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Mittwoch, 12. Dezember 2018

"Ghost – Jede Menge Leben"

Schnell wie der Blitz: "Ghost – Jede Menge Leben"!

Jason Reynolds, übersetzt von Anja Hansen-Schmidt
Ghost – Jede Menge Leben
978-3-423-64041-1
dtv (Reihe Hanser) Verlag
Alter: 12+

Das Leben von Castle Cranshaw, der sich selbst den Spitznamen Ghost gegeben hat, läuft nicht gerade rund. Er lebt mit seiner Mutter in einer miesen Gegend und hat ständig Ärger in der Schule. In seiner Freizeit schmökert er im Guinessbuch, knabbert Sonnenblumenkerne, spielt hin und wieder ein bisschen Basketball und beobachtet von der Bushaltestelle aus die Leute, die sich im Fitnessstudio abstrampeln. Das Einzige, was er wirklich gut kann, ist Laufen, oder wohl eher Weglaufen. Ghosts Vater sitzt im Knast. Er ist ein Säufer, der oft gewalttätig gegenüber seiner Familie wurde. Ghosts schlimmstes Kindheitserlebnis war, wie sein Vater eines Tages auf ihn und seine Mutter schoss. Damals rannte Ghost um sein Leben. Dass Leute einfach so rennen, weil sie das als Sport betrachten, findet er lächerlich. Als er eines Tages durch Zufall das Training einer Jugend-Laufmannschaft beobachtet, fordert er aus einer Laune den Sprinter Lu heraus. Lu ist für ihn nur ein geleckter Angeber im schicken Laufdress. In seinen Jeans und den ausgelatschten Turnschuhen rennt Ghost los, und der Trainer Otis Brody, der für Ghost wie eine Schildkröte mit Trillerpfeife aussieht, staunt nicht schlecht. Diesen Jungen braucht er unbedingt für seine Mannschaft! Mit seinem Taxi (vom Trainer-Sein kann man nicht leben) fährt Brody Ghost nachhause, um seine Mutter um Erlaubnis zu fragen. Die macht sich Sorgen, wie sich das auf die Schule auswirken wird. Ghosts Schulakte ist beachtlich. Er prügelt sich oft. Wenn ihn jemand provoziert, schlägt er zu. Er wurde deswegen schon des öfteren vom Unterricht ausgeschlossen. Viele „Konfliktsituationen“ kann er sich nicht mehr erlauben, meint der Direktor. Sie machen einen Deal. Ghost benimmt sich in der Schule, dann darf er ins Laufteam. Leider rutscht ihm schon am ersten Tag in der Schule bei Brandon, der ihn wegen seiner schäbigen Klamotten, seiner Frisur und der Gegend, in der er wohnt, fertig macht, die Hand aus. Warum musste Brandon auch Ghosts Mutter, die als Küchenhilfe im Krankenhaus arbeitet, aber sich zur Krankenschwester weiterbilden will, schlecht machen? Damit seine Mutter nichts von dem Vorfall erfährt, ruft er Brody an, damit der ihm abholt. Er gibt ihn vor dem Direktor als seinen Onkel aus. Brody trainiert hart mit ihm. Nach dem Privat-Training folgt noch das Training mit dem Team, und Ghost hat den Muskelkater seines Lebens. Um cooler auszusehen, schnippelt Ghost an seinen alten Turnschuhen herum. Das Ergebnis: Jetzt sehen sie richtig beschissen aus. In der Schule wird er deswegen ausgelacht. Er schwänzt den Rest des Tages und begeht eine Riesen-Dummheit. In einem Sportgeschäft klaut er ein Paar silberne Laufschuhe. Das Training fordert Ghost, doch es gefällt ihm, ein Teil des Teams zu sein. Er freundet sich mit Lu, dem Sprinter (und Albino), dem Langstreckenläufer Sunny und der flinken Patina, die alle Patty nennen, an. Weil alle vier neu im Team sind, lädt Trainer Brody sie zum Essen beim Chinesen ein. Bevor sie sich jedoch über Peking-Ente und Co hermachen dürfen, muss jeder ein Geheimnis verraten, und Ghost spricht erstmals darüber, was sein Vater getan hat. Das Team wächst zusammen, doch als die neuen Trikots verteilt werden, bekommt Ghost keins. Brody hat gesehen, dass sein Foto im Sportgeschäft hängt und er als Ladendieb gesucht wird. Damit Brody das nicht seiner Mutter erzählt, muss sich Ghost ganz schön ins Zeug legen. Endlich ist der Tag des ersten, großen Wettkampfes gekommen. Und ausgerechnet Brandon läuft für das gegnerische Team … .
Laufen statt Weglaufen! Ich freue mich schon auf die Folgebände über Lu, Sunny + Patty!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Tankstellenchips"

Ein herrlich komischer Road-Trip: "Tankstellenchips"!

