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Mittwoch, 13. September 2023

"Stella und das Geheimnis"


Es gibt gute und schlechte Geheimnisse: "Stella und das Geheimnis"!

Madeleine Bernadotte und Karini Gustafson-Teixeira, übersetzt von Anja Lerz Stella und das Geheimnis 978-3-96846-108-3 migo Verlag Alter: 6+

Stella ist gerade mit Papa Johan, Stiefmutter Camilla, Stiefbruder Ted und Baby-Stifbruder Axel nach Schweden gezogen. Stellas Mama ist in den USA geblieben, daher muss Stella ihren 9. Geburtstag ohne sie feiern. Sie können nur telefonieren. Stella ist aufgeregt: neues Land, neue Schule und hoffentlich bald auch neue Freunde? Zunächst scheint aber erst mal alles ganz blöd zu werden. Camilla schenkt Stella ein Tennisdress, obwohl Stella sich gar nicht für Tennis interessiert und meldet sie auch noch gleich zum Tennistraining an, auf dem Schulweg wird sie von Bosse, dem riesigen Hund ihres Klassenkameraden Ali zu Boden geworfen, und dann muss sie auch noch als allerletzte erfahren, dass ihre Mama in New York mit ihrem Freund zusammengezogen ist und außerdem ein Geschwisterchen unterwegs ist. Der einzige Lichtblick ist Elena aus Stellas neuer Klasse. Im Gegensatz zu den oberflächlichen Zicken Isabelle und Amira scheint Elena richtig nett zu sein, und sie wohnt zudem fast nebenan. Elena schenkt Stella ihren “magischen” Mondstein. Stella bastelt ein Armband daraus. Sie hat das Gefühl, dass der Stein ihr Kraft und Mut gibt. Camilla hat ungefragt Freunde und Verwandte zu Stellas Geburtstag eingeladen, und Stella muss sich von Camillas Tante Charlotte abknutschen lassen. Niemand scheint sich dafür zu interessieren, was Stella eigentlich will. Dank des Mondsteins traut sich Stella, etwas dagegen zu unternehmen: Sie sagt Ali, dass es nicht ok ist, wenn sein Hund sie anspringt und zu Boden wirft, denn das hat echt weh getan. Sie sagt Isabelle und Amira, dass sie aufhören sollen, ständig fiese Kommentare zu Elenas Klamotten abzugeben. Und sie sagt Tante Charlotte, dass ihr das Gekuschel gar nicht recht ist, weil sie sich im Grunde ja gar nicht kennen. Ali entschuldigt sich, dass er seinen Hund nicht im Griff hat, und es zeigt sich, dass er doch nicht so doof ist, wie Stella dachte. Die Zicken zischen ab. Und Tante Charlotte sieht ein, dass Kuscheln und Knutschen nicht immer angebracht ist. Camilla tratscht bei anderen über Stellas Mama, und Stellas Mama wettert am Telefon gegen Camilla. Stella kann beide besänftigen. Alles läuft jetzt viel besser. Zudem sind Stella, Ali und Elena richtig gute Freunde geworden. Doch dann vertraut Elena Stella ein Geheimnis an, das sie niemandem verraten darf. Sie hat Angst, mit dem neuen Freund ihrer Mutter allein zu sein. Der nennt sie Püppchen, und manchmal kommt er nachts in ihr Zimmer. Elenas Geheimnis ist wie ein Stein in Stellas Bauch. Irgendwann hält sie es nicht mehr aus und redet mit ihrem Papa darüber. Und das ist auch gut so, denn nur so kann Elena Hilfe bekommen. 

Ein sehr gutes Buch, auch wenn ich es eher für Leser ab 7 oder 8 Jahren empfehlen würde, bzw. wenn schon ab 6, dann wirklich zum Vorlesen oder gemeinsamen Lesen. Kinder sollten auf jeden Fall die Möglichkeit haben, mit Eltern oder Lehrern über das Buch zu sprechen, daher bietet sich das gemeinsame Lesen auch für die älteren Kinder an! Wichtige Themen werden hier einfühlsam in eine spannende Geschichte verpackt: Es geht um Freundschaft, aber auch darum, Nein zu sagen, wenn man etwas nicht will und darum Grenzen zu setzen. Kein Kuscheln oder Tanten-Küsschen auf Kommando! An diese Grenzen müssen sich die Erwachsenen halten. Die Geschichte geht hier noch einen Schritt weiter. Was Elena mit dem Freund ihrer Mutter erleben muss, ist wirklich schlimm. Und ihr Geheimnis zeigt, wie wichtig es ist, zwischen guten und schlechten Geheimnissen zu unterscheiden. Die Schlechten sollte man keinesfalls für sich behalten, sondern sollte sie einer Vertrauensperson erzählen, um Hilfe zu bekommen.

