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Mittwoch, 12. Juli 2023

"Die Misewa Saga - Die weite Steppe "


Vergiss nicht, wer Du bist: "Die Misewa Saga - Die weite Steppe "!

David A. Robertson, übersetzt von Michael Raab
Die Misewa Saga - Die weite Steppe (Band 1)
978-3-95878-047-7
Little Tiger Verlag
Alter: 10+

Seit 2 Monaten lebt die dreizehnjährige Morgan bei ihren Pflegeeltern Katie und James in Winnipeg. Es ist bereits ihre 8. Pflegefamilie. Vor einer Woche ist noch der zwölfjährige Eli dazugekommen. Für ihn ist es die erste Pflegefamilie. Beide Kinder haben indigene Wurzeln. Im Gegensatz zu Eli hat Morgan jedoch gar keinen Bezug zu ihrer Kultur. Sie reagiert aufbrausend, als ihre Pflegeeltern Essen aus einem indigenen Restaurant holen und ihr ein Paar Mokassins schenken, obwohl sie im Grunde weiß, dass sie es eigentlich nur gut meinen. In der Schule sind Morgan und Eli Außenseiter. Morgan wundert sich, dass die nette Emily ihre Gesellschaft sucht, denn sie kann sich selbst nicht so recht leiden, also warum sollten es andere tun. Emily hilft Morgan, einen neuen Zeichenblock für Eli aufzutreiben. Eli zeichnet fantastische Landschaften und Tierwesen. Morgan hingegen liebt Fantasy-Bücher. Sie nimmt Eli mit in ihr Geheimversteck auf dem Dachboden, damit er sie nicht so einsam fühlt. Sie liest. Er zeichnet. Eigentlich ist der halb-renovierte Dachboden Sperrzone für die Kinder. Als Eli eine seiner Zeichnungen an die Wand hängt, fegt plötzlich der Schneesturm aus dem Bild durch den Dachboden. Die Zeichnung wird zu einer Tür in eine andere Welt. Eli zieht es dorthin. Die Weite der Landschaft erinnert ihn an sein Zuhause. Als er sich nachts davon schleicht, bleibt Morgan nichts anderes übrig, als ihm zu folgen. Vielleicht braucht er ja Hilfe. Sie verliert das Bewusstsein im Schneesturm und wird von Ochek gerettet, einem aufrecht gehenden, sprechenden und Kleidung tragenden Otter. Er bringt sie nach Misewa, dem einzig verbliebenen Dorf im nördlichen Land. Eli ist auch dort - und das schon seit 2 Wochen! Die Zeit vergeht hier anders. Morgan träumt von ihrer Mutter, die etwas auf Cree sagt. Eli übersetzt: "Vergiss nicht, wer du bist.” Ochek erzählt von einem Mann, der vor ihnen herkam. Er wurde zunächst von den Dorfbewohnern (alles Tierwesen) freundlich aufgenommen, doch er war gierig und schlecht und wurde schließlich verbannt. Da er die Sommervögel mitgenommen hat, herrscht nun ewiger Winter. Das Eichhörnchen Arik, stolze 1,50m groß und wie die Bewohner des Dorfes vom Schöpfer mit Worten ausgestattet, das die Fallen im Camp von Ochek geplündert hat, weiß wo die Sommervögel sind. Obwohl der Rat von Misewa den Menschenkindern nicht so ganz vertraut, schickt er sie mit Ochek und Arik los, um die Sommervögel zu finden. Auf der Reise kommen Morgan und Eli sich näher. Morgan sieht in ihm bald einen Bruder, den sie als große Schwester beschützen muss. Sie erreichen den Gipfel des Berges und können die Grenze sehen, die die “Grüne Zeit” von der “Weißen Zeit” trennt. Ein Wolf, der dem Mann dient, versucht sie aufzuhalten und Eli zu verschleppen. Die anderen können dies jedoch verhindern. Es kommt zum Kampf. Der Wolf ergibt sich. Sie versorgen seine Wunden und lassen ihm ihr Zelt. Es gelingt ihnen, die Hütte des Mannes zu finden und die Sommervogel in ihren Besitz zu bringen. Doch auf der Flucht mit dem Kanu wird Ochek von einem Pfeil getroffen. Es sieht gar nicht gut aus …
Ein beeindruckendes Abenteuer in einer fantastischen Welt, das zeigt, was die Gier der Menschen anrichten kann und uns ermahnt, achtsam mit unserer Welt umzugehen! Nachdem mich bereits Robertsons “Strangers” (Cole Harper Reihe) begeistert hat, war ich neugierig auf seine neue Serie. Der Autor ist selbst indigen und weiß, worüber er schreibt. Er schafft einen Zugang zu der Gefühlswelt der Pflegegeschwister Morgan und Eli, die im Laufe der Geschichte immer enger zusammenwachsen und schließlich eine Familie werden. Mir gefiel sowohl der Fantasy-Teil, der mich etwas an "Narnia" erinnert hat, als auch der, der in der realen Welt spielt. Bin schon gespannt, wie es mit Morgan und Eli weitergeht.
Viel Spaß beim Lesen!!!