Antonia Michaelis
Tankstellenchips
978-3-7891-0918-8
Oetinger
Alter: 14+

Deutschland, das ist für Shayan das Land der Mülltrennung, der Kieferorthopäden und der seltsamen Grammatik, wo überall Fahrradständer stehen, obwohl alle Auto fahren und man Wurstgulasch aus Kanonen isst. Der achtzehnjährige Iraner lebt zur Zeit in einem Flüchtlingsheim auf Usedom. Als er am Strand den verlorenen Schlüssel zu seinem Spind sucht, in welchem sich ein verschlossener Brief befindet, der zu 99% ein Abschiebungsbescheid ist, beobachtet er durch Zufall, wie bei einem Einbruch in ein Ferienhaus ein Mann erschossen wird. Zusammen mit Davy, einem kleinen Jungen mit Zahnlücke und Sprachfehler, der aus dem Kinderheim ausgerissen ist, flieht er vom Tatort. Davy und Sean, wie er Shayan nennt, machen sich auf den Weg nach Köln, wo Davys Vater und Seans Internetbekanntschaft Layla Starlight leben. Zunächst landen sie jedoch in Cölln, wo Sean sich auf einem Erdbeerfeld als Schwarzarbeiter verdingt und Lotta mit den pinken Haaren kennenlernt. Als er in der Zeitung sieht, dass er als Mörder gesucht wird, fährt er mit Davy als Anhalter weiter nach Berlin. Im Café eines Landsmannes sagt er zu, mal für eine Stunde die Stellung zu halten, schrottet dabei das WLAN und bringt die vegane Espressomaschine zum Explodieren. Am Info-Schalter des chaotischen Hauptbahnhofs wird er erstmals mit dem Wahnsinn der Deutschen Bahn konfrontiert, trägt die Adressen von 142 Verwandten in Teheran für das Donut-Gewinnspiel einer Bäckereikette ein, verliert Davy aus den Augen, verprügelt eine Schaufensterpuppe und landet schließlich bei der Polizei. Ein Anruf von Lotta und der Charme des plötzlich wieder aufgetauchten Davy retten ihn. Sie fahren schwarz mit dem ICE auf Bahncomfort-Sitzen. Schön, dass die Bahn ihre Kunden wenigstens tröstet (englisch: to comfort = Trösten). Leider sind auch die Gangster vom Ferienhaus im Zug. Als der Zug wegen einer Kuhherde auf den Gleisen halten muss, steigen Sean und Davy aus und flüchten ihn den Wald, wo sie mit einer Gruppe nackt badender Frauen, die auf einem Wanderritt sind, zelten. Nach einer weiteren Kuhbegegnung treffen sie auf Lotta, die plötzlich da ist, werden von den Gangstern aus einem Auto beschossen und fliehen mit einem Heißluftballon mit einem lesbischen Ehepaar, das seinen Hochzeitstag feiert. Lotta stiehlt Sean seine Jungfräulichkeit und sein Portmonee und verschwindet wieder. In Köln muss Sean erfahren, dass seine Layla jetzt in München ist. Nach einer turbulenten Schifffahrt landen die beiden, immer noch von den Gangstern verfolgt, erst in Mainz, dann in Worms, dann in einer Kuhherde. Und plötzlich ist Lotta wieder da (und wieder weg). Mit einem geklauten Moped geht es nach einer weiteren Kuhbegegnung in einen Biergarten, wo seltsames Deutsch gesprochen wird. Sean lässt sich nachts mit Davy im Augsburger Zoo einschließen, und schon wieder taucht Lotta auf. Davy ist eifersüchtig und türmt auf einem Zebra. Als Sean ihn findet, hat er Fieber, also schickt er ihn in eine Klinik. Irgendwie landet er dann auf Schloss Neuschwanstein, wo er auf Englisch, als König Ludwig kostümiert, eine Touristengruppe führt, bis er von den Gangstern auf dem Klo aufgemischt wird. Er entkommt mit den Touristen in die Berge, paraglidet in eine Kuhherde, und tarnt sich dann als Jesus-Statue. Wieder vereint mit Davy, der ihm gefolgt ist, klauen sie einen altersschwachen Fiat ohne Schild, und decken sich mit nahrhaften Tankstellenchips ein. Bald stecken sie schon wieder in einer Kuhherde fest … .
Ich habe Tränen gelacht! Wie Shayan Deutschland sieht und erlebt ist einfach zu genial!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Johnny Delgado – Im freien Fall"

Krimi-Spannung kurz und knackig: "Johnny Delgado – Im freien Fall"!