Prinzessin Madeleine von Schweden engagiert sich schon länger für Kinderrechte. Dieses Buch schrieb sie in Zusammenarbeit mit der World Childhood Foundation.

Viel Spaß beim Lesen!!!


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Mittwoch, 30. August 2023

"Plötzlich wach! Mit der Queen ‘ne Kutsche kapern (Band 1)"


Ach du Schreck! Die Queen ist weg! "Plötzlich wach! Mit der Queen ‘ne Kutsche kapern (Band 1)"!

Maja von Vogel
Plötzlich wach! Mit der Queen ‘ne Kutsche kapern (Band 1) 978-3-551-65577-6 Carlsen Verlag Alter: 8+

Die elfjährige Annemie ist gerade mit ihrer Mama zu ihrer Oma gezogen. Sie vermisst ihr altes Zuhause an der Nordsee und ihren Papa, der als Containerschiff-Kapitän über die Meere schippert. Mama erledigt jetzt die Buchhaltung in Wunderlichs Wachsfigurenkabinett. Das gehört Oma Friederike, die von allen nur Fritz genannt wird. Oma Fritz liebt ihre 163 Wachsfiguren, Pfefferminztee und Klatschzeitschriften. Beim Frühstücken inmitten der Wachsfiguren im viel zu kleinen Eiskönigin-Nachthemd und in Monsterkrallen-Hausschuhen lernt Annemie Leo kennen, den Sohn der neuen Aushilfe, der ein bisschen wie der junge Prinz Harry aussieht. Plötzlich hören sie Oma Fritz schreien. Die Queen ist weg! Wer stiehlt denn eine Wachsfigur? Und warum ist Oma Fritz so vehement dagegen, die Polizei zu rufen? Dann rennt sie wie ein aufgescheuchtes Huhn durch den Garten und schaut hinter jeden Busch. Seltsam. Annemie und Leo wollen den Fall lösen und suchen nach Spuren. Wie sind die Diebe hereingekommen? Im Park gegenüber sehen sie einen Obdachlosen in zerrissenen Klamotten und mit verfilztem Bart auf einer Bank sitzen. Er trägt das Diadem der Queen! Annemie stellt ihn zur Rede. Angeblich hat eine nette alte Dame, die ihn nach dem Weg zur nächsten Pferderennbahn gefragt hat, ihm das Diadem geschenkt. Dann entdecken sie die Schärpe der Queen an einem Parkscheinautomat und treffen einen Jungen, der den königlichen Familien-Orden am Shirt trägt. Er meint, so eine komische alte Tante hat ihn ihm geschenkt, weil er ihr gezeigt hat, wie die Fußgängerampel funktioniert. Bald darauf machen Annemie und Leo eine unglaubliche Entdeckung. Die Queen sitzt quicklebendig in Biggis Bäckerei und frühstückt! Ist das tatsächlich die vermisste Wachsfigur? Beim Gespräch mit ihr zeigt sich, dass sie sich anscheinend wirklich für die echte Queen hält. Leider hat sie kein Geld, um das opulente Frühstück zu bezahlen. Verfolgt von einem riesigen glatzköpfigen Kellner, türmen die drei aus dem Café. Vor der Kirche wartet eine Hochzeitskutsche. Die Queen springt auf den Kutschbock und los geht die Fahrt. Holy Moly! Zurück ins Wachsfigurenkabinett will die Queen nicht, aber sie erzählt, dass Oma Fritz und sie schon ewig die besten Freundinnen sind. Natürlich erregt die Queen Aufmerksamkeit und schon bald bildet sich eine Menschenmenge. Ist das die echte Queen? Hat sie ihren Tod nur vorgetäuscht? Oder ist es ein Werbegag? Ein Theaterprojekt? Als die Polizei auftaucht, setzen die drei ihre Flucht mit einem Tretboot fort, werden dann aber doch geschnappt, als die Queen mal kurz hinter einen Busch … Hey, auch eine Queen muss mal. Die Kinder geben die Queen kurzerhand als ihre verwirrte Oma aus und die Polizei bringt sie nach Hause. Dort hat Oma Fritz einiges zu erklären …

