Powered By Blogger

Mittwoch, 26. März 2025

"Academy of Lies - Anatomie einer Verschwörung"

 

Intrigen, Verrat und Mord an der Hochschule: "Academy of Lies - Anatomie einer Verschwörung"


Nina Scheweling

Academy of Lies - Anatomie einer Verschwörung

978-3-7432-1841-3

Loewe Verlag

Alter: 14+

Die 18-jährige Quinn Schreiber hat gerade ihr Medizinstudium begonnen, auf der privaten Hochschule, die einst von ihrem verstorbenen Großvater Wilhelm Schreiber gegründet wurde. Ihr älterer Bruder Florin studiert dort ebenfalls Medizin. Während Flos Ziel es ist, den Menschen zu helfen, sind Quinns Beweggründe für das Studium nicht ganz so edler Natur. Sie will lediglich den Tod verstehen, ihren eigenen Tod, denn sie hat nicht mehr lange zu leben. Im Alter von 6 Jahren erkrankte sie an einer Herzmuskelentzündung und bekam mit 8 ein Spenderherz, welches nun sein “Verfallsdatum” überschritten hat. Quinn leidet unter fortgeschrittener Atherosklerose, und bei ihrer seltenen Blutgruppe stehen ihre Chancen auf ein neues Herz so gut wie bei Null. Ein Kunstherz lehnt Quinn ab. Sie hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden, isoliert sich, will sich mit keinem ihrer Kommilitonen anfreunden, niemand soll sich gezwungen fühlen, ihr beim Sterben zuzusehen. Flo meint, sie wäre so damit beschäftigt zu sterben, dass sie vergisst zu leben. Sie soll mal raus, unter Menschen, auf Partys etc. Als sich Quinn allein in der Bibliothek aufhält, hört sie einen lauten Knall. Jemand wurde auf dem Innenhof erschossen. Der Tote ist Johann Sailer, der neue Rektor. Sailer wollte gegen alte Strukturen vorgehen, wie die Studentenverbindungen, die zahlreiche Vorzüge genießen, z.B. mietfreier Wohnraum oder dass bei Verdacht auf Plagiarismus nicht so genau hingeschaut wird. Quinn findet die Verbindungen archaisch, vor allem da es dort immer noch Degenduelle und dergleichen gibt. Flo, der selbst in einer Verbindung ist, meint, es hätte nun mal Tradition. Um ihrer aufgedrehten und stets gut gelaunten Mitbewohnerin Mira aus dem Weg zu gehen, verbringt Quinn viel Zeit in der Villa ihrer Großeltern, die leer steht, seit ihre demente Oma ins Heim gekommen ist. Nach dem Anatomiekurs und der ersten Begegnung mit einer Leiche, besucht Quinn Flo im Verbindungshaus, wo sie den schweigsamen Leonas kennenlernt, den Fuchs der Verbindung, sprich: den Anwärter der alles machen und sich alles gefallen lassen muss, um in die Verbindung aufgenommen zu werden. Sie lässt sich überreden, am Abend zur legendären Party der Alphas zu kommen, doch sie bereut es schnell: zu viele laute Leute und zu viel Alkohol. Sie verkriecht sich im Billardzimmer und entdeckt durch Zufall einen Geheimgang, was dazu führt, dass sie unfreiwillig einen heftigen Streit zwischen ihrem Bruder Flo und ihrer Tutorin Jana belauscht, dem eine körperliche Auseinandersetzung der beiden folgt. Nachts bekommt sie eine kryptische Nachricht von Flo, er habe “Mist gebaut”. Jana liegt tot in der Badewanne, und Flo haut ab. Hat er etwas mit Janas Tod zu tun? Warum meldet er sich nicht bei Quinn? Die Polizei ermittelt. Da die Badezimmertür von innen verschlossen war, geht man aber bald von einem tragischen Unfall aus. Aber warum wurden sowohl Janas als auch Flos Zimmer im Verbindungshaus durchwühlt? Wer hat was gesucht? Quinn entdeckt einen weiteren Geheimgang. Er führt ins Badezimmer. Sie verschweigt ihre Entdeckung der Polizei und stellt eigene Ermittlungen an. Flo taucht auf, beteuert seine Unschuld, erzählt etwas von einem Blackout, sucht nach irgendwelchen Unterlagen von Opa und verschwindet so schnell, dass Quinn nicht nachhaken kann. Vor wem hat Flo Angst? Sie stößt bei Opas Sachen auf ein okkultes Symbol, das “Siegel Gottes”. Immer wieder finden sich Hinweise auf einen geheimen Zirkel. Anstatt Antworten zu erhalten, tauchen immer neue Rätsel für Quinn auf. Irgendwas hatte ihr Opa mit alledem zu tun. Ihre demente Oma ist bei den Nachforschungen leider keine Hilfe, dafür steht Mira ihr zur Seite und auch Leonas, der nun ihr neuer Tutor ist und zu dem sie sich schon irgendwie hingezogen fühlt. Quinn und Mira steigen in das Beerdigungsinstitut von Miras Eltern ein, um heimlich Janas Leiche zu untersuchen. Dabei entdeckt Quinn etwas Seltsames, etwas, das überhaupt keinen Sinn ergibt. Die Polizei will mit Flo sprechen, aber nicht wegen Janas Tod, sondern wegen des Mordes an Sailer. Quinn findet heraus, dass Sailers Tochter an einem Hirntumor litt, der plötzlich von allein verschwunden ist. Das Mädchen ist seitdem jedoch völlig verändert. Quinn glaubt nicht an Wunder. Immer tiefer gräbt sie nach und begibt sich dabei in Lebensgefahr. Als sie erneut das Arbeitszimmer ihrer Opas durchsucht und dabei auf eine heiße Spur stößt, wird sie von einer dunklen Gestalt niedergeschlagen …