Mittwoch, 5. Juli 2023

"Das Mädchen in unserem Badezimmer"


Jung und obdachlos: "Das Mädchen in unserem Badezimmer"!


Henrik Hitzbleck & Kerstin Wacker

Das Mädchen in unserem Badezimmer

978-3-0007-1776-5

Wacker und Freunde Verlag

Alter: 12+


Die vierzehnjährige Amra fällt aus allen Wolken, als ihre Mutter das seltsame Mädchen von der Parkbank einlädt, bei ihnen zu duschen. Das Mädchen, die siebzehnjährige Coco, gegenwärtig ohne festen Wohnsitz, taucht tatsächlich auf und verbringt geschlagene 6 Stunden im Bad, färbt sich die Haare, benutzt Mutters Parfüm und Nagellack - und vergisst ihr Tagebuch, das später die Putzfrau findet. Amra und ihre beste Freundin Louise lesen es, um herauszufinden, wo Coco sein könnte, damit sie ihr das Buch zurückbringen können. Alle Einträge beginnen mit “Liebe Jasmin”. Jasmin ist Cocos jüngere Halbschwester. Als Jasmin geboren wurde, war Coco 11 Jahre alt. Damals war sie glücklich. Der neue Freund ihrer Mutter, Jasmins Vater Carlos, war auch für sie wie ein Vater. Als Carlos stirbt, bricht ihre Welt zusammen. Ihre Mutter stürzt völlig ab, verfällt dem Alkohol und verschwindet oft tagelang. Coco kümmert sich um Jasmin. Die beiden sind oft in der Bücherei. Irgendwann kommt ihre Mutter in eine Entzugsklinik, doch sie bricht den Entzug ab und verschwindet mit ihrem neuen Freund nach Tunesien. Jasmin kommt zu Pflegeeltern und Coco in eine Wohngruppe irgendwo in der Pampa. Nach ihrem Hauptschulabschluss arbeitet Coco in der Altenpflege. Als ihr eine demente Dame 1375€ schenkt, haut sie ab nach Berlin, wo sie zunächst bei ihrer Bekannten Nessa unterkommt. Nessa ist drogenabhängig und wird von ihrem “Freund” Karim zur Prostitution gezwungen. Schnell kommt es zum Bruch zwischen den beiden Mädchen, denn Coco hält nichts von Drogen. Sie kommt eine Weile bei verschiedenen Bekannten und Freunden von Freunden unter, übernachtet dann in Schrebergärten … Amra und Louise sind geschockt von dem, was Coco in dem Tagebuch schreibt. Sie müssen Coco unbedingt finden, fragen nach ihr in der Bücherei, im Schwimmbad, an all den Orten, über die Coco im Tagebuch geschrieben hat. Sie hängen auch Zettel auf. Sie kombinieren ihre Suche mit einer Artikelserie für die Schülerzeitung, interviewen die Helfer in der Bahnhofsmission Zoo, wo es Duschen und Essen für Obdachlose gibt und sogar Tierärzte für deren Hunde, interviewen eine Polizistin von der Vermisstenstelle und den Sozialarbeiter/ Streetworker Sebastian, der den Straßenjugendlichen auf dem Alexanderplatz hilft. Sie treffen viele Leute, die Coco kennen, doch niemand scheint zu wissen, wo sie ist. Frau Kowaczek, mit der Coco immer am Brunnen geraucht hat, meint, dass Coco im Krankenhaus sei. Sie will ihr das Tagebuch bringen. Kaum hat sie das Tagebuch, hören Amra und Louise nichts mehr von ihr. Da ist doch etwas faul. Sie vermuten, dass Frau Kowaczek verhindern will, dass sie Coco finden. Warum sonst sollte sie ihnen so viele unterschiedliche Geschichten erzählt haben, von wegen, Coco sei bei ihrer Oma, in Hamburg, in Kuba und jetzt angeblich im Krankenhaus. Sie machen sich große Sorgen um Coco und malen sich die schlimmsten Dinge aus, die ihr passiert sein könnten, als sie plötzlich eine heiße Spur finden …