Ich habe dieses rasante Abenteuer in einem Rutsch verschlungen und mich königlich amüsiert! Annemie und Leo sind mir beim Lesen richtig ans Herz gewachsen, vor allem Leo, der trotz seiner vielen Phobien Mut beweist, und die Queen ist einfach super cool! Ich freue mich schon auf weitere Abenteuer. Band 2 ist auch schon erschienen. Da wird Graf Dracula höchstpersönlich zum Leben erweckt. 

Viel Spaß beim Lesen!!!


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Mittwoch, 9. August 2023

"Julian und Anisa und das Wunder vom Wacholderpark"

Ein Fiesling, ein Fußballspiel und zwei besondere Freunde:"Julian und Anisa und das Wunder vom Wacholderpark"!

Benjamin Lebert Julian und Anisa und das Wunder vom Wacholderpark 978-3-407-81306-0 Beltz & Gelberg Verlag Alter: 10+

Julian bewundert die coole Anisa aus dem Wacholderpark. Sie ist ein echter Wirbelwind und ein Fußballass. Julian spielt kein Fußball, sein Hobby ist es, Wörter zu sammeln. Er ist Epileptiker und hat von dem fiesen Diego den Spitznamen “Zitteraal” bekommen. Warum nur muss Anisa immer mit diesem Fiesling abhängen? Irgendwie scheinen alle Mädchen auf Diego zu stehen. Eines Tages spioniert Julian Anisa und Diego hinterher und wird Zeuge, wie sie in das abgebrannte Bootshaus an der Alster einbrechen. Jens Jeschke, der unsympathische Hausmeister, erwischt Julian auf dem Gelände, doch er verrät Anisa und Diego nicht. Auch der Polizei, die wegen des immer noch ungeklärten Brandes ermittelt, sagt er nichts. Für Diego ist klar: Julian hat sie nur deshalb nicht verraten, weil er sie erpressen will. Nichts liegt Julian ferner, doch Diego und seine Kumpels machen ihn trotzdem gnadenlos fertig - bis Anisa eingreift und sich auf Julians Seite schlägt. Diego sagt, wenn Anisa und Julian ihn und seinen Kumpel Henri in einem Fußballspiel (2 gegen 2) besiegen, wird er Julian in Zukunft in Ruhe lassen. Sollte Diego jedoch gewinnen, wird er Julian bei der Polizei als den gesuchten Brandstifter präsentieren. Anisa ist außer sich. Julian hat doch gar nichts getan. Sie hasst es, wenn jemand so auf Schwächere losgeht. Die Zeit läuft. Es ist nicht mehr lange bis zum Spiel. Der unsportliche Julian versagt beim Training total. Er schafft es nicht, ein einziges Tor zu schießen. Diego und Henry sehen, wie Julian sich anstellt und lachen sich kaputt. Anisa ist kurz davor aufzugeben. Doch dann naht die Rettung in Gestalt von Herrn Wong. Der freundliche China-Restaurant-Besitzer mit dem Kugelbauch macht den Kindern Mut. Er erzählt ihnen, dass er früher mal in der Bundesliga als Mittelfeldspieler gespielt hat. Mit seiner Hilfe werden sie das Spiel gewinnen. Da ist er  sich sicher. Seiner Mutter erzählt Julian, dass er in Herrn Wongs Restaurant hilft, denn sie hat ihm tatsächlich einen Ferienjob bei Hausmeister Jeschke arrangiert, damit er keinen “Blödsinn” mehr macht. Sie hat ja keine Ahnung, und wie Jeschke sie anschmachtet, findet Julian einfach nur widerlich. In der Schule lässt der Geschichtslehrer gegenüber Anisa einen rassistischen Kommentar fallen: “Wir sind hier nicht auf Bali, wo man die ganze Zeit im Baströckchen in der Hängematte liegt und aus Kokosnüssen trinkt. Du musst dich anstrengen, Bali-Mädchen!" Keiner sagt was, nur Julian meldet sich und verlangt von dem Lehrer, dass dieser sich sofort entschuldigt, denn was er gesagt hat, ist rassistisch und falsch. Plötzlich stellt sich die ganze Klasse hinter Julian, so dass der Lehrer schließlich einknickt und sich entschuldigt. Anisa ist beeindruckt, wie mutig Julian sich für sie eingesetzt hat. Sie erzählt ihm, dass sie als kleines Kind an Leukämie erkrankt war und ihre Familie nach Deutschland kam, um ihr die beste medizinische Behandlung zukommen zu lassen. Die beiden starten das Geheimtraining mit Herrn Wong. Dessen Bewegungen sind vielleicht nicht mehr so fließend, aber er hat immer noch einen super Schuss drauf. Er will die Kinder voll unterstützen und ihnen Trikots und vor allem Publikum besorgen. Schließlich kennt er das ganze Viertel. Anisa ist beeindruckt. Julian hat so ein Kribbeln im Bauch, wenn er mit Anisa zusammen ist. Das fühlt sich schön an. Die beiden sind ein tolles Team, aber werden sie auch das Spiel gewinnen?

