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Mittwoch, 10. Dezember 2014

"Draußen wartet die Welt"

Eliza entdeckt ein völlig anderes Leben: "Draußen wartet die Welt"!

Nancy Grossman, übersetzt von Doris Hummel
Draußen wartet die Welt
978-3-570-40215-3
cbt Verlag
Alter: 12+

Die sechzehnjährige Eliza Miller kennt weder MTV noch Facebook. Sie lebt in einer traditionellen Amisch-Gemeinde in Iowa. Sie und ihre Familie empfangen Fremde, die sie die „Englischen“ nennen, höflich, servieren ihnen bei Besuchen traditionelles Essen und verkaufen ihnen Quilts. Die „Englischen“ stauen über alles, was es hier nicht gibt. Eliza ist gerade im Rumspringa-Alter (Da dürfen die Jugendlichen in die Welt hinausziehen, alles entdecken und ausprobieren und entscheiden danach, ob sie getauft und zur Gemeinde gehören wollen), aber ihre Mutter will sie vor der Welt beschützen. Eliza hat zwar einen Job in einer Pension außerhalb, wohnt aber weiterhin zuhause. Sie und ihre Freunde dürfen Partys in der Scheune feiern, dabei auch mal Jeans tragen, Limo trinken und Musik hören, doch Eliza will mehr. Mrs. Aster, die Gast in der Pension ist, bietet ihr einen Job als Kindermädchen bei sich in Chicago an. Sie hat zwei Kinder, den achtjährigen Ben und die fünfjährige Janie. Eliza hat schon Interesse. Sie will gern die Welt sehen und Neues kennenlernen und versucht, ihre Eltern zu überzeugen. Ihre Mutter ist dagegen. Sie selbst arbeitete in Elizas Alter als Schneiderin in der Stadt, aber sie kam zurück und Elizas älterer Bruder arbeitete in der Stadt als Schreiner. Sie sagen: Wir leben in unserer Welt und sie in ihrer. Ihr Vater ist etwas aufgeschlossener. Eliza hat einen Freund namens Daniel, den sie sehr mag und er möchte gern mit ihr zusammen sein. Sie erzählt ihm von ihren Plänen, und er ist nicht besonders begeistert. Aber wenn ihre Eltern weiterhin stur bleiben, braucht er sich da sowieso keine Sorgen zu machen. Eliza türmt eines Tages, für alle überraschend, vom Sonntagsgottesdienst, denn sie fühlt sich plötzlich so eingeengt. Ihre Eltern geben jetzt doch nach. Besser sie lassen sie gehen, als dass sie wegläuft. Sie reden mit Mrs. Aster, und Eliza darf nach Chicago gehen. Vorher kauft sie sich im nächsten Walmart „normale“ Kleider für die Reise statt Kleid, Schürze und Kapp (die traditionelle Haube). Sie hat zwar durch die Arbeit in der Pension und die Gäste, die ihre Familie immer am Donnerstag empfängt, schon von Haartrocknern, Geschirrspülern, SMS und Filmen gehört, aber noch nie selbst so gelebt und ist ganz schön aufgeregt. Alles ist neu, alles ist das erste Mal für sie, und es beginnt alles mit ihrer ersten Autofahrt. Mrs. Asters Mann erweist sich als sehr nett, doch die Kinder sind von Eliza irritiert und können mit ihren Gastgeschenken, einer Puppe ohne Gesicht und einer Holzeisenbahn ohne technische Spielereien, nichts anfangen. Die Kinder spielen lieber Mario Kart mit ihrem Nindento und einem gigantischen Flachbildschirm. Überall hängen Fotos, noch etwas, das Eliza von zuhause gar nicht kennt. Amische lassen sich nicht fotografieren, denn sie glauben, dass das ihnen die Seele raubt. Deshalb haben ihre Puppen auch keine Gesichter. Eliza bekommt ein schönes, eigenes Zimmer. Mrs. Asher zeigt ihr den Computer, erklärt ihr das Textverarbeitungsprogramm und wie E-Mails funktionieren. Willkommen im www! Eliza steht früh auf, da sie es nicht anders gewohnt ist und macht für