Würdest Du eine(n) Obdachlose(n) bei Dir zuhause duschen lassen? Die sehr authentisch erzählte Geschichte von Coco geht unter die Haut und regt zum Nachdenken an. Es ist alles andere als ein typischer Krimi. Sowohl durch Cocos Tagebuch als auch durch Amras und Louises Recherchen bekommt man einen guten Einblick in das Leben von Straßenjugendlichen. Die Recherchen und Tagebucheinträge wechseln sich ab, und die fertigen Schülerzeitungsartikel mit den Interviews findet ihr dann ganz hinten im Buch. Ich kannte Amra schon von “Klappe, Cut, Hurra”, was auch ein tolles Buch war, muss aber sagen, dass mir “Das Mädchen in unserem Badezimmer” noch besser gefallen hat. Es ist einfach ein total interessantes Thema, super spannend geschrieben, und es wühlt einen beim Lesen auf, aber nicht so, dass es einen total runterzieht. 

Viel Spaß beim Lesen!!!


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Donnerstag, 29. Juni 2023

"Mimi Zuckerperle und die Zauberbäckerei"


Zuckersüßes Hex-Vergnügen: "Mimi Zuckerperle und die Zauberbäckerei"!

Sandra Grimm und Laura Bednarski Mimi Zuckerperle und die Zauberbäckerei 978-3-401-71835-4 Arena Verlag Alter: 7+