Eine ganz besondere Freundschaftsgeschichte zwischen zwei Kindern, die unterschiedlicher nicht sein könnten! Zum Schluss sind die beiden unzertrennlich und gemeinsam stärker als alle Fieslinge, die ihnen blöd kommen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den beiden. Ich finde, so ist die Geschichte sowohl etwas für Jungs als auch für Mädchen. Das Buch ist eher dünn, was ein Anreiz für Wenigleser und schwache Leser ist, dennoch steckt in dem kleinen Buch eine großartige Geschichte!

Viel Spaß beim Lesen!!!


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Mittwoch, 26. Juli 2023

"Infernia"


Kann eine KI fühlen?: "Infernia"!

Karl Olsberg
Infernia
978-3-7432-1384-5
Loewe Verlag
Alter: 14+

Die fünfzehnjährige Emma und ihr Freund Ben spielen begeistert das neue Computerspiel “Infernia”, an dessen Entwicklung Bens superreicher Vater finanziell beteiligt war. Als Dämonenlord Zardor und Eterim Rialis kämpfen sich die beiden durch eine beeindruckende Fantasy-Welt. Emmas Mutter zeigt dafür wenig Begeisterung. Sie meint, Emma sei spielsüchtig. Emma/ Rialis trifft im Spiel auf den Soldaten Jero, einen NPC (Non-Player-Character), der sich ungewöhnlich menschlich verhält und buchstäblich durch die Hölle geht, um seine Kameraden zu retten. Mit Mario, dem schwulen Physikgenie aus der Parallelklasse, diskutiert Emma darüber, ob die Figuren im Spiel echte Gefühle haben können. Was macht künstliche Intelligenz intelligent? Ben fühlt sich derweil zurückgewiesen und ist eifersüchtig, dass Emma so viel Zeit mit Jero (im Spiel)  und Mario (im echten Leben) verbringt. Er kann auch nicht verstehen, dass Emma noch nicht bereit ist für Sex, daher macht er mit ihr Schluss. Dennoch lädt Bens Vater Emma zu einem Treffen mit dem Firmengründer Fabian Litkowski ein, sehr zum Ärger von Ben. Sie besichtigen die Firma “Infernal Games”. Etwa 3000 simulierte Gehirne, denen eine komplexe Welt vorgegaukelt wird, sind mit einem zentralen Quantencomputer verbunden. Daher haben die NPCs im Spiel quasi ein Bewusstsein und können autonom entscheiden. So viel Aufwand für ein Computerspiel? Litkowski vertraut ihnen an, dass das Spiel nur ein Nebenprodukt ist. Es dient lediglich dazu, die künstlichen Intelligenzen zu trainieren, um sie später anderweitig einzusetzen. Bevor Emma und Ben unter Litkowskis Aufsicht in den modernsten Simrigs (VR-Systemen) das Spiel spielen können, kommt es erneut zum Streit zwischen den beiden. Da ihre Mutter ihr das Spiel verboten hat und sie bei Ben nicht mehr willkommen ist, spielt Emma von nun an bei Mario. Bens Figur Zardor nimmt Jero gefangen, denn er glaubt, dass Emma in Jero verliebt sei. Als sie ihre Figur für Jero opfert, sieht Ben seine Theorie bestätigt. Emma erstellt eine neue Figur und tut alles, um Jero zu retten. Sie versucht Jero zu erklären, wer und was er ist, doch Jeros Schutzmechanismen greifen, und er ignoriert ihre Aussagen zu diesem Thema völlig. Eigentlich ist es auch irgendwie grausam, ihn mit der Wahrheit zu konfrontieren. Emma