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Mittwoch, 26. Februar 2014

"Bunker Diary"

Nichts für schwache Nerven: "Bunker Diary"!

Kevin Brooks, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Bunker Diary
978-3-423-74003-6
dtv Verlag
Alter: 14+

Der sechzehnjährige Ausreißer Linus wird von einem vermeintlich hilfsbedürftigen, blinden Mann in einen Lieferwagen gelockt und entführt. Der Unbekannte verschleppt ihn in einen unterirdischen Bunker, wo er in einer Fahrstuhlkabine, in einem Rollstuhl sitzend, zu sich kommt. Er sieht sich sein Gefängnis näher an und entdeckt außer dem Aufzug sechs Zimmer, eine Küche, ein Bad und eine Art Gemeinschaftsraum. In jedem Raum befinden sich Wanzen und Kameras, etwas zu Essen sucht er jedoch vergeblich. Warum ist er hier und was will der Entführer von ihm? Geht es um Lösegeld? Aber woher sollte jemand wissen, dass sein Vater reich und ein berühmter Comiczeichner ist? Wenig später trifft die neunjährige Jenny im Bunker ein, die auf dem Weg zur Schule entführt wurde. Bei ihr geht es wohl kaum um Lösegeld. Ihr Vater arbeitet im Baumarkt. Als Linus die Kamera verdecken will, damit Jenny ins Bad kann, wird er mit einer Ladung Tränengas bestraft. Er hat jedoch die Idee, aus einem Laken eine Art Poncho zu machen, damit man auf dem Klo wenigstens etwas Privatsphäre hat. Jenny hat die Idee, um Essen zu bitten und sie legen einen Zettel in den Fahrstuhl. Sie bekommen tatsächlich einige Lebensmittel und schon bald bekommen sie auch weitere Mitbewohner. Der Junkie Fred und die Businessfrau Anja treffen ein und es kommt zu ersten Spannungen. Dann kommt noch der dicke Bird hinzu, ein Pendler, der nur noch weiß, dass er in den Zug stieg, nachdem er vorher an der Bar mit jemanden was getrunken hatte. Alle versammeln sich und schmieden Fluchtpläne. Vielleicht könnte man eine Nachricht durchs Klo schmuggeln oder jemanden im Aufzug verstecken? Doch wo sind sie hier überhaupt und wer tut ihnen das an? Ein Psycho? Ein Perverser? Ein Menschensammler? Schließlich ist die Gruppe komplett, als Russell Lansing eintrifft, ein älterer, schwarzer und schwuler Physiker mit Glasauge. Er trank etwas mit einem Mann an einer Bar und hatte dann einen Blackout. Bei der nächsten Lebensmittellieferung gibt es auch Wodka, Zigaretten und sogar Heroin. Linus versucht die anderen zu bremsen, da er ahnt, wohin das führt, hat aber keinen Erfolg. Er hat inzwischen erkannt, dass ER die Uhr manipuliert und die Zeit mal schneller und mal langsamer vergeht. Welcher Tag ist heute? Ist das überhaupt wichtig? Obwohl Russell einen Gehirntumor hat, schickt ER keine Medikamente. Ein Fluchtversuch von Linus in einer Mülltüte scheitert, alle werden mit Gas betäubt und ER nimmt das ganze Essen weg. Erst nach einer schriftlichen Entschuldigung bekommen sie wieder etwas, allerdings ist das Essen mit Drogen versetzt. Linus fragt sich, ob ER sein Tagebuch liest, als der nächste Fluchtversuch scheitert. Aus dem Aufzug stürzt plötzlich ein Dobermann, der Bird anfällt und schwer verletzt, bevor es Fred gelingt ihn zu töten. Bird wird krank. Tollwut? Kein Essen. Alle hungern. Anja hat heimlich Cornflakes gebunkert. Im Aufzug ist eine Platte mit Roastbeef und folgender Nachricht: „hört ich verspreche: der der jemand andern tötet kommt frei“. Rusell will sich opfern oder Bird, weil sie sowieso so gut wie tot sind. Doch dann ist es Anja, die stirbt, erwürgt. Eine neue Nachricht: „Lügen – meine Wahrheit: Linus hat die Frau gemordet“. Doch Linus ist unschuldig. Es kommt zu weiteren Todesfällen, ein Mord, ein Selbstmord … . Die Überlebenden sind verzweifelt. Es gibt kein Essen mehr und keine Hoffnung. Noch ein Selbstmord. Strom und Wasser sind weg. Der Generator arbeitet nicht mehr. Die Heizung ist tot. Ist ER weg? Was nun?
Der härteste Brooks! Der beste Brooks! Dieses Buch ist echt so was von heftig, vor allem der Schluss. Auf den letzten Seiten dachte ich nur: Oh, mein Gott! Alles wird aus Linus Sicht erzählt, der im Bunker Tagebuch schreibt. Leider bleiben viele Fragen offen, der Leser weiß nur, was auch Linus weiß, aber genau so hat Kevin Brooks es gewollt. So steht es zumindest in dem Interview, vorne in meinem Leseexemplar. Ein knallhartes, beeindruckendes, schockierendes Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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http://www.ravensbuch.de/index.php?name=bestellen&op=detail&EAN=9783423740036


"Der unvergleichliche Ivan"

Aus dem Leben eines Silberrücken: "Der unvergleichliche Ivan"!