alle Pfannkuchen, doch leider sind sie Ashers nicht sonderlich begeistert. Die Kinder wollen lieber Frosties, die Milch schmeckt hier wie Wasser und gekocht wird fast nur in der Mikrowelle. Der erste Einkauf im Supermarkt ist mehr als seltsam für Eliza. Dank all der modernen Technik um sie herum, vom elektrischen Licht bis hin zum Wäschetrockner, hat sie im Haushalt kaum etwas zu tun. Müßiggang ist ihr fremd. Der kleine Ben erklärt ihr die Baseballregeln und ist erstaunt, wie schnell sie lernt. Eliza lernt den netten Nachbarjungen Joshua kennen, als der zum Rasenmähen kommt. Er erklärt ihr alles über Musik, Rock, Pop, Jazz etc., und wer dieser John Lennon auf seinem T-Shirt ist. Sie hören CDs oder teilen sich die Ohrstöpsel von seinem iPod. Josh arbeitet im Apple Shop (Eliza denkt, das sei ein Obstladen) und spart für ein Auto. Er lädt sie auch ins Kino ein und hat noch zwei Freunde dabei, Greg und Valerie. Eliza ist vom Kino überwältigt. Sie verabredet sich mit Valerie zum shoppen und Valerie zeigt ihr das Einkaufszentrum und wie man sich schminkt. Eliza schreibt all das in ihren Tagebuch-Ordner. Sie schreibt auch an Familie und Freunde, erzählt aber nur ihren Freundinnen von Josh. Dann bekommt sie einen Brief von ihrer Mutter, in dem steht, sie solle eine gewisse Beth Winters aufsuchen. Sie fährt mit Josh in die Innenstadt, sieht erstmals die Hochbahn (und begegnet erstmals Obdachlosen). Beth entpuppt sich als ihre Tante! Sie wird gemieden, denn sie verließ die Gemeinschaft, nachdem sie getauft wurde, wegen John, den sie liebte. Daniel besucht Eliza und will, dass sie zurückkommt, doch Eliza hat sich in Josh verliebt. Sie küssen, tanzen und kuscheln im Auto. Er will, dass sie bleibt und sie sagt ja, ist aber hin und her gerissen. Zu Mrs. Asher sagt sie, sie seien nur Freunde. Eliza möchte gern noch länger bleiben und schreibt einen Bittbrief an ihre Eltern. Daraufhin kündigt ihrer Mutter ihren Besuch an. Beim Tagebuch-schreiben findet sie ganz hinten ein paar versteckte Seiten aus dem Tagebuch ihrer Mutter. Die verliebte sich beim Rumspringa damals in einen Jungen, Matthew, und wurde schwanger, doch sie kam zurück und heiratete Amos. Elizas Schwester Margaret wuchs als sein Kind auf. Eliza ist überrascht über die Geheimnisse in ihre Familie. Ihre Mutter und Beth sehen sich endlich wieder und die Mutter verbringt 6 Tage mit ihnen. Sie erlaubt Eliza bis November zu bleiben und auch mit Josh offiziell zu gehen, aber mit den selben Grenzen, wie wenn zuhause ein Junge um sie werben würde, also kein Sex! Die Schule beginnt wieder und sie sieht Josh nur noch am Wochenende. Gern würde auch sie die Schule kennenlernen. Josh lädt sie zum Homecoming-Ball ein. In ihrem blauen Ballkleid wird sie zum ersten Mal fotografiert. Nach dem Ball gibt es eine Übernachtungsparty bei Valerie, bei der zur ihrer Überraschung auch Jungs sind. Sie macht bei einem Trinkspiel erste Erfahrungen mit Alkohol und genießt es, einfach dazuzugehören. Es folgt der erste Kater, eine Lektion auf harte Tour. An Halloween trägt Valerie Elizas Amisch-Kleid als Kostüm, was Eliza sehr verletzt. Dann entdeckt sie etwas auf Mrs. Ashers PC, das alles noch schlimmer macht. Was soll sie jetzt tun?
Ein wundervolles Buch! Ich konnte so richtig eintauchen in Elizas Welt und meine eigene mit ihren staunenden Augen neu entdecken!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Gated - Die letzten 12 Tage"

