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Mittwoch, 12. März 2014

"Dead Eyes - Der Fluch der Maske"

Total gruselig: "Dead Eyes - Der Fluch der Maske"!

Chris Priestley, übersetzt von Beatrice Howeg
Dead Eyes – Der Fluch der Maske
978-3-8458-0375-3
bloomoon Verlag
Alter: 12+

Alex fliegt mit seinem Vater nach Amsterdam. Der Vater ist Historiker und schreibt ein Buch über den Zweiten Weltkrieg. Sie wohnen in einem kultigen, alten Hotel mit antiker Einrichtung, wo es noch echte Schlüssel statt Schlüsselkarten gibt. Außerdem hat man einen herrlichen Blick auf den Kanal. Leider kann Alex nicht viel Zeit mit seinem Vater verbringen. Der ist mit seinen Recherchen beschäftigt und zieht mit seiner alten Freundin Saskia durch die Stadt. Saskias Tochter Angelien, die so Anfang zwanzig ist, soll währenddessen den Babysitter für Alex spielen und ihm die Sehenswürdigkeiten Amsterdams zeigen. Er muss nämlich für die Schule einen Aufsatz über seine Reise schreiben. Sonst hätte er gar nicht mitgedurft. In der Schule hatte er ziemlichen Ärger, weil er ein Mädchen namens Molly regelrecht gestalkt hat und so ist er froh, mal eine Weile wegzukommen. Angelien ist gar nicht so schlimm, wie Alex gedacht hat und er verknallt sich sogar ein bisschen in sie. Gemeinsam besuchen sie den Antikmarkt und dort entdeckt Alex eine Maske, die ihn so fasziniert, dass er sie kauft. Als jedoch Angeliens Freund Dirk auftaucht, haut Alex beleidigt ab. Bei seiner Rückkehr ins Hotel gibt es erst einmal gewaltig Ärger mit seinem Vater, der besorgt und ziemlich sauer ist. Die Maske, die Alex gekauft hat ist irgendwie unheimlich. Anscheinend führt das Ding ein Eigenleben. Auf jeden Fall ist sie nicht mehr an dem Platz, wo Alex sie hingelegt hat. Und das geschieht nicht nur einmal. Angelien, mit der sich Alex wieder vertragen hat, erzählt ihm, dass das Hotel in den 1650er Jahren ein Kaufmannshaus war, in dem Johannes van Kampen und seine Tochter lebten. Sie schreibt nämlich ihre Dissertation über die Häuser am Kanal. Die Maske erinnert sie an etwas und sie nimmt Alex mit ins Rijksmuseum, wo sie ihm ein spezielles Gemälde zeigt. Es zeigt eine Außenansicht des Hotels/ Kaufmannshauses und man sieht eine Gestalt mit einer Maske am Fenster stehen. Ist das die Maske, die Alex jetzt hat? Angeblich trug van Kampens Tochter Hanna eine Maske, da als Kind ihr Gesicht bei einem Feuer schwer verbrannt wurde. Als Alex durch die Maske aus dem Fenster sieht, sieht er die Vergangenheit. Am Kanal spielen bleiche Kinder, Geisterkinder, Pesttote! Sie locken ihn, wollen, dass er zu ihnen kommt. Alex weiß genau, dass Hanna diese Kinder auch gesehen hat. Abgeschottet in ihrem Haus blieb sie von der Pest verschont. War sie einsam? In Alex Abwesenheit hat sich die Maske schon wieder bewegt. Soll Alex jemanden davon erzählen? Sein Vater rennt von Meeting zu Meeting und hat keine Zeit. Bleibt nur Angelien! In einem romantischen Moment schenkt Alex ihr Blumen, doch dann taucht dieser Dirk wieder auf. Alex ist eifersüchtig. Warum will sich Angelien lieber mit Dirk irgendwo bekiffen, statt mit ihm das Rätsel der Maske zu lösen? Im Hotel bindet er sich die Maske vors Gesicht und taucht erneut in die Vergangenheit ab. Er sieht, wie Hannas Vater sie schlägt. Die Pestkinder rufen ihr zu, sie soll sich aus seiner Gefangenschaft befreien. Hanna stirbt bei einem Sprung oder Sturz aus dem Fenster. Doch was hat es mit dem Tod ihres Vaters auf sich? Hat sie ihn vergiftet? Warum trug Hanna die Maske? War ihr Gesicht überhaupt entstellt? In Alex Kopf drehen sich die Gedanken im Kreis und er ahnt nicht, dass er längst unter Hannas Einfluss steht. Die kalte und dennoch lebendige Maske auf dem Gesicht, klettert Alex auf das Fensterbrett des offenen Hotelfensters … .
Ein echt gruseliges Buch! Die ganze Sache mit der Maske wird immer mysteriöser und unheimlicher. Am Ende, wenn man schon glaubt, alles sei überstanden, kommt noch mal eine echt gruselige Stelle, in der ein Bild im Rückspiegel eines Autos eine Rolle spielt. Wenn dieses Buch ein Film wäre, hätte ich an der Stelle die Augen zu gemacht. Nichts für schwache Nerven!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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http://www.ravensbuch.de/index.php?name=bestellen&op=detail&EAN=9783845803753