Katherine Applegate, übersetzt von Ingrid Ickler
Der unvergleichliche Ivan
978-3-86873-694-6
Knesebeck Verlag
Alter: 10+

An der Ausfahrt 8 der I-95 liegt die „Zirkus-Mall und Spielhalle“, täglich geöffnet, Vorstellung um 14, 16 und 19 Uhr. Hier ist das Zuhause von Ivan, in einem Käfig aus Glas. Ivan ist ein Gorilla, ein Silberrücken. An sein Leben in der Wildnis kann er sich kaum mehr erinnern. Er vertreibt sich die Zeit mit Fernsehen, wirft ab und zu mit Kackbällen und malt gern. Mack, der Besitzer der Mall, verkauft seine Bilder im Souvenir-Shop. Julia, die Tochter von Tierpfleger George, malt auch sehr gerne und sie ist oft bei Ivan. Sie versteht seine Bilder und erkennt darauf Bananen, Käfer und andere Dinge. Leider ist Julias Mutter sehr krank. Dann ist da noch Stella, eine alte Elefantendame, die vorher in einem anderen Zirkus war, wo sie eine Fußfessel tragen musste. Die Verletzung am Fuß ist nie richtig verheilt und an manchen Tagen kann Stella kaum laufen. Sie tritt in der Vorstellung gemeinsam mit dem Pudel Snickers auf. In letzter Zeit kommen jedoch immer weniger Besucher und das Geld ist knapp. Manchmal schläft der Streuner Bob in Ivans Käfig. Der kleine Hund kuschelt sich gern an Ivans Plüschgorilla Nicht-Fangen. Fangen hieß seine Schwester, als er noch in der Wildnis lebte. Eines Tages kommt ein neues Tier in die Mall, das den Umsatz ankurbeln soll, das Elefantenbaby Ruby. Die alte Stella macht das ganz traurig. Sie meint, Ruby wäre in einem Zoo besser aufgehoben. Ivan muss Stella versprechen, Ruby zu helfen. Dann stirbt Stella, da kein Geld für den Tierarzt da ist. Der neue Elefant Ruby wird von den Zuschauern geliebt, aber von Mack nicht gut behandelt. Er schlägt sie sogar mit der Hakenstange. Ivan erinnert sich an seine Kindheit bei Mack, der ihm Kleider anzog und ihn wie ein Menschenbaby behandelte, bis er eines Tages zu groß dafür wurde. Julia schenkt Ivan ihre alten Fingerfarben und er beginnt, nachts an einem geheimen Projekt zu arbeiten. Tagsüber malt er Bilder für die Touristen, macht Handabdrücke etc., doch er malt nicht mehr nur das, was er sieht. Nachts malt er einen Zoo und beginnt Buchstaben zu schreiben. Den Zoo kennt er aus dem Fernsehen und die Buchstaben von dem Schild vor der Mall. Er legt viel Blätter nebeneinander und malt Ruby in einem Zoo. Daneben schreibt er das Wort ZUHAUSE. Julia versteht die Botschaft und sie und ihr Vater George wollen helfen. Sie kleben das Bild auf die Plakatwand, was Mack sehr wütend macht. Bald taucht die Presse auf und Menschen demonstrieren vor der Mall: Freiheit für Ruby! Ruby kommt in eine Kiste und wird in den Zoo gebracht. Auch Ivan soll in eine Kiste, doch er ist zunächst noch skeptisch. Bald landet jedoch auch er im Zoo. Vorher schenkt er Bob Nicht-Fangen, damit er nicht so allein ist und auch Julia verspricht sich um Bob zu kümmern. Zunächst muss sich Ivan langsam an sein neues Leben im Zoo gewöhnen. Die Tierpfleger bringen ihm einen Fernseher und er kann beobachten, wie Ruby glücklich mit den anderen Elefanten herumtollt. Dann trifft er erstmals noch langer Zeit auf andere Gorillas, hat aber noch Schwierigkeiten im Umgang mit den Artgenossen. Er muss erst wieder lernen, ein stolzer Silberrücken zu sein. Das Gorillaweibchen Kinyani mag er besonders gern … .
Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Ein Gorilla namens Ivan lebte 27 Jahre in einer Mall, bevor er endlich in einen Zoo kam. Der Rest ist allerdings frei erfunden, obwohl auch der echte Ivan gerne gemalt hat.
Eine wundervoll erzählte Tiergeschichte, die wohl keinen Tierfreund kaltlässt. Besonders gefällt mir, dass die Tiere trotz allem nicht zu sehr vermenschlicht werden, wie es in anderen Tiergeschichten oft der Fall ist. Die kurzen Kapitel werden übrigens aus Ivans Sicht erzählt.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Die fünf Tore - Feuerfluch"

Das ist das Ende: "Die fünf Tore - Feuerfluch"!