Blindes Vertrauen?: "Gated - Die letzten 12 Tage"!

Amy Christine Parker, übersetzt von Bettina Münch
Gated – Die letzten 12 Tage
978-3-423-76098-0
dtv Junior Verlag
Alter: 14+

Als die heute siebzehnjährige Lyla fünf Jahre alt war, verschwand ihre ältere Schwester Karen beim Spielen vor dem Haus in New York spurlos. Das war kurz vor dem 11.9.2001, und die Polizei hatte daher bald Besseres zu tun, als nach ihr zu suchen. Den Eltern bleiben nur Karens Wildlederschuhe, die sie wie einen Schatz hüten. Sektenführer Pioneer ist der Einzige, der für die Familie da ist und ihnen Halt gibt. Sie ziehen mit ihm und anderen in eine Wohnwagensiedlung und gründen die Gemeinde „Mandrodage (ein Anagramm von Armageddon) Meadows“. Dort bauen sie ein riesiges, unterirdisches Versteck, das sogenannte „Silo“ und auch Häuser an Oberfläche. Sie sind die Auserwählten, die den kommenden Weltuntergang überleben werden. Die Erdrotation wird sich bald umkehren und alle anderen werden sterben. Nur sie werden dann nach fünf Jahren von den „Brüdern“ (Außerirdische?) aus dem Bunker befreit werden. Lyla glaubt fest daran. Der charismatische Pioneer unterrichtet die Kinder in seiner Lehre, die teilweise auf der Bibel, „Arche Noah“ und dergleichen, basiert. Beim Kinoabend sehen sie manchmal dystopische Filme wie „Day after Tomorrow“ oder „Terminator“. Kontakt zur Außenwelt gibt es kaum. Die Familien fahren je nur zweimal im Jahr (abwechselnd) in die Stadt, um Vorräte zu besorgen. Die Kinder der Gemeinschaft sollen mit achtzehn Jahren heiraten, und die Paare hat der Pioneer bereits bestimmt: Lyla und Will, Marie und Brian … . Es gibt tägliche Schießübungen. Sie müssen sich schließlich verteidigen, falls die Nicht-Auserwählten das Silo stürmen sollten, wenn der Weltuntergang kommt. Lyla schießt immer nur auf Knie der Holzfiguren und wird von Pioneer getadelt. Eines Tages kommt die Polizei und überbringt einem der Gemeindemitglieder die Nachricht von seinem Todesfall in der Familie. Auf dem Rücksitz des Streifenwagens sitzt Cody, der Sohn des Sheriffs. Lyla soll ihm alles zeigen, aber er darf das Silo unter dem Obstgarten nicht entdecken. Sie zeigt ihm also das Klubhaus, den Pool und den Pferdestall. Sie fühlt sich sehr zu Cody hingezogen, ganz anders als zu Will, bei dem alle Zärtlichkeiten immer nur von ihm aus gehen. Doch Cody ist einer von draußen! Sie verabredet sich heimlich mit ihm, für den Tag, wenn sie das nächste Mal wieder mit ihren Eltern in die Stadt kommt, obwohl sie weiß, dass das verboten ist. Ihre gleichaltrigen Freunde sind auch nicht immer mit den Regeln der Gemeinschaft hundertprozentig einverstanden. Sie treffen sich eines Nachts heimlich, um Musik zu hören, zu tanzen und zu knutschen, wie die Kids von draußen.