Eindeutig der beste Krimi, den ich in letzter Zeit gelesen habe!!! Gegen Ende gab es gleich zwei Plottwist, die mich laut “OMG” haben kreischen lassen! Nichts ist, wie es scheint! Zunächst dachte ich noch: Ok, eine junge Medizinstudentin, ein Opa mit dunkler Vergangenheit und ein mysteriöser Geheimbund? Hatten wir das nicht schon mal? Wer den Film “Anatomie” gesehen hat, weiß wovon ich rede. Aber dann war es doch ganz anders. Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Was mir auch sehr gefallen hat, ist, dass es keine große Lovestory gibt, die die Krimihandlung bremst. Klar, Quinn und Leonas kommen sich näher, aber da geht nicht wirklich was. Ihr wisst ja, ich bin mehr für Mord als für Liebe zu haben. Oh Gott, wie das jetzt klingt. Ich meine natürlich auf Literatur bezogen! Ach ja, es wird übrigens eine Fortsetzung geben! Ich freue mich schon!!!

Viel Spaß beim Lesen!!!

Buch bestellen? https://www.osiander.de/shop/home/artikeldetails/A1073308891


Mittwoch, 12. März 2025

"Carlo von Catwig - Mopping!"

 



Warum "moppt" der Mops?: "Carlo von Catwig - Mopping!"!

Cora Gofferjé und Christina Groth

Carlo von Catwig - Mopping!

