Powered By Blogger

Mittwoch, 13. August 2014

"Marienbilder"

Und zum Schluss noch ein dünnes, wirres Büchlein: "Marienbilder"!

Tamara Bach
Marienbilder
978-3-551-58299-7
Carlsen Verlag
Alter: 14+

Mareikes Mutter Magda liebt rote Haare. Sie erinnern sie an ihre erste Liebe. Magda wurde damals mit achtzehn schwanger, was in ihrem Dorf als Schande galt. Mareikes Vater lernte sie erst später kennen. Eines Tages ist Mareikes Mutter verschwunden. Sie hat die Familie ohne jede Erklärung verlassen. Mareike ist nun allein mit ihrem Vater. Ihre Geschwister Frank und Nadine sind schon älter und wohnen woanders. Mareike war ein Nachzügler. Die Familie verschweigt zunächst, dass die Mutter weg ist, entschuldigt sie bei ihrem Arbeitgeber und hofft auf ihre baldige Rückkehr. Doch sie kommt nicht zurück. Ihr Auto wird am Bahnhof gefunden. Sie selbst bleibt verschwunden. Auf einer Geburtstagsparty besäuft sich Mareike mit Wein und fummelt mit Gregor herum, den sie kaum kennt. Obwohl die beiden keinen „richtigen“ Sex haben, wird Mareike schwanger. Jetzt steht Mareike am Bahnhof. Folgendes könnte passieren:
Der Zug kommt gleich.
Mareike besucht ihre Schwester Nadine und die beiden gehen abends aus. Am nächsten Tag lernt Mareike einen Jungen kennen, als sie in der Cafeteria der Uni auf Nadine wartet. Später fährt sie mit dem Zug weiter zu Ellen, einer Freundin ihrer Mutter, die ihr viel über deren Vergangenheit erzählt. Dann besucht sie noch ihre Oma Marianne im Altersheim. Auch die erzählt ihr einiges über ihre Mutter und auch über ihre eigene Vergangenheit. Als Omas Mann damals aus dem Krieg zurückkehrte, war Oma schwanger von einem anderen. Mareike erzählt ihrer Oma, dass sie auch schwanger ist und die hält sie für Magda … .
Der Zug kommt zu spät.
Mareike schläft im Zug ein und wacht erst an der Endstation wieder auf. Sie sitzt in einem fremden Bahnhof und auf dem Gleis gegenüber fährt ein Zug ein. In diesem Zug sieht Mareike ihre Mutter. Sie steigt ein und sucht nach ihr, doch sie kann sie nicht finden … .
Der Zug fällt aus.
Wegen einer Störung kommt der Zug nicht und Mareike verlässt den Bahnhof. Sie kauft einen Schwangerschaftstest und geht zum Arzt, um ganz sicher zu gehen. Als sie nur wenig später das Kind verliert, vertraut sie sich ihrem Bruder Frank an. Ihr Vater soll nichts erfahren. Als ihre Mutter plötzlich anruft, sagt sie ihr auch nichts davon. Auf einer Party trifft sie Gregor wieder … .
Ein anderer Zug kommt.
Mareike steigt einfach in einen EC, der in Richtung Süden fährt, Richtung Sonne und Strand. Sie kommt nie mehr zurück. Mareike sucht sich Arbeit in einer Taverne am Meer, bekommt dort ihr Baby und hat jetzt eine eigene Familie. Nach Jahren bekommt sie Besuch von ihrer Mutter … .
Da ist ein Kind. Da ist kein Kind. Steht sie noch am Bahnhof?
Letzte Möglichkeit: Mareike wird gar nicht erst geboren, weil ihre Mutter sie abtreibt.
Das erste Buch von Tamara Bach, „Marsmädchen“, fand ich echt klasse. „Was vom Sommer übrig ist“, war auch noch ganz o.k., wenn auch etwas seltsam. Aber „Marienbilder“ war richtig merkwürdig. Die verschiedenen Möglichkeiten kommen ziemlich verwirrend rüber. Es gibt keine endgültige Lösung und kein echtes Ende. Von der Idee her eigentlich ganz witzig, aber mein Stil ist es nicht. Am besten, Ihr bildet Euch selbst eine Meinung.
Viel Spaß beim Lesen!!!