macht jedoch immer weiter, bis Jero auf einmal verschwindet. Wurde er gelöscht? Da Emmas Account gesperrt wurde und sie sich nicht mehr einloggen kann, sucht sie, gemeinsam mit Mario, Litkowski persönlich auf. Der gibt sich ahnungslos und meint, sie soll sich bei Problemen mit dem Spiel an die Hotline wenden. Emma platzt der Kragen und sie konfrontiert Litkowski: Warum quält er in dem Spiel die empfindungsfähigen KIs? Die KIs haben Gefühle! Litkowski weiß das ganz genau, und er lässt trotzdem zu, dass sie in einer grausamen Fantasy-Hölle, die für sie jedoch real ist, leiden! Emma will gegen das Leid der KIs vorgehen und sich für ihre Rechte einsetzen. Zusammen mit Mario dreht sie ein Video darüber und lädt es hoch. Zunächst hält sich die Reichweite in Grenzen, dennoch fordert Litkowski, dass sie es umgehend löscht, sonst wird das rechtliche Konsequenzen haben. Emma weigert sich, und plötzlich geht das Video viral. Emmas Mutter begreift endlich, worum es Emma geht und dass das nichts mit Spielsucht zu tun hat. Sie schlägt sich voll und ganz auf Emmas Seite und ist stolz auf ihre mutige Tochter. Ein Talkshow-Auftritt, ein Flashmob vor dem Firmengebäude, Emma wird langsam zu einem großen Problem für Litkowski. Er bietet ihr an, Jero wieder zum Leben zu erwecken, wenn sie endlich Ruhe gibt, doch sie bleibt standhaft. Auch wenn ihr viel an Jero liegt, würde seine Rettung bedeuten, tausende andere seiner Art zu verdammen. Es folgen weitere Bestechungsversuche, doch Emma ist nicht käuflich. Litkowski will daraufhin Emmas Glaubwürdigkeit zerstören, denn er befürchtet, sie könnte die vertraulichen Firmengeheimnisse, die er ihr anvertraut hat, öffentlich machen. Was wirklich hinter dem Spiel steckt, hat Emma aber nur Mario verraten. Plötzlich klingelt Emmas Handy, und am anderen Ende ist Jero! Er lotst sie in eine Lagerhalle, wo ein Simrig steht. Sie rechnet damit, dadurch ins Spiel zu gelangen, wahrscheinlich direkt in eine Falle, doch sie findet sich stattdessen in einer US-Militärbasis in Jordanien, an der Grenze zum Irak, wieder. Das ist definitiv kein Spiel! Jero und die anderen KIs steuern hier Drohnen und Kampfroboter. Ist das die Kriegstechnik der Zukunft? Doch das ist noch nicht alles. Der Quantencomputer ist völlig außer Kontrolle und die Menschheit in Gefahr!
Wow, einfach wow!!! Ich feiere Karl Olsberg seit seinem Debüt “Boy in a White Room”. “Infernia” ist bis jetzt sein bestes Buch! Die Story ist super spannend und regt wirklich zum Nachdenken an, was das hochaktuelle Thema KI angeht. Was passiert, wenn eine KI Gefühle entwickelt, Angst und Schmerz verspürt? Was sagt das über die Menschheit aus, wenn wir diese empfindungsfähigen Wesen schlecht behandeln? Wie werden wir Menschen in Zukunft von den KIs behandelt werden? Und wie lange wird die Geschichte von “Infernia” überhaupt noch Science-Fiction sein? 
Viel Spaß beim Lesen!!!


Donnerstag, 20. Juli 2023

"Almuth und der Hühnersommer"


Von Federvieh und neuen Freunden: "Almuth und der Hühnersommer"!