978-3-36357-392-8

fe-medienverlags GmbH

Alter: 8+


Fiesemöpp ist kein netter Mops! Ständig ärgert er die anderen Bewohner des Hundehotels, die Dogge Amboss und den einäugigen Kater Carlo. Vor allem ein Kater hat ja wohl in einem Hundehotel so gar nichts zu suchen, findet er. Er zieht Carlo damit auf, dass er nicht nach draußen darf. Carlo hat nämlich leider eine Krankheit, die für andere Katzen hochansteckend ist. Und bei dem gutmütigen, etwas ängstlichen Amboss lässt Fiesemöpp keine Gelegenheit aus, ihm seine Angst vor Spinnen etc. unter die Nase zu reiben. Dann beißt er auch noch den netten Postboten Herrn Springer ins Hinterteil, vor den Augen der nervig-neugierigen Nachbarn. Diese suchen stets nach Gründen, das Hundehotel schließen zu lassen, und ein bissiger Hund wäre schon ein Grund. Ganz klar: Jemand muss Fiesemöpp endlich mal Manieren beibringen! Am nächsten Tag steht Hundetrainer Herr Tietscher vor der Tür. Ida erklärt ihm die Lage, dass Fiesemöpp die Grenzen missachtet und nun endgültig zu weit gegangen ist. Herr Tietscher will den Ursachen auf den Grund gehen. Da Fiesemöpp so angespannt ist, verordnet er ihm erst einmal eine Runde Yoga. Doch Fiesemöpp weigert sich zu entspannen, also setzt Herr Tietscher Hypnose ein. Plötzlich geht die Tür auf und Ida präsentiert als Überraschungsbesuch Fransziska von Fiesemöpp, auch bekannt als der Filmstar “Miss Mopsy", Gewinnerin von "Germany's First Top Moppel”! Einen Moment lang hofft Fiesemöpp, seine Schwester sei nur ein durch die Hypnose hervorgerufenes Trugbild, doch sie ist wirklich da. Sie ist noch viel fieser als Fiesemöpp. Sofort schubst sie ihren Bruder vom Yoga-Kissen und macht sich über seine schiefen Zähne lustig. Bevor Herr Tietscher geht, verpasst er Fiesemöpp noch einen Maulkorb, den er tragen muss, bis er sein Führungszeugnis hat. Fiesemöpp weiß nicht, was qualvoller ist, unter dem Ding keine Luft zu kriegen oder der Spott seiner Schwester. Sie schafft es auch mal wieder, alle anderen um den Finger zu wickeln und bekommt so alles, was sie will. Als Fiesemöpp nachts dringend mal muss und sich durch die Hundeklappe in den Vorgarten quetscht, wird er von Fremden geschnappt und betäubt. Eigentlich haben es die Entführer auf seine berühmte Schwester abgesehen. Die fällt ihnen wenig später dann auch in die Hände. Amboss und Carlo finden den bewusstlosen Fiesemöpp vor der Haustür liegen. Die Entführer haben einen Zettel dagelassen: Für 10000€ werden sie Franziska freilassen. Obwohl sie ihn sein ganzes Leben lang gequält hat, macht sich Fiesemöpp große Sorgen um seine Schwester, weil sie eben doch trotz allem seine Schwester ist. Er entschuldigt sich bei Carlo und Amboss und gelobt Besserung. Er will nicht mehr mobben/ moppen. Zusammen wollen sie Franziska finden und heil zurückbringen. Damit Ida und der Rest der Welt nichts von Franziskas Verschwinden mitbekommen, muss Fiesemöpp sich verkleiden und sich als seine Schwester ausgeben. Mit dem Rasenmäher-Trecker der Nachbarn machen sich die drei auf den Weg. Wenn sie zusammenhalten, kann die Rettungsaktion ja gar nicht schief gehen, oder?

Warum mobbt der Mops? Nach “Niemandskatze Carlo von Catwig” (mehr dazu hier: https://verenas-welt-der-jugendbuecher.blogspot.com/2020/01/niemandskatze-cat-carlo-von-catwig.html) gibt es ein neues Abenteuer aus dem Hundehotel von Catwig. Also ganz neu ist es nicht mehr, aber das Leseexemplar hatte sich in meinem Stapel ungelesener Bücher lange Zeit ziemlich gut versteckt und ist erst kürzlich wieder aufgetaucht ;-). Mops Fiesemöpp gehörte schon im ersten Buch zu meinen Lieblings-Charakteren, auch wenn er nicht gerade zu den liebenswertesten Gesellen zählt. In diesem tierischen Abenteuer geht es (nicht nur) um Mobbing. Wo hört Hänseln auf, und wo fängt Mobbing an? Was sind mögliche Gründe, warum jemand überhaupt zum Mobber wird? Hinten im Buch finden Kinder und Eltern noch ein paar gute Tipps, was man gegen Mobbing unternehmen kann. 

Viel Spaß beim Lesen!!!


Buch bestellen?

https://www.osiander.de/shop/home/artikeldetails/A1069789330


Mittwoch, 29. Januar 2025

"Hannas Regen"

 

Geheimnis um Hanna: "Hannas Regen"!