Kevin Brooks, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Johnny Delgado – Im freien Fall
978-3-423-71781-6
dtv Verlag (Reihe dtv Short)
Alter: 12+

Der fünfzehnjährige Johnny Delgado lebt in einem Hochhaus in einem Brennpunktviertel im Süden Londons. Seine Mutter stammt aus Mexiko und hat zwei Jobs. Einen Vater hat Johnny nicht mehr. Er ist das Ergebnis einer Affäre, die seine Mutter mit einem verheirateten Polizisten hatte. Trotzdem hat sein Vater sich immer um ihn gekümmert, bis er von einigen Jahren bei einer Razzia ums Leben kam. Sein Vater ist mit ein Grund dafür, warum Johnny unbedingt Detektiv werden möchte. Außerdem ist das ein cooler Beruf, man macht eine Menge Kohle, und die Mädchen himmeln einen an – denkt Johnny. Als er in einer Annonce seine Dienste anbietet, wir er von den unglaublich attraktiven Mädchen Carly und Bex engagiert. Er soll Carlys Freund bespitzeln und herausfinden, ob er fremdgeht. 50 Pfund für ein paar Stunden Überwachung? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein, und das ist es auch, denn Carlys Freund ist kein Geringerer als Lee Kirk. Er ist der stellvertretende Anführer einer lokalen Gang. Marcus, der Bruder von Johnnys bester Freundin Della warnt ihn. Lee ist ein totaler Psycho und dazu clever. Er hat sich in der Gang hochgearbeitet, und es ist kein Geheimnis, dass er auf den Posten des Anführers scharf ist. Johnny beschließt, wachsam zu sein, aber den Job trotzdem durchzuführen. Er legt sich im Nachbarhochhaus auf die Lauer und beobachtet, wie Lee eine Wohnung verlässt und zum Fahrstuhl geht. Erst als zwei Typen aus dem Fahrstuhl steigen und Johnny k.o. schlagen, wird ihm klar, dass er in eine Fall getappt ist. Alles um ihn herum wird schwarz. Als er wieder zu sich kommt, hält er ein blutiges Messer in der Hand und neben ihm liegt sie Leiche von Tyrell Jones, dem Anführer von Lees Gang. Johnny glaubt nicht, dass er ihn tatsächlich ermordet hat. Viel wahrscheinlicher ist es, dass Lee ihm den Mord anhängen will. Vor dem Haus tauchen schon die ersten Polizeiwagen auf. Verzweifelt türmt Johnny durchs Fenster und steigt in die darunterliegende Wohnung ein. Dort lebt die alte Betty, die zwar ein bisschen schräg ist, aber Johnny in der Not hilft. Johnny entkommt der Polizei und versteckt sich auf dem Dach. Nachhause kann er nicht. Die Polizei wartet schon dort. Sie findet in seinem Zimmer einen gefälschten Brief, der ein schlüssiges Mordmotiv liefert. In dem Brief steht, dass Tyrells Vater der Mörder von Johnnys Vater ist. Da hat Lee Johnny wirklich übel ausgetrickst. Johnny ruft Della an, und Marcus bietet ihm Hilfe an. Doch statt ihn damit aus der vertrackten Situation zu befreien, sorgt die Aktion von Marcus dafür, dass alles nur noch mehr eskaliert. Noch dazu bringt er seine herzkranke Schwester Della in Lebensgefahr … .
Ein Mini-Thriller für die Hosentasche, aber mit seinen gerade mal 77 Seiten trotzdem ein echter Brooks! Auch Lesemuffel, die sich sonst eher schwer tun, werden sich dem Sog dieser spannenden Geschichte nicht entziehen können. Bei dtv Short ist noch ein weiteres Johnny-Delgado-Abenteuer erschienen: „Johnny Delgado – Der Mörder meines Vaters“.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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https://ravensbuch.de/shop/item/9783423717816

Mittwoch, 5. Dezember 2018

"Du wolltest es doch"

#metoo: "Du wolltest es doch"!