Als Mimi Zuckerperle auf ihrem Hexenbesen durch den Wald zischt, fällt ihr ein Plakat ins Auge. Die Hexenschule sucht eine neue Lehrerin für die Zauberbäckerei. Das wäre doch etwas für Mimi. Immerhin war sie schon Bäckerin am Südpol und Forscherin für Vulkanbäckerei. Ihr Freund, das Eichhörnchen Nüssli, ist eher skeptisch, denn bei Mimis Back-Zaubereien geht meistens etwas schief. Sie backt mit viel Gefühl, und das wortwörtlich. Ihre Gefühle haben direkte Auswirkungen auf ihre Plätzchen, Kuchen und Torten. Mimi bewirbt sich bei der Schuldirektorin Clara Kadabra für den Job, doch sie ist nicht die Einzige. Auch die grimmige Hexe Furunkel will Lehrerin in der Zauberbäckerei werden. Furunkel kann Mimi nicht leiden, weil sie gegen sie bei einem Backwettbewerb in Grönland verloren hat. Nach drei Tagen Probezeit und einer finalen Prüfung soll die Entscheidung fallen, wer von den beiden den Job bekommt. Mimi werden die Hexenschüler*innen Brux, Lore, Nuls und Malla zugeteilt. Sie sollen von ihr lernen. Mimi ist ganz aufgeregt und zappelig. Sie will saure Hexenküsse aus Keksen, Zitronenschaum und Schokolade backen. Als sie Schluckauf bekommt, bekommt auch der Kessel Schluckauf, und der ganze Teig hüpft hinaus. Als Mimi sich vor einem lauten Knall erschreckt, explodiert der Teig. Nüssli hat den Verdacht, dass Furunkel mit Absicht für Unruhe sorgt, um Mimis Arbeit zu sabotieren, denn er hat Furunkels Katzen ganz in der Nähe gesehen. Die Hexenschüler*innen finden Mimi nett und lustig, doch die Prüfung naht, und sie haben noch nichts zu Ende gebacken. Also will Mimi es mit einem altbewährten Muffin-Rezept versuchen, das immer gelingt. Sie macht sich auf, ihr Backbuch zu holen. Doch, oh weh, die Tür ihres Hexenhauses ist zugesperrt. Und nicht nur das: Nüssli ist eingeschlossen! Er ist in die Falle getappt, die Furunkel für Mimi gestellt hat. Mimi kann nicht hinein, und Nüssli kann nicht heraus. Was für ein Schlamassel! Und die Zeit bis zur Prüfung wird immer knapper. Jetzt ist eine kreative Problemlösung gefragt. Zum Glück hat Mimi schon eine Idee. Kann sie Nüssli befreien? Wird sie die Prüfung bestehen und die neue Lehrerin werden?

Ein tolles interaktives Leseabenteuer für kleine Hexen! Halte Ausschau nach dem Keks-Symbol und entdecke viele coole Extras! Bestehst Du die Eingangsprüfung für die Hexenschule? Finde Deinen Hexen-Namen, mach Hexen-Yoga, entdecke Zungenbrecher, erfinde Zaubersprüche, und verwandel Dein Kuscheltier in einen Hex-Glücksbringer!

Die Geschichte von Mimi Zuckerperle ist super lustig und macht richtig Spaß! Mein persönlicher Liebling ist Nüssli. Mal ehrlich, ist das nicht der allersüßeste und allercoolste Name für ein Eichhörnchen? Wenn Euch Mimi Zuckerperle auch so gut gefallen hat wie mir, habe ich gute Nachrichten für Euch. Der zweite Band kommt schon ganz bald. 

Viel Spaß beim Lesen!!!


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Mittwoch, 14. Juni 2023

"Kira Kolumna - Plötzlich beliebt"


Freundschaft, Follower & Fake-News: "Kira Kolumna - Plötzlich beliebt"!

Matthias V. Bornstädt und Johanna Olsen

Kira Kolumna - Plötzlich beliebt (Band 2)