Susan Kreller

Hannas Regen

978-3-551-32199-2

Carlsen Verlag

Alter: 12+

Josefin hat nicht viele Freunde. Daher freut sie sich, als eines Tages die geheimnisvolle Hanna neu in die Klasse kommt. An dem Tag regnet es in Strömen, und Hanna ist völlig durchnässt. Sie zieht ein zerlesenes Buch mit dem Titel “Gotische Kirchen bei Licht besehen” aus der Tasche, bettet ihren Kopf darauf, als sei es ein Kissen und macht erstmal ein Nickerchen. Irgendetwas ist seltsam an Hanna. Zum Beispiel reagiert sie nicht, wenn man sie mit ihrem Namen anspricht, und sie spricht selbst nur das nötigste. Josefins Mutter, die bei einem großen Technologiekonzern arbeitet, ist gleichsam irritiert von Hannas Mutter, die neu bei ihr in der Buchhaltung angefangen hat. Sie steckt Josefin mit der Idee an, dass an der ganzen Familie etwas faul ist, und Josefin beginnt zu ermitteln. Sie beobachtet Hanna ganz genau, und es fallen ihr immer mehr verdächtige Dinge auf. Warum erschreckt Hanna bei der Knallgasprobe in Chemie fast zu Tode? Warum bekommt sie Panik, als sich ein Polizist in die Klasse verirrt, der eigentlich zur Berufsberatung in die Klasse nebenan wollte? Warum zieht es sie immer wieder in das alte Planetarium? Und warum hat sie laut Supermarktleiter Pollmann 10 Flaschen Nagellack geklaut, wo sie doch gar keinen trägt? Warum trägt sie nach diesem Vorfall dann doch plötzlich Nagellack? Josefin wird aus ihr einfach nicht schlau. Sie lädt Hanna zum Essen mit ihrer Familie ein. Ihre Mutter hat ein Faible für abenteuerliche Länderküche. Diese Woche ist Liechtenstein dran. Josefins Bruder Carlos legt immer demonstrativ den Flyer vom Pizzalieferdienst auf den Tisch, denn Mutters Kochkünste sind oftmals gewöhnungsbedürftig. Diesmal hat sie beim Nachtisch Zucker und Salz verwechselt, sodass Hanna das Kirschdessert quer über den Tisch spuckt und alles und jeden mit Kirschflecken übersät. Josefins Familie ist schon ein bisschen verrückt, aber liebenswert. Ihr Vater ist Lehrer, und sein Hobby ist das alte Festnetztelefon. Wenn dort mal jemand anruft, was selten genug vorkommt, da die Leute fast nur noch von Handy zu Handy kommunizieren, meldet er sich mit den schrägsten Namen und lacht sich kaputt über die Reaktion der Anrufer. Josefin hat inzwischen eine Theorie zum “Hanna Rätsel”: Hanna und ihre Familie müssen im Zeugenschutzprogramm sein! Dazu passt auch, dass sich Hanna nicht mit dem Rest der Schülergruppe fotografieren lassen will und ihre Mutter sogar gegenüber einem Fotografen des regionalen Käseblatts handgreiflich wird, um ja nicht abgelichtet zu werden. Am letzten Tag vor den Ferien fehlt Hanna in der Schule, und die Lehrerin bittet Josefin, ihr einen Umschlag vorzubringen. Hannas Eltern behaupten, dass Hanna a) krank und b) in der Badewanne ist, doch sie sind schlechte Lügner. Josefin sucht Hanna und findet sie schließlich auch. Hanna freut sich über das Weihnachtsgeschenk, das Josefin ihr mitgebracht hat, einen Schlüsselanhänger in Form eines gotischen Fensters und Kirsch-Schokolade. Nun sind sie wirklich Freundinnen. Die beiden reden nicht viel, aber manchmal braucht man keine Worte. Die besten Freunde sind die, mit denen man auch mal schweigen kann, ohne dass es unangenehm wird. Als Hanna wieder zum Länderküchen-Familienessen bei Josefin ist, diesmal ist Ägypten an der Reihe, taucht Hannas Mutter auf, zerrt sie förmlich aus der Wohnung und flüstert etwas von “kein Kontakt”, was Josefins Theorie zu bestätigen scheint. Doch dann ist Hanna plötzlich verschwunden. Josefin findet ihr Buch mit den gotischen Kirchen im Regen bei den Mülltonnen. Hannas Geheimnis wird schließlich gelüftet, aber nichts ist so, wie es bisher schien … 

Eine ungewöhnlich leise Geschichte, aber dennoch spannend bis zur letzten Seite! Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen, weil ich einfach wissen wollte, was denn nun wirklich mit Hanna los ist. Wer viel Action braucht, der ist hier falsch, aber wer eine wirklich außergewöhnliche Freundschaftsgeschichte, die auch sprachlich aus der Masse heraussticht, lesen will, der liegt mit diesem Buch goldrichtig! 