Buch bestellen?

Mittwoch, 6. August 2014

"Keiner kommt davon - eine Geschichte vom Überleben"

Heute wird es historisch! Gleich drei Mal spannendes Lesefutter über vergangene Zeiten!

Die Pest ist nicht wählerisch: "Keiner kommt davon - Eine Geschichte vom Überleben"!

Sally Nicholls, übersetzt von Beate Schäfer
Keiner kommt davon – eine Geschichte vom Überleben
978-3-446-24511-2
Hanser Verlag
Alter: 12+

1349: Die vierzehnjährige Isabel lebt mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter Alice und ihren Geschwistern Ned, Maggie und dem Baby Edward in dem kleinen Dorf Ingleforn in der Nähe von York. Ihr ältester Bruder Richard ist bereits verheiratet und wird bald Vater und ihr zweitältester Bruder Geoffrey lebt im Kloster bei den Mönchen. Alle sind Leibeigene, aber nicht unglücklich mit ihrem einfachen und arbeitsreichen Leben. Isabel mag Robin, und die beiden sind so gut wie verlobt, aber sie mag auch Will, weil der so gut aussieht. Bald sind diese Probleme jedoch nebensächlich. Die Pest kommt. Erst denken alle, es trifft nur die anderen, die Ungläubigen und die schlechten Menschen, doch niemand bleibt verschont. Erst ist die Pest nur in Frankreich, dann erreicht sie England. Bristol, London, York … . Beim Johannisfeuer herrscht noch fröhliche Stimmung im Dorf, doch bald danach ziehen Flüchtlinge aus dem Süden durch die Straßen. Die Menschen haben zu viel Angst, um sie aufzunehmen, auch Isabel, obwohl sie eigentlich helfen will. Als sie einen geliehenen Topf zurückholen will, entdeckt sie, dass Radulf, der Gerichtsdiener, heimatlose Verwandte versteckt. Eine davon, die kleine Edith, hat die Pest. Auch im Kloster, wo Flüchtlinge aufgenommen wurden, gibt es erste Krankheits- und Todesfälle. Die Pest ist hier! Die Menschen wissen nicht, wie die Krankheit übertragen wird und wie sie sich schützen können. Sie haben Angst vor dem Geruch und sehen den Kranken nicht in die Augen. Einige glauben, die Pest sei im Kloster, weil die Mönche mit Teufeln das Bett geteilt hätten. Manche beten, manche schützen sich mit Knochen von Heiligen, manche mit Kräutern und Isabels kleine Geschwister glauben, es helfe, einen Eimer Urin vor die Tür zu stellen. Der Pfarrer der kleinen Gemeinde haut ab und als Ersatz kommt der junge Simon, der gerade erst geweiht wurde und sich ständig beim Latein verhaspelt. Jeden Tag finden Beerdigungen statt. Die Totenglocke läutet ununterbrochen. Der Friedhof ist voll. Einzelgräber sind Vergangenheit. Wer frei ist, verlässt das Dorf, doch diese Option steht Isabels Familie nicht offen. Viele gehen nach Norden, nach Schottland, in eine zweifelhafte Sicherheit. Freunde und Verwandte sterben, und Isabel macht sich große Sorgen um Geoffrey im Kloster. Als Robins Mutter stirbt, nehmen sie Robin bei sich auf. Doch viele Leute denken nur an sich und das eignene Überleben. Nächstenliebe gibt es kaum noch, genauso wenig wie Hoffnung. Man bleibt zuhause, bei verschlossenen Türen. Isabel ist verzweifelt, weil ihre Familie einfach so weiter macht, als sei alles o.k.. Alice webt Stoff, doch Isabel meint, bis zum Winter seien sie sowieso alle tot. Dann wird Baby Edward krank. Er schreit die ganze Nacht und bekommt Pestbeulen. Er