978-3-505-15109-5

Schneiderbuch Verlag

Alter: 10+


Nachwuchs-Reporterin Kira Kolumna (die Nichte 3. Grades von Karla Kolumna) ist gerade von Madrid nach Mühlheim-Südberg gezogen. Am ersten Tag in der neuen Schule kommt sie zu spät und bekommt einen peinlichen Schluckauf, aber sonst läuft es eigentlich ganz gut. Die Klasse 10b scheint voll in Ordnung, und die anstehende Projektwoche zum Thema Social Media klingt total interessant. Kira lernt die nette Nele kennen. Lars, den Sohn ihrer Nachbarin, kannte sie schon vorher. Kira hat einen Newsblog mit 7 Followern. Er ist nur für enge Freunde gedacht. Ihr ist das Schreiben an sich wichtig, nicht die Likes und Follower. Saskia, der Star der Klasse, sieht das ganz anders. Sie lebt für Likes und Follower und wird von allen gefeiert, weil sie jedes Wochenende perfekt gestylt um die Welt jettet und aufregende Stories postet. Lea und Kimmy beten sie geradezu an. Leute wie Nele, deren Account zum Thema Schminken weniger als 100 Follower hat und die damit weit unten in der Hierarchie stehen, werden von Saskia ignoriert. Als Nele plötzlich durch ein Selfie-Video mit dem bekannten und mega süßen Sänger Jannis sowohl in der Klasse als auch Online Aufmerksamkeit und Likes erntet, ist Saskia ganz schön angepisst. Nele postet einen Beitrag nach dem anderen. Jannis, den sie im Eiscafé getroffen hat, hat ihr nicht nur ein Eis spendiert, sondern ihr außerdem einen Auftritt in seinem neuen Musikvideo angeboten. Eigentlich ist das aber alles noch streng geheim. Kira schlägt Nele vor, sie zum Dreh zu begleiten und eine Reportage darüber zu machen. Nele reagiert total seltsam und hält Kira hin. Sie müssen erst noch eine geeignete Location für den Dreh finden. Noch am selben Tag postet sie ein Bild von sich mit buntem Glitzer-Make Up und “Bin gleich am Set”. Als Kira zufällig Neles Mutter trifft, die nichts von dem Dreh weiß, fliegt alles auf. Nele gesteht Kira, dass sie sich die ganze Story nur ausgedacht hat. Zwar hat sie Jannis in der Eisdiele getroffen, aber der Rest ist reine Fiction. Es hat sich so toll angefühlt, im Mittelpunkt zu stehen und von allen gemocht zu werden. Irgendwann geriet die Geschichte aus dem Ruder. Kira ist in der Zwickmühle. Sie hasst Lügen und Fake News, will aber auch Nele nicht verpetzen. Sie meint, Nele muss von sich aus den anderen die Wahrheit sagen. Doch Nele lässt sich von Saskia provozieren und verheddert sich noch weiter in ihrem Netz aus Lügen. Als sie dann auch noch Kira mit reinzieht, die angeblich bei dem Videodreh in der alten Uhrenfabrik dabei war, spielt Kira nicht mit. Neles Kartenhaus bricht zusammen. Saskia weidet sich an ihrer Verzweiflung. Nele taucht ab. Sie schwänzt die Schule. Zuhause ist sie auch nicht. Kira und Lars suchen sie. Zufällig entdecken sie dabei das Geheimnis von Saskias Erfolg, denn ihr ach so cooles Leben ist mehr Schein als Sein …

Glaub nicht alles was Du online siehst! Was zu schön ist, um wahr zu sein, ist alles Fake und Filter. Ich hatte in dem Alter nur einen analogen Fotoapparat. Wenn die Bilder entwickelt waren, zeigten sie die ungeschönte Wahrheit (manchmal etwas unscharf) und wurden in Alben geklebt, zu denen der Rest der Welt (zum Glück) keinen Zugang hatte. Es fällt mir nicht so leicht, die “jungen Leute” und ihr "Instagram-Leben" zu verstehen, dennoch fand ich die Geschichte sehr interessant. Kira ist ein cooles Mädchen, neugierig, ehrlich und liebenswert. Dass es Band 2 ist, habe ich erst beim Lesen gemerkt, aber man kommt problemlos in die Geschichte rein. Gerne mehr von Kira!

Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 7. Juni 2023

"Frau Honig und die Geheimnisse im Kirschbaum"


Sabine Bohlmann Frau Honig und die Geheimnisse im Kirschbaum 978-3-522-50791-2 Planet! (Thienemann Verlag) Alter: 8+