Viel Spaß beim Lesen!!!

Buch bestellen? https://www.osiander.de/shop/home/artikeldetails/A1071196291


Mittwoch, 15. Januar 2025

"Beat vor die Eins"

 

Leben und Leiden eines Teenagers: "Beat vor die Eins"!


Alexandra Helmig

Beat vor der Eins

978-3-95854-219-8

Mixtvision Verlag

Alter: 14+

Das Leben der fünfzehnjährigen Ina läuft gerade alles andere als optimal. Die Ehe ihrer Eltern ist am Ende, was ihre Mutter nicht wahrhaben will. Während der Vater Zeit mit seiner Geliebten verbringt, heult sich die Mutter bei Ina aus. Ina hingegen lässt alles bei ihrer besten Freundin Vicki raus, textet sie die ganze Nacht zu, bei zu viel Alkohol und Zigaretten. Auch ihrem Klavierlehrer heult Ina vor, wie Kacke es doch gerade zuhause läuft, auch um davon abzulenken, dass sie schon wieder nicht geübt hat. In der Schule versagt sie komplett in Mathe, freut sich über jede knappe 5 und kann es nicht lassen, ihren Lehrer zu provozieren. Dann will Theo auch noch, dass sie in seiner Band singt. Obwohl sie sich darüber freut und mit Feuereifer dabei ist, hat sie beim ersten Auftritt einen totalen Blackout und wird ausgebuht. Und wo ist eigentlich Vicki, die doch in der ersten Reihe stehen und sie unterstützen wollte? Als wäre dieses ganze Chaos nicht schon genug, schlägt nun auch noch die Liebe zu, aber voll. Immer wenn Ina Phil, den neuen, coolen Typen, der aus Berlin hergezogen ist, sieht, hat sie Schmetterlinge im Bauch und bekommt kein vernünftiges Wort mehr raus. Vicki findet Phil arrogant, nur weil er aus Berlin kommt. Ist sie vielleicht nur eifersüchtig? Beide Mädchen sind dauerhaft unzufrieden mit ihrer Figur: zu dicke und kurze Waden, zu kleine Brüste … Immer wieder schmieden sie neue Pläne, um abzunehmen und probieren verschiedene Diäten, die sie aber immer nur ein paar Tage durchhalten. Ina träumt davon, so richtig dürr zu sein und dann von allen anderen Komplimente dafür zu bekommen, aber das wird wohl ein Traum bleiben. Ihr Vater nimmt sich eine Auszeit und verschwindet einfach, ihre Mutter dreht komplett am Rad. Die Sprachferien an der Côte d’Azur kommen Ina da gerade recht. Nix wie weg hier. Sie ahnt nicht, dass sie vom Regen in die Traufe gerät. Die malerische Landschaft ist nicht halb so malerisch, das Haus ist potthässlich, der Gastvater, ein ehemaliger Boxer, ist aufdringlich. Gastmutter Sylvie ist immerhin ok. Ina muss im Kinderzimmer der zweijährigen Claire schlafen, was der Gastvater als Vorwand nimmt, um nachts immer wieder hineinzuschauen, er will ja “nur” nach seiner Tochter sehen. Doch Ina wird wach, als er vor ihrem Bett steht und seinen Dödel an ihr reibt. Das Bad kann man übrigens auch nicht abschließen. Einziger Lichtblick in dem Katastrophenurlaub ist Yann, Sylvies 22-jähriger Bruder. Mit ihm hat Ina ihr erstes Mal. Als sie wieder in Deutschland ist, bleiben ihre Tage aus. Ist sie etwa schwanger? Falls ja, dann wäre sie nicht die Einzige, denn auch Vaters Geliebte hat verkündet, dass sie Nachwuchs erwartet und dass sich Inas Vater jetzt doch endlich von Inas Mutter trennen soll. Wie soll es jetzt weitergehen?