stirbt. Auch Alice wird krank und bleibt mit dem Vater im Haus, während die Kinder sich fernhalten und solange in der Scheune wohnen sollen. Der Vater und Alice sterben. Priesterjunge Simon kommt, doch es ist zu spät für die Beichte. In diesen schweren Zeiten gibt es jedoch eine Sonderregelung, wonach jeder bei jedem beichten kann. Vielleicht haben sie es ja gegenseitig getan. Isabel erfährt, dass auch Richard krank ist. Sie klammert sich an Robin und die beiden „heiraten“ symbolisch in der Scheune, damit sie eine Familie sind. Dann stirbt auch Priesterjunge Simon, jedoch nicht an der Beulen- sondern an der Lungenpest. Bis zum Schluss hat er jedem im Dorf geholfen, der ihn brauchte. Es ist kaum noch einer im Dorf übrig. Überall liegen tote Menschen und Tiere und auf den Feldern verrottet das Getreide, weil niemand es erntet. Jedoch gibt es plötzlich Nahrung im Überfluss. Wer nicht krank ist, wird nicht selten zum ersten Mal in seinem Leben satt. Da viele Männer tot sind, übernehmen nun auch Frauen Männer-Jobs. Emma Baker backt jetzt das Brot für das Dorf, und das kann sie ebenso gut wie ihr verstorbener Mann. Für Beerdigungen zahlt man mittlerweile Wucherpreise und die Leichen werden oft bestohlen. Isabel und ihre Geschwister begraben die Eltern auf dem Feld. Da ihr Lehnsherr sicher auch längst tot ist, entschließen sie sich, Ingleforn zu verlassen. Auf dem Weg nach York treffen sie den reichen Herren Thomas, der durch die Pest seine Frau und seine Kinder verlor. Da Robin seinem Sohn ähnlich sieht, nimmt er ihn und die anderen bei sich auf. Sie leben nun in einem prachtvollen Herrenhaus. Isabel langweilt sich. Sie ist Nichtstun nicht gewohnt, ebenso wenig wie schöne Kleider und Reichtum. Robin darf Lesen und Rechnen lernen, um im Kaufmannsgeschäft mitzuarbeiten. Auch Geoffrey konnte lesen. Lebt er noch? Isabel erinnert sich, dass er schon immer verrückt nach Büchern war und sich für die Wissenschaften begeisterte. Er ging weniger wegen Gott als vielmehr wegen der Bücher ins Kloster. Ned und Maggie schließen sich einer Kinderbande an, die aus Häusern, die wegen der Pest leer stehen, allerhand stehlen, doch Ned wird erwischt und soll hängen. Thomas übernimmt die Verantwortung und geht freiwillig ins Gefängnis. Den Kindern soll nichts geschehen. Ihm macht es nicht aus zu sterben. Er vermisst seine Familie und will sie im Himmel wiedersehen. Isabel, Robin, Ned und Maggie machen sich auf den Weg zurück nach Ingelforn. Doch welche Zukunft erwartet sie dort? Es gibt Land im Überfluss und niemand wird mehr wissen, dass sie Leibeigene sind. Isabel ahnt nicht, dass ihr schon bald noch ein sehr schmerzlicher Verlust bevorsteht … .
Ein heftiges Thema, aber total interessant! Endlich mal wieder ein super spannender historischer Roman, der einen total mitreißt! Man kann hier richtig in die Geschichte eintauchen und mit Isabel mitfiebern, bevor man dann das Buch zuschlägt und sich freut, nicht im Jahr 1349 zu leben. Jede Menge Fakten über diese Zeit und über die Pest im speziellen findet ihr übrigens hinten im Buch.
Viel Spaß beim Lesen!!!

Buch bestellen?

"Morgans Erwachen"

Eine alte Geschichte, mal ganz anders erzählt: "Morgans Erwachen"!