Doch dann geht der Alarm los und alle außer ihnen sind im Silo und die Tür ist zu. Sie sind verzweifelt. Pioneer sagt, das sei nur Übung gewesen. Im Ernstfall wären sie jetzt tot. Er muss immer wissen, wo sie sind und sie müssen ihm gehorchen. Für ihren Ungehorsam werden sie mit dem Joch bestraft und müssen Eimer schleppen, bis ihr Nacken blutet und glauben auch noch, es verdient zu haben. Bei der nächsten Versammlung zeigt Pioneer ihnen auf dem Bildschirm die „aktuellen“ Nachrichten, die er geschickt zusammengeschnitten hat. Der Tsunami in Thailand, das Erdbeben in Japan und Hurrikan Katrina, das alles sei in letzten Tagen geschehen, nicht in den letzten Jahren. Sie müssten schon in zwölf Tagen ins Silo gehen. Das Ende ist nah! In den nächsten Tagen stellen sie Möbel zum Verkauf her, um mehr Vorräte kaufen zu können. Lyla kommen erste Zweifel. Aber als sie diese Marie im Pool offenbart, ist die total entsetzt. Die Jugendlichen feiern eine letzte, heimliche Party mit Cola und verbotenen Zeitschriften. Marie vermisst ihren Bruder, der die Gemeinde verließ und hofft, ein Bild von ihm in diesen Zeitschriften zu finden, da er doch nun sicher reich und berühmt ist. Ein Arbeitsplan wird erstellt und der letzte Einkauf steht an. Lyla sieht Cody im Walmart, wo sie für Marie heimlich Klatsch-Zeitschriften und Liebesromane kaufen soll. Es kommt zu einem Unfall auf dem Parkplatz, als Lyla den Einkaufwagen zurückbringt und sie landet mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus. Die Ärzte wundern sich über die verdächtige Nackenverletzung und vermuten Misshandlung. Cody besucht sie, und seine Schwester, die im Krankenhaus arbeitet, schmuggelt sie heimlich raus zu ihm, damit sie ungestört reden können. Er sagt ihr die Wahrheit über angebliche Naturkatastrophen und erzählt, dass sein Vater, der Sheriff, herausgefunden hat, dass Pioneer im Gefängnis war. Lyla kann und will ihm nicht glauben. Der Sheriff hat auch angekündigt, demnächst eine Razzia wegen unerlaubter Waffen, die er bei der Sekte vermutet, durchzuführen. Pioneer holt Lyla schon am nächsten Tag überstürzt aus der Klinik. Sie müssen alle am Tag darauf ins Silo. Lyla wacht nachts durch Schreie auf und sieht, wie die Männer, unter ihnen auch ihr Vater, alle Tiere töten und verbrennen, auch Lylas geliebtes Pferd Indy. Sie ist entsetzt, und es kommt zur Konfrontation mit Pioneer, der sie im Kerker des Silos einsperrt. Draußen gibt es einen Kampf mit den Leuten des Sheriffs, der mit dem ATF anrückt. Es gibt Tote und Verletzte. Will besucht Lyla im Kerker, aber glaubt ihr nicht, als sie ihm die Wahrheit sagt. Erst recht nicht, als sie ihm von Pioneers Planänderung erzählt. Der Wahnsinnige will alle umbringen! Er stellt die Luftzufuhr im Silo ab. So werden sie die „Brüder“ im Jenseits treffen. Kann Lyla aus dem Kerker entkommen? Was wird aus den anderen?
Ein spannender Roman, ganz ohne Fantasy, der mich bis zum Schluss gefesselt hat! Manchmal hätte ich Lyla am liebsten geschüttelt, damit sie endlich aufwacht. Andererseits stellt es Pioneer auch sehr geschickt an, seiner Gemeinde seine eigene Wahrheit zu verkaufen. Lylas erste Liebe spielt natürlich auch eine entscheidende Rolle in der Geschichte. Am Ende wird es dann richtig dramatisch und ich konnte das Buch gar nicht mehr weg legen!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 3. Dezember 2014

