella, die unglaublich viel Fantasie besitzt, denkt sich gerade eine neue Geschichte aus, in der sie die Rolle des letzten Feuermädchens Elara spielt, doch schon bald winkt ein echtes neues Abenteuer. Ella muss Nummer Sieben retten. Erinnert ihr Euch? Nummer Sieben war das jüngste Mitglied der Blauen Reiter und hat Ella in ihrem ersten Abenteuer aus der Patsche geholfen. Daher hat sie der Polizei auch nicht erzählt, dass er zur Bande gehörte. Jetzt ist er es, der Ärger hat und Hilfe braucht. Er hat ungefragt das Auto seines Chefs genommen, weil er einem Freund dringend einen Umschlag bringen musste und prompt einen Unfall mit einem Wildschwein gebaut. Ella will ihn zur Sicherheit außer Landes schaffen und das geht am besten mit einem Kreuzfahrtschiff, das bis nach Amerika fährt, also machen sie sich, mit Ellas Freund Jonas und dessen Hund Tiger im Schlepptau, auf den Weg zum Hafen Zinnowitz. Als blinde Passagiere schleichen sie sich an Bord eines Schiffes, das zwar nicht nach Amerika fährt, aber dafür nach Schweden und Dänemark. Ebenfalls an Bord sind der unheimliche Schattengraf, sowie eine Schauspielertruppe, die den „Hamlet“ gibt. Als die Kinder erwischt werden, hilft ihnen der Schattengraf und gibt sie als seine eigenen Kinder aus. Sie werden zu Tim, Tom und Tina Thule. Warum hilft der Graf ihnen? Und warum hat er zufällig passende Pässe im Gepäck? Es ergibt sich, dass sie auch im Hamlet mitspielen dürfen, da Schauspieler Andreas nicht genug Leute hat. Seine Kinder, die eingebildete Glitzerprinzessin Anastasia und der taubstumme Amadeus spielen auch mit. Nummer Sieben, der den Laertes spielt, verknallt sich total in die Ophelia, doch die junge Schauspielerin hat leider einen Verlobten in Polen. Jonas und Tiger mimen die bellenden Untertanen und Ella übernimmt die Rolle des Bademeisters Polonius. (Wo bitte gibt es denn einen Bademeister im „Hamlet“ ;-)?) Ellas Vater und seine Freunde suchen inzwischen verzweifelt nach ihr. Sie hatte doch versprochen, keinen Zirkus mehr zu machen. Tut sie ja auch nicht. Genaugenommen macht sie jetzt Theater. Der fröhliche Herr Minke, der so gerne Hände schüttelt und ein bisschen anders ist als die anderen Erwachsenen, hat gehört wie Ella von einem Schiff sprach. Auf diesem Schiff ist übrigens irgendwas faul. Hat es mit dem Schattengraf zu tun? Warum trägt er einen falschen Schnurrbart? Oder sind es die Schauspieler, die nicht ganz koscher sind? Bei Proben an der Steilküste mit überraschend scharfen Theaterdegen fällt Nummer Sieben beinahe in den Abgrund. Dann tauchen auch noch zwei Polizisten in Zivil auf dem Schiff auf und durchwühlen die Theaterkisten. Was suchen sie? Diebesgut oder vielleicht Ella und ihre Freunde? In der Hinsicht lassen sie sich jedenfalls durch die falschen Pässe täuschen. Die erste Aufführung von „Hamlet“ wird ein Erfolg, wenn man mal davon absieht, dass der Ärmel von Anastasia, die den Geist spielt, anfängt zu brennen und das Ella über Bord geht. Der Schattengraf hat jedenfalls etwas Königliches an sich und spielt den Claudius als sei er dafür geboren. Ist er vielleicht ein echter König? Weiter geht es zur nächsten Aufführung nach Hiddensee. Da stürmt es gewaltig und die Bühne ist eigentlich für ein Puppentheater gedacht, aber was soll's. Hier trifft Ella Herta Alberta, besser bekannt unter dem Namen Pandora, wieder, die die Zukunft aus Schneekugeln vorhersagt und aus Speisekarten liest. Die findet ihr Zeltlager langweilig und schließt sich kurzerhand Ella und Jonas an. Sie hilft ihnen auf dem Leuchtturm den verschollenen Nummer Sieben wiederzufinden. Der ist betrunken und unglücklich verliebt ins Wasser gefallen und hat sich den Knöchel verletzt. Trotzdem spielt er weiter tapfer im Stück mit. Dann kommen sie nach Ystad. Ystad ist gar nicht gut, findet Ella. Als Tochter einer Krimi-Leserin weiß sie natürlich, dass da überall Mörder herumlaufen und ein gewissen Kommissar „Wandkalender oder so ähnlich“ hier ständig Leichen findet. Der Schattengraf entfernt in einem Hotel eine Seite aus dem Gästebuch, auf der ein Foto von ihm klebt. Was hat es damit auf sich? Ellas Vater ist inzwischen mehr als besorgt. Die Polizei teilt ihm mit, die Kinder seien nicht auf dem Schiff. Nein, die haben inzwischen ein Boot gestohlen und verstecken sich vor der Polizei in einer Höhle irgendwo an der dänischen Küste. In einem Museum macht Ella eine wichtige Entdeckung und Pandora macht zurück an Bord eine Andeutung, bei der jemand Panik bekommt. Derjenige denkt, er sei aufgeflogen. Was wissen die Kinder? Wer ist der Bösewicht? Der Graf scheint ganz andere Sorgen zu haben. Als die Polizei an Bord etwas entdeckt, verdächtigen sie Nummer Sieben, wegen seiner kriminellen Vorgeschichte. Ella kann das jedoch nicht hinnehmen und will seine Unschuld beweisen. Ihre Ermittlungen bringen sie und ihre Freunde in Lebensgefahr. Sie werden mit einer Pistole bedroht, in einem Schlauchboot ausgesetzt und stranden auf einer einsamen Insel, die nur von Trottellummen bewohnt ist. Wer wird sie jetzt retten?
Eine wunderbare Fortsetzung! Ich liebe Ella Fuchs!!! Vor allem Ellas Notizen zu ihrer Feuermädchen-Story, in denen sie die Realität ein klein wenig ihrer Fantasiewelt angleicht, sind einfach göttlich. Wer den ersten Band noch nicht kennt („Ella Fuchs und der hochgeheime Mondscheinzirkus“) sollte das ganz dringend nachholen, bevor er sich in dieses Abenteuer stürzt.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Tödliche Träume"