OK, am Anfang war ich ein bisschen verwirrt von der Art, wie dieses Buch geschrieben ist. Viel Text hat es nämlich nicht, und ich hatte es auch recht schnell durch. Irgendwann fand ich es dann eigentlich auch ganz spannend, in die Gefühlswelt der pubertierenden Ina einzutauchen. So ganz warm wurde ich aber nicht mit ihr. Für meinen Geschmack hatte das alles ein bisschen zu viel schnelles Drama und zu wenig Inhalt. Trotzdem ist es kein schlechtes Buch. Davon, dass es angeblich in den 90ern spielt, merkt man aber nicht viel, außer dass oft und überall geraucht wird. Als ehemaliges “Pubertier” der 90er hatte ich da auf etwas mehr gehofft. Die Playlist (über QR-Code)  ist ganz nice, hat aber wenig mit dem Inhalt des Buches zu tun. 

Buch bestellen?

https://www.osiander.de/shop/home/artikeldetails/A1071508271

Mittwoch, 20. November 2024

"Gras unter meinen Füßen"

 

Ada blüht auf: "Gras unter meinen Füßen - Das Jahr, als ich leben lernte"


Kimberly Brubaker Bradley, übersetzt von Beate Schäfer

Gras unter meinen Füßen - Das Jahr, als ich leben lernte

978-3-423-64114-2

dtv Reihe Hanser

Alter: 11+

Ada wurde ihr Leben lang klein gehalten. Von ihrer Mutter wurde sie immer als Schande und Belastung angesehen, weil sie mit einem verkrüppelten Fuß geboren wurde. Ihre Mutter misshandelte sie physisch und psychisch, einzig ihr kleiner Bruder Jamie war für sie da. Doch als Jamie größer wird, zur Schule geht und Freunde findet, ist Ada wieder ganz allein. Sie darf das Haus nicht verlassen. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, werden viele Kinder aus London aufs Land geschickt, auch Jamie. Ada soll in der Wohnung bleiben. Sollen sie doch die Bomben treffen, meint ihre Mutter. Doch Ada, die sich sonst immer nur kriechend fortbewegt hat, hat in den letzten Wochen heimlich das Stehen und Laufen gelernt. So gelingt es ihr unter Schmerzen, zum Sammelplatz an der Schule zu kommen und dann zusammen mit Jamie und den anderen Kindern in den Zug zu steigen. Die anderen fahren einer ungewissen Zukunft entgegen. Ada fährt in Richtung Freiheit. Die Geschwister werden bei Miss Susan Smith, einer älteren Dame, einquartiert, die sie zunächst nur widerwillig aufnimmt, da sie keine Ahnung von Kindern hat. Beim Baden, ein Luxus, den die beiden gar nicht kennen, entdeckt Susan Adas Klumpfuß. Sie will Ada helfen, doch Ada zuckt zurück, da sie erwartet, geschlagen zu werden. Susan ist entsetzt über den verwahrlosten Zustand der Kinder, die weder ihr Alter noch ihren Nachnamen wissen. Sie schätzt Jamie auf höchstens 6 Jahre, Ada ca. 9 Jahre. Sie bringt sie zum Arzt, der meint, beide Kinder seien stark unterernährt und wundert sich, dass Adas Klumpfuß nicht schon im Säuglingsalter behandelt wurde und gibt ihr Krücken. Susan geht mit den Kindern einkaufen, da sie keine Wechselkleidung besitzen. Ada versteht nicht viel von dem, was um sie herum vorgeht. Sie war noch nie bei einem Arzt, in einem Laden oder in einer Bank. Ein Radio hat sie auch noch nie gesehen. Langsam werden die alte Dame und die Kinder miteinander warm. Susan schläft schlecht, seit ihre Freundin/ Lebensgefährtin Betty vor drei Jahren an Lungenentzündung gestorben ist. Betty hat ihr das Pony Butter vererbt. Ada ist ganz angetan von Butter. Sie verbringt viel Zeit mit dem Pony und bringt sich selbst das Reiten bei. Während Ada richtig aufblüht, hat Jamie noch immer Heimweh, macht ins Bett, und Ada findet, dass er richtig undankbar ist. Sie genießt ihre