Louise O'Neal, übersetzt von Katarina Ganslandt
Du wolltest es doch
978-3-551-58386-4
Carlsen Verlag
Alter: 16+

Die achtzehnjährige Emma lebt in einer irischen Kleinstadt. Eigentlich ist sie ziemlich selbstsüchtig, aber sie hat sich eine perfekte Fassade zugelegt. Sie ist zu jedem nett, damit man sie nicht für eine Zicke hält. Selbst gegenüber ihren Freundinnen Ali, Maggie und Jamie spielt sie eine Rolle. Sie tut, als hätte sie sich für ihre guten Noten nicht anstrengen müssen, obwohl sie die halbe Nacht gebüffelt hat, als sei ihr gutes Aussehen ihr überhaupt nicht wichtig, als sei sie nicht neidisch auf die, die im Luxus leben, als sei sie immer unbeschwert, lässig und fröhlich. Ihre Mutter mäkelt andauernd an ihr herum („Steh gerade, zieh den Bauch ein, nimm deine Vitamine …“), und ihr Vater ist immer auf Seiten der Mutter. Emma will geliebt werden, sie will begehrt werden. In der Schule und bei ihren Freunden scheint sie auch wirklich sehr beliebt zu sein. Alle mögen die „perfekte“ Emma. Sie genießt die Aufmerksamkeit, vor allem von den Jungs. Eines Tages geht Emma auf eine Party, die ihr Leben verändert. Sie trägt ein ultra-kurzes Kleid, das bis zum Nabel ausgeschnitten ist, und das ihr Bruder Bryan als nuttig bezeichnet. Emma und ihre Freundinnen sind schon betrunken, bevor die Party startet. Jamie ist sogar so abgefüllt, dass sie sich schon bald die Seele aus dem Leib kotzt. Emma flirtet mit dem attraktiven Sportler Jack, obwohl sie eigentlich Connor mag. Aber Connor ist zu nett, und niemand findet ihn cool. Da Jack jedoch mehr auf dürre Fünfzehnjährige steht, wendet sich Emma Paul zu, der schon 28 ist, aber total cool. Sie schmeißen Pillen ein. Er will Sex. Sie will nicht. Es ist ihm egal. Sie hat ihn scharf gemacht, jetzt muss sie es zu Ende bringen ... Emma wacht völlig zerschunden vor ihrer Haustür auf, kann sich an nichts erinnern. Ihre Mutter schimpft sie, weil sie sich so gehen lassen hat und zwingt sie, zur Schule zu gehen. Dort wird sie beschimpft als Schlampe, Lügnerin und Hure. Ihre Freundinnen behaupten, sie hätte nicht nur mit Paul geschlafen, sondern außerdem mit Sean, Dylan und Fitzy! Emma erinnert sich nicht. Dann sieht sie die Fotos im Netz, sieht, was die vier mit ihr gemacht haben. Die ganze Schule weiß von den Bildern. Emma steht unter Schock. Niemals dürfen ihre Eltern erfahren, was ihr passiert ist, doch die Schulleitung sieht die Fotos auf Facebook und informiert nicht nur Emmas Eltern, sondern auch die Polizei. Erstmals fällt das Wort „Vergewaltigung“. Ein Jahr später: Emma geht nicht mehr zur Schule. Sie verlässt das Haus nur noch, um zur Therapie zu gehen. Sie hat Panikattacken und Depressionen, hat zweimal versucht, sich umzubringen. Sie gibt sich die Schuld an dem, was ihr passiert ist. Ihr Fall ist noch immer groß in den Medien, nicht nur in Irland. Die vielen Hasskommentare ziehen Emma noch mehr runter, die wenigsten halten zu ihr, selbst der Pfarrer ist auf der Seite der Täter. Ihre vier Peiniger laufen noch immer frei herum, und es kann noch Jahre dauern, bis es zu einem Prozess kommt. Und wenn es soweit ist, werden die Fotos höchstwahrscheinlich nicht als Beweismittel zugelassen. Soziale Medien sind immer noch juristisches Neuland. Emmas Mutter trinkt zu viel. In der Familie wird nicht über die Vergewaltigung gesprochen. Die Mutter meint, dafür hat Emma ihre Therapeutin. Mit ihren früheren Freunden hat Emma kaum noch Kontakt, nur Connor schreibt ihr täglich Mails. Emma schreibt aber nie zurück. Die Stimmung in der Familie ist im Keller, die Eltern sind kurz vor der Trennung. Emma gibt sich auch dafür die Schuld. Sie glaubt, sie habe das Leben ihrer Eltern zerstört. Dann trifft Emma eine Entscheidung … .
Erschütternd, realistisch und knallhart! Emmas Geschichte ist nur eine von vielen!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Wenn Worte meine Waffe wären"

Schluss mit dem Schweigen: "Wenn Worte meine Waffe wären"!