Alex Epstein, übersetzt von Michael Stehle
Morgans Erwachen
978-3-8251-7870-3
Urachhaus Verlag
Alter: 14+

Gorlois, der Herzog von Tintagel, und der Vater von Anna, wird von Uther getötet und Anna sieht im Traum mit an, wie ihr Vater ermordet wird. Ihre Mutter Ygraine schickt sie in Sicherheit nach Irland zu einer Verwandten und heiratet dann den Mörder ihres Mannes. Anna nimmt einen neuen Namen an. Sie ist jetzt Morgan, die vom Meer geborene. Sie schwört sich, eines Tages zurückzukehren und sich an Uther zu rächen. Auf ihrer Reise begleiten sie ihre irische Sklavin Eithne und ihr griechischer Lehrer. Die Verwandte Ciarnat nimmt sie bei sich auf. Morgan wünscht sich, Ciarnat hätte mehr Männer, mit denen sie zurück nach Britannien ziehen und ihren Feind bekämpfen könnte. Doch in Irland kämpft Stamm gegen Stamm, Nachbar gegen Nachbar, im Grunde jeder gegen jeden. Die Iren lieben Schlachten. Als Ciarnats Stamm in der Schlacht von Innishannon unterliegt, wird Morgan als Sklavin verschleppt und verkauft. Sie kommt zu der weisen Frau Buannan in ein kleines Dorf. Buannan ist schon alt und braucht Hilfe beim auf Bäume klettern, Misteln schneiden und Kräuter sammeln. Eine Flucht ist unmöglich. Im Dorf haben die Druiden das Sagen. Selbst Buannan ist eher eine Außenseiterin, an die sich nur wenige wenden, wenn sie Heilmittel brauchen. Morgan erlernt ihre Künste. Sie hatte schon immer ein Talent für Magie und eine starke Verbindung zu Mutter Erde, doch sie hat kaum Übung. Niemand ahnt, wie stark ihre Kräfte wirklich sind. Bei der Sklavenversteigerung hatte sie versucht sich dadurch den Blicken der Menschen zu entziehen, nur bei Buannan und den Druiden ist ihr das nicht geglückt. Sie lebt längere Zeit als Sklavin im Dorf, vergisst aber nie, wer sie wirklich ist. Dann kommt ein Fremder ins Dorf, doch er ist weder Poet noch Kesselflicker, sondern ein christlicher Missionar. Er erzählt von seinem Glauben, doch seine Lehren sind so seltsam. Die meisten verstehen nicht, warum man seinen Feinden vergeben muss etc.. Es kommt zu einem „Duell“ zwischen Salvatus, dem Fremden, und den Druiden. Salvatus gewinnt den Wettbewerb, wird aber getäuscht und verraten. Angeblich wurde er mit der Tochter des Stammesfürsten in eindeutiger Lage erwischt und wird deshalb mit dem dreifachen Tod bestraft. Morgan nutzt den Trubel für einen Fluchtversuch, der jedoch missglückt. Zur Strafe wollen sie ihr den Fuß abschneiden. Um Zeit zu schinden, behauptet sie, Christin zu sein und