Krimi meets Mystery! Willkommen im IPP: "Tödliche Träume"!

Marliese Arold
Tödliche Träume
978-3-8415-0266-7
Oetinger Taschenbuch Verlag
Alter: 13+

Der sechzehnjährige Andy hat seit seiner Kindheit Visionen. Als er im Traum die Leiche der kleinen Alice sieht, macht er einen Anruf bei der Polizei und führt sie an die Stelle, wo Alice liegt. Leider gerät er dadurch selbst in Verdacht, das Mädchen getötet zu haben und natürlich glaubt ihm keiner seine Geschichte. Jetzt ist Andy im IPP (Institut zur Erforschung parapsychologischer Phänomene), wo Jugendliche für spezielle Aufgaben, z.B. für den Geheimdienst ausgebildet werden. Nach außen ist es jedoch die „Oakwood-Schule für Begabte“. Andy ist nicht der einzige Neue hier. Da ist noch Rebecca, die Geister sehen kann und immer ihre tote Freundin Jennifer im Schlepptau hat, die bei einem Reitunfall starb. Als kleines Mädchen konnte sie ihre toten Eltern sehen und mit ihnen sprechen, aber später leugnete sie ihre Gabe, um normal zu wirken. Seitdem haben sich ihre Eltern ihr nicht mehr gezeigt. Zu Rebecca ins Zimmer kommt die ebenfalls neue Laura. Laura kann ihren Körper verlassen (Out-of-Body), außerdem spielt sie auch noch ausgezeichnet Gitarre. Zum Schluss ist da noch Jeff. Jeff ist ein Telekinet, hat aber große Probleme damit, seine Fähigkeiten zu kontrollieren. Er ruiniert dadurch die Computer in der Schulbibliothek und hat dort fortan Hausverbot. Außerdem bringt er versehentlich eine Saite von Lauras Gitarre zum reißen. Laura mag Jeff trotzdem, sogar sehr. Andy hat unterdessen eine weitere Vision, in der er das tote Mädchen Philippa sieht. Der Mörder hat also wieder zugeschlagen. Geisterseherin Rebecca hat ganz andere Probleme. Bei den Tests im Labor bekommt sie einfach keinen Kontakt zu Jenny. Der trotzige Geist weigert sich, sich zu zeigen. Sie befürchtet, die Professoren könnten deshalb glauben, ihre Gabe sei reine Erfindung und ist sehr frustriert deshalb. Die Jugendlichen vom IPP gehen immer zum Entspannen nach Riverside ins Café „Bill's Corner“ zu dem netten Bill und seinem lustigen Papagei Manolo. Dort schmieden sie auch Pläne, als Andy eine weitere Vision hat, in der er seine kleine Schwester Linda in einem Sarg liegen sieht. Er macht sich große Sorgen und bittet Rebecca um Hilfe. Die bittet daraufhin Jenny, in der Geisterwelt nach den toten Mädchen zu suchen und sie nach ihrem Mörder zu befragen. Ein weiteres Mädchen, Mary-Ann, wurde inzwischen ermordet und der Mörder ist immer noch nicht gefasst. Die Polizei ermittelt noch und die DNS-Tests laufen. Erste Spuren weisen auf die Familie Patterson hin, die ein Bestattungsinstitut betreibt. Deren Sohn Hank ist vor Jahren verschwunden und gilt seither als tot. Ist er vielleicht doch noch am Leben? Oder ist jemand anderes aus der Familie der Mörder? Es gelingt den Freunden über Rebacca und Jenny Kontakt mit der verstorbenen Alice aufzunehmen, doch sie verstehen nicht, was sie über den Mörder sagt. Ihre Hinweise ergeben einfach keinen Sinn. Ein Schal? Professor Rutherford ist gegen die Ermittlungen seiner Schützlinge. Er hält sie noch für zu wenig ausgebildet, um selbstständig einen Fall zu lösen und sie allein nach Hartford fliegen lassen, will er erst recht nicht. Also tritt Pan B in Kraft. Laura soll mithilfe ihres Astralkörpers nach Hartford reisen. Andy beschreibt ihr den Weg und Laura gelangt zur Werkstatt der Pattersons. Sie muss hilflos mitansehen, wie Andys Schwester Linda dem Mörder in die Hände fällt. Der zwingt sie, ein weißes Leichenhemd anzuziehen und schminkt sie wie eine Prinzessin. Noch ist Linda am Leben, aber die Zeit drängt. Kann sie noch rechtzeitig gerettet werden?
Ein gelungener Fantasy-Krimi-Mix für alle, die es übersinnlich mögen! Das als Internat getarnte IPP hat mich ein bisschen an die Schule der „X-Men“ erinnert und der Rest hatte ein bisschen was von „Ghost Whisperer“ und Co.. Es gibt bereits einen 2. Band („Gefährliche Stille“), in dem es spannend weitergeht.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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