"Der Junge, der mit den Piranhas schwamm"

Eine fischige Geschichte: "Der Junge, der mit den Piranhas schwamm"!

David Almond, übersetzt von Oliver Jeffers
Der Junge der mit den Piranhas schwamm
978-3-473-36872-3
Ravensburger Verlag
Alter: 10+

Der Junge Stanley Potts lebt bei seinem Onkel Ernie und seiner Tante Annie. Als in der Stadt die Winston-Werft schließt, werden viele Leute arbeitslos, auch Onkel Ernie. Also verwandelt er sein Haus kurzerhand in eine Fischkonservenfabrik. Stan muss nicht nur aus Platzgründen in den Schrank ziehen, sondern auch den ganzen Tag beim Fischeindosen helfen. An seinem Geburtstag bekommt er jedoch frei und Tante Annie gibt ihm etwas Geld, damit er sich amüsieren kann. Also geht Stan auf den Jahrmarkt, wo er auf die Wahrsager-Rosi trifft. So gelangt er dann zu Wilfried Dostojewskis Entenbude. Dort kann man beim Enten-Angeln Goldfische gewinnen. Die armen Fische haben kaum Wasser in ihren Plastikbeuteln und Stan hat Mitleid mit ihnen. Da er kein Geld mehr hat, arbeitet er an der Bude, um sie befreien zu können und rettet sie dann mit Flusswasser. Währenddessen gibt es Ärger in der Fischzuchtgasse. Clarence B. Klapp, ein „Baemter“ von DOOF (Direktoramt zur oberhoheitlichen Ordnungsbeschäftigung von Fisch und fischigen Dingen) hinterlässt eine Warnung: „Das ist kein Watz, sie wurden gewartet!“ an der Haustür von Stans Onkel. Klapp geht gegen alles und jeden vor, das oder der irgendwie mit Fisch zu tun hat. Stan kommt nach Hause und muss am nächsten Tag schockiert feststellen, dass sein Onkel in der Nacht seine Goldfische getötet, gebraten und eingedost hat. Das ist zu viel und Stan haut ab. Er schließt sich Dostojewski und seiner Tochter Nitascha auf dem Jahrmarkt an und zieht mit ihnen weiter. Auf dem Jahrmarkt wird bald ein berühmter Star erwartet, der legendäre Pancho Pirelli, der mit den Piranhas schwimmt. Stan arbeitet inzwischen an der Entenbude und lässt die Kunden Verträge unterschreiben, damit sie die gewonnenen Goldfische auch ja gut behandeln. Mit Nitascha versteht er sich nicht so gut. Sie vermisst ihre Mutter, die in Sibirien ist. Auf dem Weg zum Goldfisch-Lieferanten Seabrock trifft Stan den Kitzel-Peter, der schon seit Ewigkeiten nicht mehr gelacht hat. Wer ihn zum Lachen bringt, gewinnt 100 Pfund. Dann taucht endlich der von allen geliebte Pancho auf dem Jahrmarkt auf und gibt eine seiner berühmten Vorstellungen. Um die Gefräßigkeit seiner Piranhas zu demonstrieren, füttert er sie mit Salami-Brot und einem Schuh, aber ihn selbst rühren sie nicht an. Er erkennt in Stan einen Seelenverwandten und will ihn ausbilden. Stan lernt, dass nicht die Piranhas sein Feind sind, sondern seine eigene Angst. Für das Publikum muss er für sich eine exotische Kindheit erfinden. Panchos ist auch eine Legende bzw. Lüge, denn der war noch nie am Amazonas. Als Dostojewski bei der Probe sieht, dass Stan im Piranha-Becken ist, zieht er ihn panisch heraus, weil er Angst um ihn hat. Stan ist zwar nervös vor der ersten Vorstellung, hat aber nichts dagegen, dass Pancho ihn einfach ins Becken werfen will. Es wird schon schiefgehen. Er ahnt nicht, dass sein Onkel und seine Tante inzwischen verzweifelt nach ihm suchen und dabei von Klapp und seinen Männern verfolgt werden. Schon bald erreichen sie alle den Jahrmarkt. Rosi zeigt Onkel und Tante den Weg zum Zelt und die sehen voller Entsetzten, was ihr Stanley da gerade tut. Auch Klapp entdeckt das Zelt und vermutet gleich, dass hier etwas Fischiges vorgeht, wogegen wiederum er vorgehen muss. Dann ist es soweit. Stan springt ins Becken … .
Eine echt schräge Geschichte, bei der es oftmals sehr fischig zugeht, manchmal zu fischig für mich. Ihr wisst ja, dass ich eine Fischphobie habe und hier waren mir echt zu viel Fische im Spiel ;-). Ansonsten war das Buch jedoch klasse. Allerdings konnte ich mich mit dem offenen Ende nicht so recht anfreunden. Das hört irgendwie so mittendrin auf.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 5. März 2014