"Graf Koriander bleibt kleben"

Heute gibt es mal wieder Lesefutter für die jüngeren Leser!

Den Anfang macht der freche Gnomold Graf Koriander: "Graf Koriander bleibt kleben"!

Andrea Schütze
Graf Koriander bleibt kleben
978-3-7641-5005-1
Ueberreuer Verlag
Alter: 8+

Die Familie Kramer zieht mit den Zwillingen Jette und Justus und dem Hund Wenzel in das alte Pförtnerhäuschen beim Schloss. Die Eltern werden künftig im Schlosshotel arbeiten und sind ganz begeistert von ihren neuen Zuhause. Die Kinder waren jedoch gegen den Umzug und würden am liebsten gleich wieder abreisen. Außerdem ist das Haus eine renovierungsbedürftige Bruchbude. Sie ahnen ja noch nicht, was für ein Abenteuer ihnen hier bevorsteht. Sie sind nämlich nicht die einzigen im Pförtnerhaus. Hier wohnt schon jemand, und zwar der Gnomold Graf Koriander. Für alle, die nicht wissen, was ein Gnomold ist: Ein Gnomold ist ein Wesen, halb Gnom, halb Kobold. Und eben dieser Gnomold fühlt sich durch die Menschen im Haus gestört. Er ist nämlich damit beschäftigt, nach einem Rezept für Unsichtbarkeit zu suchen. Gut versteckt lebt er in einer geheimen Höhle hinter einer Truhe im Keller. Um die Menschenplage loszuwerden, beginnt er zu spuken und Streiche zu spielen. Am nächsten Morgen leuchtet Jettes Zimmer neongrün, Hobby-Mineraloge Justus finden in seinem Zimmer einen Elfenstein, Hund Wenzel ist mit einem lustigen Sternchenmuster bemalt und im Elternschlafzimmer herrscht ein Chaos aus Federn, als hatte Frau Holle persönlich gewütet. Und wer wird für das Chaos verantwortlich gemacht? Natürlich, die Kinder! Die sind natürlich richtig neugierig, wer wirklich dahintersteckt. Sind Gespenster im Haus? Und was ist im Keller los? Die Eltern glauben, da unten sind Ratten, aber die Kinder finden Gespenster viel interessanter. Also gehen Jette und Justus auf Geisterjagd. Justus findet es blöd, dass Jette gleich das Kommando an sich reißt. Nur, weil sie ganze fünf Minuten älter ist, will sie immer bestimmen. Wie sollen sie denn nun den Geist aufspüren? Nachts gibt es merkwürdige Geräusche im Haus, aber es ist nichts zu sehen. Und wenn es nun doch gar kein Geist ist, sondern ein Einbrecher? Die Kinder stellen dem Unbekannten eine Falle und wollen die nächtlichen Geräusche heimlich mit dem alten Kassettenrecorder aufnehmen. Tatsächlich ist auf dem Band etwas zu hören. Sie beschließen, den spukenden Geist, der sie offensichtlich loswerden will, hereinzulegen, indem sie laut behaupten, dass sie bald wieder ausziehen werden. Graf Koriander denkt, er hätte gewonnen, bis die Kinder plötzlich den Zugang hinter der Truhe entdecken und Hund Wenzel in seinem geheimen Zuhause herumschnüffelt. Ausgerechnet jetzt klebt der Gnomold in seinem neuesten Rezept fest. Sein Großvater hat ihn immer gewarnt, sich niemals von Menschen „retten“ zu lassen, sonst würde er seine Retter nett finden und immer mit ihnen zusammen sein müssen. Also stellt Graf Koriander sich so „puppig“ wie nur möglich. Wenzel schleppt die unheimliche „Puppe“ zu den Kindern und so fällt er Jette in die Hände, die dem schmutzigen Ding erst einmal neue Puppenkleider anziehen will, doch der Gnomold macht sich so steif, dass ein Kleiderwechsel unmöglich scheint. Also beschließt Jette, ihn einfach komplett in die Waschmaschine zu stecken. Miniprogramm 40 Grad dürfte reichen. Und schon befindet sich der arme Graf Koriander in Seenot. Als Jette ihn „rettet“, ist der Schaden angerichtet. Jetzt muss er nett zu ihr sein, obwohl er das gar nicht will. Jette zeigt ihn Justus, der zunächst seinen Augen nicht traut. Natürlich müssen die beiden ihren neuen Freund vor den Eltern geheim halten. Doch was passiert, wenn ein hungriger Gnomold die Küche mit Mehl verwüstet und als Entschuldigung den Frühstückstisch mit Kartoffelchips und Sardinen deckt … ?
Lustiges Lesefutter für Fans von Pumuckl und Co.! Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert! Es ist total witzig, wenn Graf Koriander höflich sein muss und immer nette Dinge sagt, auch wenn er das überhaupt nicht will. Wie es mit dem kleinen Gnomold weitergeht, erfahrt Ihr im 2. Band, wenn es heißt: „Graf Koriander lernt fliegen“.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Benjamin Wood, Beastologe - Die Suche nach dem Phönix"

Fabeltieren auf der Spur: "Benjamin Wood, Beastologe - Die Suche nach dem Phönix"!

R.L. LaFevers, übersetzt von Tanja Ohlsen
Benjamin Wood, Beastologe – Die Suche nach dem Phönix
978-3-570-15272-0
cbj Verlag
Alter: 8+