Kristina Aamand, übersetzt von Ulrike Brauns
Wenn Worte meine Waffe wären
978-3-7915-0098-0
Dressler Verlag
Alter: 12+

Die siebzehnjährige Sheherazade Jenin und ihre Familie sind vor 10 Jahren nach Dänemark geflüchtet. Sheherazade ist die einzige Muslima und Kopftuchträgerin in der Klasse. Ihre Mutter will, dass sie Ärztin wird und Menschen in Krisengebieten hilft, und sie soll natürlich heiraten und viele Kinder bekommen, doch Sheherazade möchte lieber Schriftstellerin werden. Sie schreibt Zines, kurze Texte mit kunstvollen und provokanten Bildern. Ihr Vater war früher Dichter, bis er deswegen ins Gefängnis kam. Während ihre Mutter immer religiöser wird, steigert sich ihr Vater in den Krieg in der Heimat rein, den er im Satellitenfernsehen sieht. Er wird gewalttätig, wirft mit Möbeln, und landet wegen des Stresses irgendwann mit Herzproblemen im Krankenhaus. Dort trifft Sheherazade auf Thea, deren gelähmte Mutter auch dort liegt. Thea ist nett und witzig. Sie gehen zusammen eine rauchen, tauschen Kontaktdaten und werden Freunde auf Facebook. Thea nennt Sheherazade „She“ (und ich ab jetzt auch, weil es einfach kürzer ist). Sie treffen sich immer wieder im Krankenhaus. Auf der Verlobungsfeier von Hamza und Fatima (Bekannte der Familie) sitzt She am Tisch der unverheirateten Frauen und staunt, wie sehr sich Mädchen wie Sohane, Hamzas Schwester, von ihr und Thea unterscheiden. Sie sind so brav und folgsam, denken nur daran, einmal gute Ehefrauen und Mütter zu werden. Shes Klasse geht auf Klassenfahrt. Auf Anordnung ihrer Mutter darf She nicht mit Jungs in einer Hütte schlafen. Ihr ist die Sonderbehandlung peinlich, und die anderen machen sich über sie lustig, ärgern sie beim Flaschendrehen und mobben sie regelrecht. Thea ist da ganz anders. Nachts, wenn ihre Mutter putzen geht, geht She heimlich mit Thea aus. In einer Bar lernt sie Theas Freunde kennen, darunter die Feministin Björk. She raucht, trinkt Wein und übernachtet bei Thea. Sie küssen sich, was She total verwirrt. Sie hat gelernt, dass das abartig und verboten ist, dennoch ist da dieses Verlangen nach mehr. Kann ein Mädchen ein Mädchen lieben? Die Hochzeitsvorbereitungen von Hamza und Fatima sind in vollem Gange. She trifft Sohane in der Waschküche. Die gesteht ihr, dass sie schon einmal verheiratet war. Die Ehe war die Hölle. Ihr Mann hat sie andauernd geschlagen. She bringt Thea zum Wedding-Planner-Treffen mit, und Thea wird von den arabischen Frauen herzlich aufgenommen. Wenn die wüssten, was die beiden getan haben, würden sie sie anspucken und in die Hölle verdammen. She ist mittlerweile überzeugt, dass ein Mädchen durchaus ein Mädchen lieben kann. Sie nimmt Thea auch mit zur Weihnachtsfeier in der Schule, was ein großes Getuschel zur Folge hat. Als Shes Mutter ihre Tochter und Thea im Krankenhausflur beim Küssen erwischt, rastet sie aus. She sei krank und böse und bringe Schande über die Familie. Sie bestellt einen heiligen Mann mit Bart, der She bekehren soll. Die unglückliche Sohane begeht derweil Selbstmord. Der wird als tragisches Unglück dargestellt, denn Selbstmörder kommen in die Hölle. She jedoch sagt auf der Trauerfeier, was sie darüber denkt. Ihre Mutter meint, sie sei nicht länger ihre Tochter und wirft sie raus. Sie zieht zu Thea. Auf Theas Rat hin redet She zum ersten Mal seit Monaten mit ihrem Vater. Sie ist überrascht, denn er zeigt sich sehr tolerant. Er erzählt, dass er und Shes Mutter früher richtige Hippies waren, Wasserpfeife geraucht und Wein getrunken haben. Er gibt seiner Tochter den Rat: Küsse, Schreibe, Tu das, was dich glücklich macht!
Den Rat von Shes Vater kann ich nur an Euch weitergeben! Ein echt starkes Buch!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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