"Der Tag wird kommen"

Eines der besten Bücher dieses Frühjahr: "Der Tag wird kommen"!

Nina Vogt-Østli, übersetzt von Dagmar Lendt
Der Tag wird kommen
978-3-649-61386-2
Coppenrath Verlag
Alter: 12+

Hans Petter wird in der Schule übel von Andreas und seinen Freunden gemobbt. Was er auch tut ist falsch, immer ist er das totale Opfer. Im Gegensatz zu seiner Mutter, die immer laut, bunt und auffällig ist, wäre Hans Petter am liebsten unsichtbar. Doch seine Mutter liebt ihn und ermutigt ihn, durchzuhalten und einen guten Schulabschluss zu machen, denn er ist ein guter Schüler, eigentlich sogar hochbegabt. Auch der Lehrer Gunnar will helfen. Er macht auf kameradschaftlich und bringt ihn und die anderen „Loser“ in einer Gruppe zusammen. Doch das hilft kein bisschen, es bewirkt eher das Gegenteil. Hans Petters Mutter findet Gunnar und seine Ideen ganz toll. Als er eines Tages mal wieder am PC zockt, um den Kopf freizukriegen, taucht im Chat ein Mädchen namens Fera auf. Fera ist etwas seltsam. Sie benutzt beim Chatten zum Beispiel gar keine Smileys, was absolut mädchen- untypisch ist. Stecken vielleicht Andreas und seine Kumpels dahinter, die ihn verarschen wollen? Er glaubt das jedoch nicht wirklich, also chattet er weiter mit Fera, da die beiden sich gut verstehen. Aber warum interessiert sie sich überhaupt für ihn? Sie ist auch fünfzehn und sieht auf ihrem Profilbild sehr nett aus, nicht unbedingt hübsch, aber auf ihre ganz eigene Art anziehend. Leider bricht die Verbindung immer wieder ab. Fera ist Technologiestudentin und hat sein Bild und seinen Namen aus dem Internet. Nach und nach wird Fera zu seiner einzigen Freundin. Sonst will niemand etwas mit ihm zu tun haben. Wenn die anderen was unternehmen hockt er zuhause und schaut mit seiner Mutter Filme, zuletzt „Blade Runner“. Ab und zu trifft Hans Petter seinen Vater, der mal einen kurzen Flirt mit seiner Mutter hatte und nie ein Kind wollte. Es wäre ihm lieber gewesen, sie hätte das Baby abgetrieben. Hans Petter fühlt sich ungeliebt. Er erzählt Fera von seinen Problemen mit Andreas, dass er der Schultyrann ist, der ihn immer quält. Angeblich kennt Fera ihn auch aus dem Internet. Dann schreibt sie ihm in einer Mail, dass sie aus der Zukunft ist. Er glaubt ihr nicht, hält sie für verrückt, spielt das Spiel aber mit und bewundert ihre blühende Fantasie. Sie lebt im Jahr 367 nach der Katastrophe und berichtet von einem grausamen Diktator und einem Krieg, mit dem sich die Menschheit