nutzt die Zeit bis zur Vollstreckung der Todesstrafe, um mithilfe ihrer Magie endgültig zu entkommen. Sie streift durch das Land und kommt in Salvatus Dorf voller Christen, wo sie herzlich aufgenommen wird. Auch hier spielt sie die Christin, gibt sich als Tochter des Stammesfürsten aus und erzählt von Salvatus Tod. Sie freundet sich mit Béfind, der Anführerin der Gemeinschaft, und mit der tief gläubigen Luan, deren Vater das Land gehört und der die Christen dort leben lässt, an. Da Morgan schreiben kann, darf sie helfen, religiöse Schriften zu kopieren. Dabei denkt sie viel über ihren eigenen Glauben nach. Will sie als Christin Mary weiterleben oder ihre Rache vollenden? Luans Vater will Luan verheiraten, doch sie blendet sich selbst, um diesem Schicksal zu entgehen. Die Christen müssen nun sein Land verlassen und auch Morgan geht. Luans Bruder Conall, der Sohn des Lehnsherren Angus, war schon früher im Dorf und hatte sich in Morgan verliebt. Mit ihm erlebte Morgan ihr erstes Mal. Nun folgt sie ihm auf die Burg und wird seine Frau. Zwar liebt sie ihn auch, aber sie manipuliert ihn auch geschickt für ihre Zwecke. Sie will ihn zum Großkönig machen, um ihr Ziel zu erreichen. Nach dem Tod von Angus gewinnt Conall durch Morgans Ratschläge rasch an Macht und Land. Er siegt in vielen Schlachten. Er ist traurig, dass Morgan keine Kinder bekommt und denkt, es läge daran, dass ihre Magie sie zu sehr verausgabt, doch sie will einfach keine und weiß sich zu schützen. Er liebt sie mehr als sie ihn liebt und erkennt, dass nur eines sie wirklich glücklich machen würde. Er gibt ihr 50 seiner besten Männer und lässt sie nach Britannien ziehen. Dort muss sie erfahren, dass Uther längst tot ist und dass die Sachsen Tintagel bedrohen. Für ihre Rache kommt sie zu spät, doch sie kann endlich ihre Mutter wiedersehen. Von ihr erfährt sie, dass sie einen kleinen Bruder hat – Artus!
Die Geschichte von Morgan/Morgaine/Morgana... mal anders! Eigentlich nicht schlecht, nur bin ich dermaßen auf „Die Nebel von Avalon“ (Ich liebe liebe LIEBE dieses Buch!!!) fixiert, dass ich jede Abweichung und jeden Widerspruch dazu beinahe als Beleidigung empfinde. Wenn ich beim Lesen die ganze Zeit denken muss: So war das aber nicht! und mich über „falsche“ Namen und Begebenheiten aufrege, kann ich das Buch einfach nicht richtig genießen. Wer jedoch bei dem Thema unvoreingenommen ist, den erwartet ein spannendes historisches Abenteuer mit einer mutigen Heldin.
Viel Spaß beim Lesen!!!