Ein neuer Auftrag für das Kindermädchen Frau Honig! Seltsam, auf dem Zettel steht nur “Kirschbaum”, was soll das denn für eine Adresse sein? Tatsächlich wohnt das Mädchen Emma in einem Kirschbaum. Emma meint, wenn Frau Honig gekommen wäre, um sie da runter zu holen, könne sie es gleich vergessen. Und um selber auf den Baum zu klettern, sei Frau Honig ganz klar zu alt. Da kennt Emma aber Frau Honig schlecht! Mit ihrem Fahrstuhlkoffer ist sie im Nu auf dem Kirschbaum und macht es sich im Geäst über Emma gemütlich. Aus ihren magischen Koffern holt sie Teekanne, Kuckucksuhr und Bücherregal, und die Körbe für ihre Bienen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Gut, dass Emma keine Angst vor Bienen hat. Während Frau Honig kopfüber Pfannkuchen aus dem Garten der Nachbarn angelt, grummelt Emma weiter vor sich hin. Sie mag die Nachbarn nicht, weil sie immer so fröhlich sind. Sie beobachtet mit dem Fernglas das Haus gegenüber und erzählt Frau Honig, dass dort die Leute wohnen, die ihren Goldfisch entführt haben. Da muss Frau Honig natürlich etwas unternehmen. Der Fisch muss gerettet werden! In einer Nacht-und-Nebel-Aktion holen die beiden den Fisch, müssen aber nochmal zurück, weil sie das Futter vergessen haben. Was für ein Abenteuer! Frau Honig scheinen diese Einbrüche richtig Spaß zu machen. Für eine Erwachsene ist sie ziemlich cool, findet Emma. Sie beginnt, Frau Honig zu mögen, vor allem als sie Frau Honigs Flugkoffer bei einem Ausflug in die Wolken, Wolken-Zuckerwatte inklusive, lenken darf. Schließlich gesteht sie Frau Honig, dass die Goldfisch-Entführer ihre Eltern sind. Emma ist ausgezogen, weil sie ihre ewigen Streitereien nicht mehr ertragen konnte. Sie schreien sich echt den ganzen Tag an, und Emma befürchtet, dass sie sich bald scheiden lassen, wenn das nicht aufhört. Emma wünscht sich, sie sollen still sein. Plötzlich streiten sie lautlos, wie in einem Stummfilm. Emma wünscht sich, sie sollen nett zueinander sein, aber das darauf folgende Gesäusel hört sich total falsch an. Frau Honig meint, Emma sollte mit ihren Wünschen vorsichtig sein. Sie schnappt sich wieder ihre Angel und angelt Würstchen von den Nachbarn. Der einsame Herr Hildebrandt, der so arm ist, dass er sich nur dünn bestrichene Butterbrote leisten kann, bekommt auch etwas ab. Er kann sich seinen vollen Teller zwar nicht erklären, freut sich aber riesig. Auch die alte Frau Friedl ist allein. Frau Honig verpasst der hohen Hecke zwischen den beiden ein paar Gucklöcher. Und siehe da: Wenig später trinken Herr Hildebrandt und Frau Friedl gemeinsam Tee. Das Ehepaar Steinle ist kinderlos und hätte gern Kinder. Das Ehepaar Bräuning hat ein Kind und hätte gern mal ein paar ruhige Minuten für sich. Also sorgt Frau Honig mit einem kleinen Trick dafür, dass die Bräunings öfter mal das Kind der Steinles hüten. Emma und ihr Freund Gustav, der ihr immer die Hausaufgaben vorbeibringt, fragen sich, ob Frau Honig eine Hexe oder eine Fee ist. Doch Frau Honig ist einfach Frau Honig. Nachdem sie nun der ganzen Nachbarschaft geholfen hat, stellt sich die Frage: Kann sie auch die Sache mit Emmas Eltern in Ordnung bringen?

Frau Honigs neuestes Abenteuer, aus der Reihe #Lese-Checker*in, ist ideal für Kinder, die eher wenig lesen oder Schwierigkeiten beim Lesen haben. Größere Schrift, mehr Bilder, ein Lesefortschritts-Daumenkino und Belohnungssticker motivieren zum Lesen. Frau Honig macht einfach Spaß! Sie ist das coolste Kindermädchen seit Mary Poppins. Die Geschichten von Frau Honig lassen sich übrigens unabhängig voneinander lesen, da jedes Abenteuer in sich abgeschlossen ist.

Viel Spaß beim Lesen!!!


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