Freiheit, dass sie rausgehen kann und dass niemand gemein zu ihr ist und ihr weh tut. Ada geht erstmals in die Schule, doch die Lehrerin meint, sie sei dumm und könne nicht beschult werden. Das ist Blödsinn. Ada ist nicht dumm, es hat ihr nur noch niemand etwas beigebracht. Susan glaubt fest an Ada. Sie beginnt, den Kindern Abends vorzulesen, um ihren Wortschatz zu erweitern und will Ada das Lesen beibringen. Beim Reiten auf Butter lernt Ada das Mädchen Margaret kennen, deren Pferd durchgegangen ist. Margaret ist erstaunt, dass Ada so gut reiten kann, obwohl niemand es ihr beigebracht hat. Ada reitet gemeinsam mit der verletzten Margaret auf deren Pferd und bringt sie so nach Hause. Margarets Mutter, Lady Thorton, schenkt Ada alte Reitkleidung von Margaret. Jamie will nicht zur Schule, verrät aber nicht wieso. Dann entdeckt Susan sein verletztes Handgelenk. Die Lehrerin bindet seine linke Hand brutal fest, damit er nicht mit Links, der “Hand des Teufels” schreibt. Susan meint, das sei Quatsch und sie habe in Oxford einen linkshändigen Professor gehabt. Jamie soll schreiben dürfen, mit welcher Hand er will, oder sie wird rechtliche Schritte einleiten. Ada ist beeindruckt. Butter hat Schwierigkeiten beim Laufen und Grimes, der Stallmeister der Thortons, kann nur entsetzt den Kopf schütteln. Das Pony war seit Jahren nicht beim Hufschmied. Zum Glück kann er Butter helfen. Susan tut es leid, dass sie Butter aus Unwissenheit so vernachlässigt hat. Sie dachte, ein Platz auf der Weide und genügend Futter wären alles, was ein Pony braucht. Betty war die Pferdeexpertin von den beiden. Ada macht im Laufe der Zeit viele neue Erfahrungen. Sie geht ins Kino, sieht das Meer, geht in die Kirche, aber dass sie nichts für ihren Fuß kann, nichts verkehrt gemacht hat und schon gar nicht schlecht oder böse ist, das will ihr immer noch nicht in den Kopf. Der Krieg dauert an, Verdunklung und Lebensmittelknappheit werden Alltag. Jamie macht nicht mehr ins Bett, seit er einen floh-verseuchten Kater abgeschleppt hat, der nun bei ihm schläft. Ada lernt, im Damensattel zu reiten, da sie immer Schwierigkeiten mit den Steigbügeln hat. Die Geschwister feiern zum ersten Mal richtig Weihnachten, mit Baum und Geschenken. Der Krieg ist jetzt auch in dem kleinen Dorf in der Grafschaft Kent angekommen. Es kommt zu Luftangriffen. Ada hilft mit, die verletzten Soldaten zu pflegen, die die Schlacht von Dünkirchen überlebt haben. Außerdem trägt sie durch ihre Wachsamkeit wesentlich dazu bei, einen Spion zu enttarnen und wird zur Heldin. Doch dann taucht plötzlich ihre Mutter auf und will Ada und Jamie mit zurück nach London nehmen, obwohl der Krieg noch andauert. Für Ada heißt das: Zurück in die Hölle!

Diese Geschichte hat mich wirklich berührt. “Gras unter meinen Füßen” ist eines dieser Bücher, das Dich mit Tränen in den Augen und einem Lächeln im Gesicht zurücklässt. Ada ist mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen. Sie weiß so wenig von der Welt, alles ist neu für sie. Einerseits wünscht sie sich, Ihre Mutter wäre wie Susan, andererseits fragt sie sich, ob sie Susan wirklich vertrauen kann, weil Susan ja vielleicht doch so ist wie ihre Mutter. Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte. ob es ein Happy End gibt. Das Ende verrate ich jetzt nicht, aber ich kann sagen: Dieses Buch hat das Zeug zum Lieblingsbuch!

Viel Spaß beim Lesen!!!

Buch bestellen?

https://www.osiander.de/shop/home/artikeldetails/A1069888683