beinahe selbst zerstörte. Danach folgte ein Neuanfang, eine neue Zivilisation, eine neue Zeitrechnung. Fera studiert alte Technologien und entstand in einer Geburtsklinik, in einer künstlichen Gebärmutter. Das Prinzip der heutigen Familie ist ihr fremd. Sie wundert sich, dass Menschen unkontrolliert Kinder zeugen, wie Tiere. Sie diskutieren über Andreas, die Drohungen und die Prügel und darüber, ob man schon böse geboren wird. Sind die Gene schuld? Sie unterhalten sich auch über Hitler. Wäre es falsch gewesen, Hitler als Kind zu töten? Oder hätte man irgendwie verhindern könne, dass er zu dem wird, der er wurde? Hans Petter filmt Andreas heimlich beim Knuddeln eines Kätzchens, um das Video dann gegen ihn verwenden zu können. Hans Petters Mutter fängt unterdessen eine peinliche Beziehung mit Gunnar an, der noch immer dieses nervige Projekt macht. Doch Ausgestoßene werden gemeinsam nicht stärker. Sie werden nur sichtbarer. Hans Petter will die Beziehung sabotieren, stellt Gunnar vor der ganzen Klasse bloß: „Hier kommt Pervo-Gunnar, passt auf Eure Mütter auf!“ Für die Aktion erntet er überraschenderweise Anerkennung von Andreas und die beiden verbünden sich gegen Gunnar. Sie wollen Kinderpornos auf seinen PC schmuggeln, um ihn in Schwierigkeiten zu bringen. Auf einmal sind die beiden richtig dicke. Störungen und Erdbeben erschweren die Kommunikation mit Fera, doch eine Andeutung von ihr geht Hans Petter nicht mehr aus dem Kopf. Er muss etwas unternehmen, um die Zukunft zu retten und ist fest überzeugt davon, das Richtige zu tun. Doch alles ist ganz anders, als er denkt … .
Ein Wahnsinns-Buch! Im Klappentext wird es mit „Nichts“ verglichen, aber ich sage: „Nichts“ ist nichts gegen dieses Buch! Das Böse an sich ist natürlich ein schwieriges Thema, doch dieses Buch geht damit meisterhaft um. Anfangs dachte ich, ich wüsste genau, was auf mich zukommt, aber da habe ich mich geirrt. Man denkt eben: O.k., der arme Kerl wird gemobbt, da kommt dann wahrscheinlich ein Amoklauf oder eine andere Katastrophe. Fehlanzeige! Das Ende ist echt der Hammer! Genial!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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http://www.ravensbuch.de/index.php?name=bestellen&op=detail&EAN=9783649613862


"Wildhexe - Die Feuerprobe"

Mutige Heldin in großer Gefahr: "Wildhexe - Die Feuerprobe"!

Lene Kaaberbøl, übersetzt von Friederike Buchinger
Wildhexe – Die Feuerprobe
978-3-446-24173-2
Hanser Verlag
Alter: 10+