Buch bestellen?

"Ich bin die, die niemand sieht"

Die stumme Judith bricht ihr Schweigen: "Ich bin die, die niemand sieht"!

Julie Berry, übersetzt von Stefanie Singh
Ich bin die, die niemand sieht
978-3-570-40209-2
cbj Verlag
Alter: 12+

Judith war jahrelang verschwunden, seit ihre Freundin Lottie ermordet wurde. Nun ist sie wieder aufgetaucht, stumm, mit verstümmelter Zunge. Die Stumme wird im Dorf nicht ernst genommen. Außer ihrem Bruder Darrel bringt ihr niemand Zuneigung entgegen. Von ihrer kaltherzigen Mutter wird sie ignoriert. Alle vermuten, dass etwas Schreckliches mit ihr geschehen ist, doch niemand redet mit ihr. Wie sollen sie auch ahnen, dass sie all die Zeit vom Vater ihres Freundes Lucas in einer Höhle gefangengehalten und gepeinigt wurde. Er hat sie zwar verstümmelt, aber nie vergewaltigt. Doch das ist das, was alle denken, was mit ihr passiert ist. Noch immer ist Judith in Lucas verliebt, aber der soll demnächst ihre Freundin Maria heiraten. Doch vorher kommt der Krieg ins Dorf. Die Homelander greifen an und Judiths Bruder Darrel wird verletzt. Sein Fuß muss amputiert werden. Bevor Ezra Whiting, Lucas Vater, damals verschwand, hatte er Vorräte an Waffen und Munition mitgenommen. Um ihr Dorf zu retten, sucht Judith ihren Peiniger auf und bittet ihn um Hilfe. Er erscheint daraufhin als Retter in der Not, überlebt aber die Schlacht nicht. Lucas steht jetzt vor dem Dorf als Lügner da, obwohl er wirklich nicht wusste, dass sein Vater noch lebte. Seine Verlobte Maria verliebt sich in Leon und lässt Lucas fallen. Judith beschließt, lesen zu lernen und begleitet ihren Bruder Darrel zur Schule. Der Lehrer Rupert Gillis erniedrigt sie vor der ganzen Klasse, flüstert ihr widerliche Sachen zu und macht eindeutige Angebote. Er hält sie sowieso für „gebraucht“ und „verdorben“, ahnt wie die anderen im Dorf nicht, dass sie noch immer jungfräulich ist. Mit Hilfe ihrer Freundin Maria lernt Judith wieder zu sprechen und übt lesen. Sie spricht mit Fee, ihrem Pferd, das einst Ezra gehörte und der Kuh Io. Noch klingt alles sehr undeutlich, aber manchmal singt sie sogar heimlich. Der widerliche Gilles denkt, er könnte sie heiraten und spricht bei ihrer Mutter vor. Judith will mit Lucas fliehen, doch dann kommt alles anders. Nicht nur, dass sie dabei beobachtet wurde, wie sie den schlafenden Lucas zudeckte und dann zu ihm unter die Decke schlüpfte, um ihn zu wärmen, plötzlich tauchen auch Ungereimtheiten im Mordfall Lottie auf? Hat Ezra sie vielleicht gar nicht ermordet? Aber wer war es dann? Wollte Ezra Judith nur vor der Schlechtigkeit der Welt und seiner eigenen (er begehrte sie schon, riss sich aber zusammen) beschützen? Nahm er ihr deshalb ihre Stimme? Langsam fügen sich die Puzzle-Teile zusammen. Judith erinnert sich an einen anderen Mann, der damals da war, als Lottie ermordet und sie selbst von Ezra entführt wurde. Die Dorfbewohner stellen Lucas eine Falle. Er soll sie zu Ezras Versteck führen und damit beweisen, dass er es kannte. Sie wollen Lucas als Verräter anklagen. Es gibt eine Versammlung in der Kirche und Judith kann nicht länger schweigen. Das „stumme“ Mädchen spricht und die ganze Wahrheit kommt ans Licht … .
Beim Lesen habe ich schnell gemerkt, dass es sich hier um einen historischen Roman handelt (war aus dem Klappentext nicht ersichtlich), allerdings kann ich beim besten Willen nicht sagen, wann das Ganze spielt. Wir befinden uns in Amerika, Judiths Familie kam mit dem Schiff her, aber in welchem Jahr? Gehören sie zu den ersten Siedlern? Ihr Dorf liegt in der Nähe von Roswell Station. Habe mich dumm und dusselig gegoogelt, um herauszufinden, wann es dort einen Krieg gab, in dem eine Gruppe namens Homelander beteiligt war, leider ohne Erfolg. Die Story ist jedenfalls spannend, wenn auch manchmal etwas wirr. Die Liebesgeschichte zwischen Jutith und Lucas spielt eine große Rolle, aber durch Mord und Entführung sind auch Krimi-Elemente vorhanden. Man bekommt beim Lesen oft mehr Fragen als Antworten serviert, zum Schluss wird aber alles aufgeklärt.
Viel Spaß beim Lesen!!!

Buch bestellen?

Mittwoch, 30. Juli 2014

"Wilder Wurm entlaufen"

Ein tierisches Vergnügen: "Wilder Wurm entlaufen"!

Veronica Cossanteli, übersetzt von Ilse Rothfuss
Wilder Wurm entlaufen
978-3-551-52059-3
Chicken House Verlag
Alter: 9+