Seit seine Eltern verschollen sind, lebt der Junge Benjamin Wood bei seiner Gouvernante Miss Lumpton. Benjamins Eltern waren Forscher, die im Jahr 1928 mit dem Luftschiff Italia im Eis abstürzten. Nun soll Ben umziehen, zu einem Verwandten namens Phil A. Wood und steigt mit seinem Koffer und seinem geliebten Skizzenbuch in der Zug. Als er in seinem neuen Zuhause ankommt, erwartet ihn eine Überraschung. Der Onkel ist eine Tante! Tante Philomena, kurz Phil genannt, wohnt in einem seltsamen Haus, in dem überall Karten an den Wänden hängen. Ben staunt nicht schlecht, als auf den Dodo Cornelius trifft. Sind Dodos nicht eigentlich ausgestorben? Er erfährt, dass er aus einer Familie von Beastologen stammt und was so ein Beastologe eigentlich tut, nämlich außergewöhnliche Tiere studieren, die meist entweder als ausgestorben oder als Fabelwesen gelten. Seine Tante ist gerade dabei, zu einer neuen Mission aufzubrechen und Ben soll sie begleiten. Mit Tante Phils Flugzeug „Sopwith Platypus“ wollen die beiden nach Arabien fliegen, um dort nach einem Phönix zu suchen. Bis zur Zwischenlandung in Budapest läuft alles nach Plan. Dann gibt es plötzlich Probleme mit dem Propeller. Mitten im Flug muss Ben aussteigen, natürlich mit Sicherheitsleine, und das Problem lösen. Das Problem entpuppt sich als ein Gremlinmädchen namens Smieri. Ben bringt es nicht fertig, Smieri aus dem Flugzeug zu werfen, obwohl seine Tante es verlangt, da Gremlins in Flugzeugen nur Schaden anrichten. Sie landen in der Wüste und reiten auf Kamelen weiter. Währenddessen erzählt Tante Phil von der Familiengeschichte der Woods, vom Buch der Bestien und vom Familienkompass. Sie wundert sich, dass Ben niemals Post von seinen Eltern bekommen hat, während sie auf Forschungsreise waren. Hat vielleicht Miss Lumpton die Briefe unterschlagen? Sie bauen ihr Zelt in der Nähe des Phönixnests auf, dessen Asche nie kalt werden darf und sehen zu, wie der Phönix landet und verbrennt. Dann tauchen plötzlich ein paar Beduinen auf, die Tante Phil mitnehmen. Da sie sie förmlich um ihre Gastfreundschaft bittet, ist sie dort für 3 Tage sicher. Aber was wird dann geschehen? Ben hatte sich versteckt, während die Tante verschleppt wurde und blieb daher unbemerkt. Er kümmert sich um das Nest, hält die Asche warm und bastelt einen Windschutz. Schließlich wird auch Ben entdeckt und zwar von dem Mädchen Fadia. Sie wird ihn aber nicht verraten, weil sie Smieri für einen gefährlichen Dschinn hält. Smieri erweist sich auch als nützlich, als ein Dieb seine Hand ins Zelt steckt und das Buch der Bestien stehlen will. Da beißt Smieri einfach kräftig zu. Schließlich beginnt die Asche rot zu glühen und der Phönix wird wiedergeboren. Er schenkt Ben ein Ei aus seiner Asche und Ben macht sich damit auf den Weg zum Lager der Beduinen, um das Ei gegen seine Tante zu tauschen. Sie halten ihn für einen Kameldieb und das Ei wollen sie auch nicht. Seine Tante ist ganz entsetzt, dass er etwas so Wertvolles weggeben wollte. Nun sind beide Gefangene, doch Smieri, die mal wieder die Rolle des Dschinns spielt, ist die Rettung. Sie findet Öl und Tante Phil erklärt den Beduine, dass das der Treibstoff der Zukunft sei. Werden die Beduinen sie jetzt gehen lassen? Wer ist der rothaarige Dieb, der versucht, das Buch zu stehlen? Und was ist wirklich mit Bens Eltern geschehen … ?
Dies ist der erste Band einer neuen, spannenden Reihe für fortgeschrittene Leseanfänger. Besonders die Jungs werden Bens spannende Abenteuer lieben. Im Original heißt Ben übrigens Nathaniel Fludd und auf einigen Illustrationen im Buch ist auch der Name Fludd, statt Wood zu sehen. Das finde ich nicht so gelungen, aber die Story ist echt klasse und macht Lust auf die nächsten Bände.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"70 Tricks, um nicht baden zu gehen"

Für alle Schwimm-Muffel: "70 Tricks, um nicht baden zu gehen"!