Clara ist ein ganz normales Mädchen, bis sie eines Tages von einem schwarzen Kater angegriffen und verletzt wird. Danach wird sie krank. Ihre Mutter reagiert ganz entsetzt, packt Clara ins Auto und fährt mit ihr zu Tante Isa. Diese Tante hat Clara noch nie zuvor gesehen. Sie hat Angst, dass sie vielleicht sterben könnte, weil ihre Mutter sich so seltsam verhält. Die etwas merkwürdige Tante Isa hat einen großen Hund namens Tumpe und eine Eule namens Tu-Tu. Sie heilt Clara mit Kräutern und Gesängen. Claras Mutter hat es eilig mit Clara wieder nachhause zu kommen, doch Clara möchte bald wieder zu Tante Isa. Ihr Freund Oscar kann es kaum glauben, dass sie tatsächlich von einer Katze angegriffen wurde. Doch dann geschehen noch merkwürdigere Dinge. Nicht nur, dass in der Schule in Claras Mäppchen plötzlich eine Maus sitzt, auf dem Heimweg verschwindet auch noch der Bürgersteig in einer Art Nebel. Clara meint darin einen Engel zu sehen, dann werden sie beinahe von einem LKW angefahren und Oscar muss mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Claras Mutter schickt sie wieder zur Tante, die ihr von den Wildhexen erzählt. Die Engelsgestalt im Nebel heißt Chimära und war mal eine Wildhexe, bevor sie böse wurde. Chimära ist hinter Clara her, hat sie Hexenkind genannt und Clara ist nur bei Isa sicher. Zusammen mit dem Mädchen Kahla, das Clara nicht leiden kann, nimmt sie bei Isa Hexenunterricht. Kahla ist schon viel weiter, kann Tiere spüren und deren Verhalten beeinflussen, wie z.B. Flöhe marschieren lassen. Clara nimmt plötzlich Millionen Geräusche wahr. Als sie mit ihren Gedanken HAU AB schreit, verschwinden alle Tiere. Tante Isa verstärkt den Schutz um ihr Haus, da sich die Wilden Wege geöffnet haben und jemand nach Clara sucht. Durch ein Feuer an der Scheune wird Clara nach draußen gelockt und von Chimära verschleppt, die ihr kaltes Eisen um den Hals legt. Trotzdem gelingt es ihr mit Hilfe ihres HAU AB zu fliehen. Da taucht der Kater wieder auf und bleibt bei ihr, bis Tante Isa sie findet, denn er ist ihr Wildfreund. Es kommt zu einem Hexentreffen, bei dem Chimära angeklagt werden soll. Sie treten vor die blinden Rabenmütter (sind auch ein paar Quotenmänner darunter) und Clara muss als Geschädigte aussagen, damit Chimära aus der wilden Welt ausgestoßen wird. Die leugnet alles, bezichtigt Clara der Lüge und verlangt die Feuerprobe für sie. Wenn sie die nicht besteht, soll Clara ihrer Gnade ausliefert werden. Alle sind entsetzt. Die vier gefährlichen Prüfungen wurden schon seit Ewigkeiten von niemandem mehr abgelegt. Durch sie kann man erkennen, ob jemand die Wahrheit sagt. Bei der ersten Prüfung, dem Feuer des Himmels, muss Clara durch eine Wolke von Feuerfliegen gehen, bei der 2., dem Feuer des Wassers, durch einen Medusen-See mit Feuerquallen schwimmen, bei der 3., dem Feuer der Erde, muss sie die Grotte der Feuerechsen durchqueren und bei der 4. und letzten Prüfung, dem Herz des Feuers, sich lebenden Flammen stellen. Anfangs läuft alles gut für Clara, doch die gemeine Chimära spielt falsch und hat ihr eine Falle gestellt. Zum Glück bekommt Clara Hilfe, wenn auch von jemandem, von dem sie es nie erwartet hätte. Wird sie die Prüfungen bestehen?
Dies ist der erste Band einer neuen, spannenden Fantasy-Reihe für mutige Mädchen. Wer Hexen und Tiere mag, der ist hier genau richtig. Die Wildhexe Clara ist eine sympathische Heldin, die trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren über sich hinauswächst und ihren Weg geht. Das Ende der Geschichte ist noch ziemlich offen. Wer wissen will, wie es mit ihr und der bösen Chimära weitergeht, erfährt das in „Wildhexe – Die Botschaft des Falken“. Die beiden ersten Bände erschienen zum Glück zeitgleich, so dass man nicht lange warten muss.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Der Wolkenkratzerthron"

Die Stadt lebt: "Der Wolkenkratzerthron"!

Tom Pollock. übersetzt von Kai Killian
Der Wolkenkratzerthron
978-3-7641-7007-3
Ueberreuter Verlag
Alter: 14+