Mareike Krügel
Almuth und der Hühnersommer
978-3-407-75715-9
Beltz & Gelberg Verlag
Alter: 8+

Almuth ist gerade von Berlin aufs Land gezogen. Grund dafür ist die Krankheit ihres kleinen Bruders Jonathan. Er ist oft so schwach, dass er im Rollstuhl sitzen muss, seine Medikamente machen ihn zusätzlich müde, und er braucht manchmal auch ein Sauerstoffgerät, das ihm beim Atmen hilft. Die ganze Familie hat außerdem ihre Ernährung wegen ihm umgestellt. Almuth liebt ihren Bruder von Herzen, doch sie ist oft allein, weil ihre Eltern mit Jonathan bei der Therapie, bei Arztterminen oder im Krankenhaus sind. Sie kommunizieren hauptsächlich über Zettel, die Almuth nach der Schule auf dem Küchentisch vorfindet. Als Almuth das Huhn Ingeborg vor dem aufdringlichen Hahn Friedemann rettet (sie will nämlich mal Retterin bei der Feuerwehr werden, und dafür muss sie üben), lernt sie ihren Nachbarn Matthias Matthiesen kennen. Sie nennt ihn Öhi, weil er sie an den Almöhi aus den Heidi-Geschichten erinnert. Der Öhi ist auch oft allein, seit seine Frau Kathrin und sein Hund gestorben sind. Bald geht Almuth täglich beim Öhi ein und aus, kennt jedes Huhn mit Namen und weiß, wer welche Eier legt. Öhi kann prima Apfelmus kochen, hat immer ein paar Weisheiten auf Lager und freut sich über die nette Gesellschaft. Almuth findet bald noch weitere Freunde. Sie trifft Said, der am Dorfteich angelt, um seiner Helikoptermutter zu entfliehen, die zuhause auf ihn lauert, und sie trifft die quirlige Joy, die eine ganze Horde Geschwister hat. Almuth beneidet beide ein bisschen, Said um die Aufmerksamkeit und Zuneigung, die er von seiner Mutter bekommt und Joy darum, dass sie nie allein und einsam ist. Für Said und Joy jedoch ist Almuths leeres Haus das Paradies. Sie genießen die Ruhe und backen Kuchen mit den Eiern von Öhis Hühnern. Joy nutzt Almuths Zimmer als Rückzugsort, da sie kein eigenes Zimmer hat. Said bestaunt derweil die Elektrogeräte von Almuths Vater. Besonders das Laminiergerät findet er total cool. Er steht auf Technik, und er steht auf Heißluftballons, denn die sind für ihn ein Symbol für Freiheit. Von dem Kuchen, der zwar abenteuerlich aussieht, aber lecker ist, soll auch der Öhi was abbekommen. Der ist heute sehr niedergeschlagen, denn die Hühner Albertina und Helga sind tot, wahrscheinlich von einem Marder umgebracht. Nachdem der Kuchen gegessen und die Hühner beerdigt sind, schmieden die Kinder einen Plan. Sie beschließen, in der Nacht dem Marder aufzulauern und ihm einen solchen Schrecken einzujagen, dass ihm für immer der Appetit auf Hühner vergeht. Sie schleichen sich nachts heimlich raus und halten abwechselnd Wache. Es kommt zwar kein Marder, doch am frühen Morgen taucht ein Habicht auf und stürzt sich auf das Huhn Laxi. Sie können den Habicht vertreiben, doch Laxi ist verletzt. Der Öhi pflegt sie gesund, doch dann wird er selbst krank. Es ist sein Herz! Als die Sanitäter ihn ins Krankenhaus bringen wollen, will Almuth das verhindern, doch sie scheitert. Sie weiß genau, dass er nicht ins Krankenhaus will. Er will stehend im Kartoffelbeet sterben, das hat er gesagt. Zusammen mit ihren Freunden will sie den Öhi aus dem Krankenhaus befreien …
Ein herrliches Sommerabenteuer (welches zwar teilweise im Herbst spielt, aber wer wird denn so kleinlich sein) mit einer sympathischen Heldin, die man sofort ins Herz schließt, genau wie ihre Freunde Öhi, Said und Joy. Trotz der schwierigen Situation mit Almuths krankem Bruder und ihren Eltern, ist das keine typische Problem-Geschichte. Sie hat eigentlich eine perfekte Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang. Ich würde mich sehr über weitere Abenteuer von Almuth und Co. freuen, denn dieses hier hat mir wirklich sehr gefallen. Außerdem ist es auch ein tolles Geschenk für Hühner-Fans!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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