Georges Fahrrad wurde geklaut und jetzt braucht er dringend Geld für ein neues. Leider schwimmen er und seine Familie nicht gerade in Geld. Es reicht nicht mal für eine neue Waschmaschine. Seine Mutter betreibt einen Esoterik-Laden namens „Mermaids Cave“, der mehr schlecht als recht läuft. Ein Job muss her! Da sieht er ein Schild im Fenster des Süßkramladens, auf den in merkwürdiger Schrift eine Arbeit auf der Wormestall Farm angeboten wird. Das könnte man sich ja mal ansehen. Die Farm liegt außerhalb von Squermington und es dauert eine Weile, bis George endlich da ist, weil er Sir Crispin im Schlepptau hat. Sir Crispin ist der fette Mops von Mrs. Peagrim. Das kommt davon, wenn man für die große Schwester das Hunde-ausführen übernehmen muss. Auf der Farm trifft er Mrs. Lind, die ihm den Job geben will, wenn es ihm gelingt, Mingus einzufangen. Mingus entpuppt sich als Urzeitsäuger und das ist nicht das einzig Merkwürdige hier. Warum will Mrs. Lind wissen, ob er Angst vor Schuppen hat? Und was hat sie eigentlich gegen seinen Namensvetter, den heiligen Georg? Und wer oder was ist Grissel, der/die /das in der Scheune ist und nicht gestört werden sollte? Was für ein komischer Job soll das hier denn sein? Spätestens, als George mal muss und von einem, in der Kloschüssel lebenden, Kraken begrapscht wird, wird ihm klar, dass das hier kein normaler Bauernhof ist. Er trifft den Jungen Lo, der auch hier arbeitet und lernt Dido, den Dodo, kennen, der immer irgendwelche Eier ausbrütet. Zuhause erzählt er natürlich nichts von alldem. In der Schule kommt ein neues Mädchen in seine Klasse: Prudence. Ihre Stiefmutter ist Taxidermistin (nicht zu verwechseln mit Taxifahrerin), das heißt, dass sie Tiere ausstopft. Sie hört auf den Namen Diamond, genannt Di, und lutscht immer Lollis, die zu ihrer aktuellen Haarfarbe und dem darauf abgestimmten Outfit passen. Di ist sehr interessiert an den Gerüchten über einen Riesenwurm, der angeblich in der Stadt gesehen wurde. Keiner ahnt, dass es sich dabei um Mortifer, handelt, der aus der Wormestall Farm ausgebüxt ist. Er ist auch kein Wurm, sondern ein Basilisk, der Menschen und Tiere in Stein verwandeln kann. Als George die Zusammenhänge klar werden, begreift er, dass das Steinkaninchen auf der Farm kein Türstopper ist, sondern echt. Plötzlich taucht Prudence auf der Farm auf nachdem sie auf der Weide ein Einhorn gesehen hat. Auch sie bekommt einen Job angeboten und so arbeitet sie mit George gemeinsam für Mrs. Lind. Beim Füttern der „Enten“, die sich als fleischfressende Donnervögel entpuppen, erwischt George den falschen Futtereimer und muss in den Teich flüchten. Da macht er Bekanntschaft mit einem echten Ichthyosaurier, den er in der nächsten Zeit wie einen Delfin trainiert und ihm Kunststücke beibringt. Prudence erzählt, dass ihre Stiefmutter Mortifer fangen und ausstopfen will. Das können sie natürlich nicht zulassen und müssen ihn unbedingt zuerst finden. Außerdem schnüffeln die Spione von Di, Mintzer und Mump, ständig auf der Farm herum. Eines Tage ist ist Prudence verschwunden. Ihre Stiefmutter hält sie gefangen, doch sie kann flüchten. Leider gelingt es Di, sie erneut zu entführen und sie bekommt auch Mortifer in die Hände. Jetzt ist sie hinter dem Drachen Grissel her und hetzt die Meute auf die Wormestall Farm, indem sie ihnen weismacht, dass der Drache die kleine Lily, die seit kurzem vermisst wird, entführt hat. Alle schreien: „Tötet den Wurm!“. Können Grissel und Mortifer noch gerettet werden? Und was wird aus Prudence? Was ist wirklich mit der kleinen Lily passiert? Welches Geheimnis verbirgt Lo? Und können die versteinerten Menschen und Tiere wieder zum Leben erweckt werden?
Eine richtig lustige und spannende Geschichte! Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert, vor allem über den Kraken im Klo ;-). Ich hoffe, das war nicht das letzte Abenteuer von George und Prudence. Bitte mehr davon!
Viel Spaß beim Lesen!!!

Buch bestellen?