Beth schwänzt öfter mal die Schule und betätigt sich lieber als Graffiti-Künstlerin. Oft mit dabei ist ihre beste Freundin Pencil, genannt Pen, die aber eigentlich Parva heißt. Beth ahnt nicht, dass Pen von Mathelehrer Salt sexuell belästigt wird. Sie weiß nur, dass der immer fies zu ihr ist. Nachdem es in der Schule mal wieder Ärger gab, haut Beth ab und entdeckt Unglaubliches: Die Stadt lebt! Während sie durch London streift, sieht sie Dinge, die sie sich nicht erklären kann, wie zum Beispiel Züge, die miteinander kämpfen. Sie begegnet Vilius „Fil“ Viae, dem Sohn der Göttin Mater Viae, der Königin der Straßen. Der Junge mit der grauen Asphalthaut läuft barfuß durch die Straße und lebt von der Energie der Stadt (Urbosynthese). Er erklärt Beth, dass die „Züge“, die sie gesehen hat, in Wirklichkeit Gleisgeister waren. Fil hat große Probleme. Seit seine Mutter verschollen ist, gewinnt der böse Krankönig Reach an Macht und zerstört langsam die Seele der Stadt. Beth ist bereit, Fil im Kampf gegen Reach zur Seite zu stehen, doch ihr Feind ist mächtig. Um ihn besiegen zu können, müssen sie eine Armee zusammenstellen. Dabei hilft ihnen Fils Vertrauter Gossenglas, ein Wesen, dass aus Müll besteht und sich immer wieder neu zusammensetzen kann. Beth hinterlässt ihrer Freundin Pen eine verschlüsselte Nachricht, die Pen und Beths besorgter Vater finden. Berths Vater ist arbeitslos und hat nach dem Tod seiner Frau, Beths Mutter, jede Hoffnung verloren. Jeden Tag sitzt er in seinem Sessel und liest in einem zerfledderten Taschenbuch-Krimi, dem Lieblingsbuch seiner Frau. Doch die Sorge um seine Tochter weckt ihn aus seiner Lethargie und er macht sich mit Pen auf die Suche. Kurz darauf muss er mitansehen, wie Pen einem grausamen Wesen in die Hände fällt. Er kann nicht glauben, was er da sieht. Ein Geschöpf aus Draht verschmilzt mit dem Körper von Pen und macht sie zu seinem Wirt. Beth ahnt von alldem nichts. Sie zieht mit Fil durch die Stadt und trifft auf der Suche nach Kriegern für ihre Armee die absonderlichsten Kreaturen. Sie begegnet Natriumitschwestern und Whiteys. Können die verfeindeten Lampenwesen gemeinsam kämpfen? Außerdem trifft sie Spinnen, die von menschlichen Stimmen leben und lernt die Bordsteinpriester kennen. Die lebendigen Statuen sind gefangen in steinernen Hüllen und dienen der Göttin, aber werden sie auch kämpfen? Da die Armee bis jetzt ziemlich mager aussieht, bittet Fil sogar die Relexokratie, den Adel hinter den Spiegeln, zu Hilfe. Leider sind das ziemliche Snobs und von Beths losem Mundwerk nicht gerade begeistert. Fil zeigt Beth, wo die Stadt stirbt. Schließlich steht die Armee. Der Obdachlose Viktor dolmetscht für die Lichtwesen und die Bordsteinpriester bewegen sich unglaublich schnell. Dennoch erleiden sie bei ihrem ersten großen Kampf gegen einen Skelett-Wolf hohe Verluste. Die verzweifelte Beth erkennt, dass sie wie Fil werden muss, um im Kampf zu bestehen. In den Docklands wird sie von Johnny Naphta und der chemischen Synode umgewandelt. Beth gleicht Fil jetzt buchstäblich mit Haut und Haar und ihr wird klar, dass sie ihn liebt. Sie gibt ihr Leben und ihr Zuhause auf, um bei ihm zu sein und ihm zu helfen. Sie weiß nicht, dass ihr Vater ihren Graffiti folgt und sie in der ganzen Stadt sucht. Auch ahnt sie nicht, wie sehr ihre Freundin Pen leidet. Pens Körper ist schwer verletzt und sie kann die Stimme von Reach hören, der verkündet: Ich werde sein. Indess schließen sich Flink und die Straßenkatzen der Armee an und es folgt die nächste Schlacht, bei der Beth plötzlich ihre Freundin Pen sieht und sie retten will, obwohl Fil ihr zuruft, dass sie den "Wirt" töten soll. Kann Pen gerettet werden? Schaffen sie es, Reach zu besiegen? Was ist aus Mater Viae geworden? Und gibt es ein Happy End für Fil und Beth?
Das ist mal keine typische Fantasy-Geschichte nach Schema F! Anfangs fand ich alles etwas merkwürdig, aber dann konnte ich irgendwann gar nicht mehr aufhören zu lesen und fand die Geschichte mit jeder Seite genialer. Sie steckt wirklich voller außergewöhnlicher Ideen und skurrilen Figuren. Es wird immer spannender und da ist dann ja auch noch die Liebesgeschichte … . Der Gedanke, dass eine Stadt lebendig sein kann kommt einem da irgendwann gar nicht mehr so verrückt vor.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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