Gideon Samson, übersetzt von Rolf Erdorf
70 Tricks, um nicht baden zu gehen
978-3-8369-5704-5
Gerstenberg Verlag
Alter: 8+

Donnerstag ist der schlimmste Tag der Woche, denn da ist Schulschwimmen. Gidd hasst nichts auf der Welt so sehr wie Schulschwimmen, da hilft auch die coole, neue, rote Badehose im Baywatch-Stil nichts. Er fürchtet, er könnte absaufen, Chlor in die Augen bekommen oder sich vor allen Schülern zum Idioten machen. Um das Schwimmen zu vermeiden, hat er sich jede Menge Tricks ausgedacht. Manchmal helfen aber selbst die nicht, und so hat er seit der dritten Klasse jeden Donnerstag Bauchweh. Er weiß ganz genau, wenn er im Bus nicht an einem ganz bestimmten Platz sitzt, geschieht eine Katastrophe. Auf dem Weg zum Hallenbad kommt der Bus immer an einer Parkbank vorbei, auf der ein alter Mann sitzt und Tauben füttert. So lange der Taubenmann da ist, wird Gidd nicht ertrinken. Eines Tages ist er nicht da und von da an geht alles schief. Gidds bester Freund will seinen Geburtstag unbedingt im Waterworld-Spaßbad feiern. Gidd hat immer noch nicht sein Schwimmabzeichen und muss mit dem behinderten Simon zu den ganz Kleinen in die Anfängergruppe. Sogar die „Chinesen“, die immer schlecht schwammen, haben im Sommer ihre Abzeichen gemacht und sind jetzt besser als Gidd. In der nächsten Woche ist die Bank schon wieder leer. Gidd sucht in seinem Spezial-Heft nach Tricks, die er verwenden kann, um nicht schwimmen zu müssen. Er könnte so tun, als sei er krank, obwohl dann auch Fußball ausfällt, er könnte sich im Bus unter dem Sitz verstecken, den Bus verpassen oder sich im Klo einschließen. Leider klappt diesmal nichts. Sogar Simon schwimmt jetzt besser als Gidd und kann auch länger tauchen. Dann müssen sie auch noch angezogen schwimmen, was Gidd besonders hasst. Er bettelt seine Mutter an, ihn vom Schwimmen zu befreien, doch das liegt nicht in ihrer Macht und der Arzt will ihm auch keine Wasserallergie bescheinigen. Seine Mutter schickt ihn dafür zu der Therapeutin Dorien, der er wilde Lügengeschichten über seinen Vater erzählt. In Wahrheit entstammt Gidd einer Samenspende, doch er erzählt, dass sein Vater ein Indianer sei, der mit seinen Tauben auf der Parkbank lebt und zum Kacken ins Gebüsch geht. Seine Mutter findet das gar nicht lustig. Er geht zu dem Platz mit der Bank, um nach dem Taubenmann zu suchen und klingelt an einer Haustür. So trifft er Minna Dreifuss, eine runzelige, alte Dame, der er seine Geschichte erzählt und die ihn zu dem Künstler Herrn de Beer schickt, der angeblich jeden kennt. Dem erzählt er auch alles, inklusive des Desasters bei Barts Party im Waterworld, wo er sich vor der Big-Wave-Rutsche gedrückt hat. Beppo der Beer meint, wenn er Angst vor Wasser hätte, sollte er am besten Seemann werden. Dann erzählt Gidd von seinen Cousinen und wie sie wegen seinem mangelnden Abzeichen damals im Urlaub kein Gummiboot bekamen. Beppo ist verliebt in die schönste Frau der Welt, die immer mit ihrem kleinen Kind an seinem Fenster vorbeikommt, aber traut sich nicht sie anzusprechen. Das erledigt dann Gidd. Sie kennt den schüchternen Maler vom Sehen, und sie kennt auch Herr Raas, den Taubenmann und weiß, wo er wohnt. Gidd fragt, ob sie „bewusst alleinerziehend“ sei, wie seine eigene Mutter, und erfährt, dass sie noch immer den Mann ihrer Träume sucht. Als Gidd bei Herrn Raas, der im hässlichsten Haus der Straße wohnt, klingelt, öffnet der in Unterhosen und will nichts von Gidd und seinen Problemen hören. Er ahnt nicht, wie wichtig er für ihn ist. Er guckt nur böse und sagt, Gidd solle sich wegscheren. Auf dem Weg zur nächsten Schwimmstunde erlebt Gidd eine Überraschung. Auf der Bank sitzen Minna, Beppo, die Frau und das Baby und winken ihm fröhlich zu. Heute wird er nicht untergehen!
Ein tolles Buch für Nichtschwimmer und Schwimm-Muffel genauso wie für Wasserratten! Gidd ist ein liebenswerter (Anti-)Held mit vielen Macken, den man sofort ins Herz schließt und die Geschichte ist einfach super lustig erzählt.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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