Anthony Horowitz, übersetzt von Simone Wiemken
Die Fünf Tore – Feuerfluch Das Finale Teil 2 (Band 5/2)
978-3-7855-7757-8
Loewe Taschenbuch Verlag
Alter: 12+

Das große Finale rückt näher! Die fünf Torhüter sind auf dem Weg nach Oblivion in der Antarktis, um Chaos, den Anführer der Alten, endlich zu besiegen. In der Traumwelt hat Matt den anderen erklärt, was zu tun ist. Doch noch sind sie voneinander getrennt und ihre Chancen stehen alles andere als gut. Matt und Scarletts Leibwächter Lohan werden als Sklaven in der Goldmine Serra Morte festgehalten. Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen dort kosten jeden Tag unzähligen Menschen das Leben. Es herrscht Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Der einzige Weg zu entkommen ist, das Flugzeug der Minenbetreiber, eine Legacy 600, zu kapern. Lohan hat andere Pläne als nach Oblivion zu fliegen, ist aber unfähig gegen Matts Willen zu handeln, obwohl der krank und geschwächt ist. In England sucht unterdessen Oberbefehlshaberin Eleanor Strake im Aufrag von Polizei und Regierung nach Jamie und Holly, die noch immer mit dem Reisenden auf dem Hausboot unterwegs sind. Sie gelangen in das Dorf Little Moulsford, wo sie freundlich begrüßt werden. Hier herrscht Wohlstand und es gibt genug zu Essen, eine Ausnahmesituation in dieser Zeit. Sie können gerade noch rechtzeitig flüchten, als sie feststellen, dass es sich um ein Dorf voller Kannibalen handelt, doch zurück auf dem Kanal werden sie von Hubschraubern und Fliegensoldaten verfolgt. Mit Hilfe der Leute von Nexus wollen sie nach London gelangen, um dort die Tür in der Kirche St. Meredith's zu finden. London ist ein Ort des Grauens, Ratten auf den Straßen, die U-Bahn voller Leichen. In Italien wird währenddessen Pedro von Emmanuel aus dem Wasser gefischt und schägt sich nach Rom durch, wo er bei Signora Rivera und ihrer Familie unterkommt. Er heilt deren todkranke Tochter Maria und wird von Sohn Silvio Rivera, einem Priester, in den Vatikan eingeschmuggelt, wo sich eine Tür befindet. Doch Silvio vergiftet sich und Pedro mit vergiftetem Wein. Pedro überlebt, indem er so lange fauliges Wasser aus einer Blumenvase trinkt, bis er sich übergeben muss. In Oblivion rüstet Chaos zum Kampf. Er verfügt über modifizierte Soldaten, die schrecklich entstellt sind und auch über eine Armee von Gestaltwandlern. Scott befindet sich ebenfalls in Oblivion und er hat seine Entscheidung getroffen. Er ist auf der Seite der Alten und Jonas Mortlake. Alles, was er will, ist mit seinem Bruder Jamie vereint sein, wenn alles vorbei ist. Auch die Armee des Nexus ist in der Antarktis eingetroffen. Auf verschiedenen Schiffen, vom Kreuzfahrtschiff bis zum Flugzeugträger, sammeln sie sich in der Nähe. Matt und Lohan sind bereits per Flugzeug eingetroffen, ebenso Scarlett und Richard. Die erste Schlacht endet in einem Gemetzel. Viele sind verletzt, denken nur noch an Rückzug, die Lazarette sind überfüllt, es gibt kaum noch Hoffnung. Matt und seine Freunde geben trotz der großen Verluste nicht auf und schmieden neue Pläne. Sie müssen irgendwie zu Scott gelangen. Der hat inzwischen eine Tür entdeckt, die mit schweren Ketten verschlossen ist. Solange diese Tür verschlossen bleibt, kann sich auch keine der anderen öffnen. Jamie und Pedro sind also unerreichbar. In letzter Minute erkennt Scott die Wahrheit und macht sich daran, die Tür zu öffnen. Werden die Torwächter wieder vereint? Beginnt nun die letzte Schlacht? Wer wird siegen? Gibt es endlich ein Happy End?
Der aller-aller-letzte Teil von „Die Fünf Tore“ bietet Spannung bis zur letzten Seite! Bevor aber die Armeen von Gut und Böse aufeinanderprallen, müssen unsere Helden erst jede Menge Schwierigkeiten überwinden. Ich war beim Lesen total gefesselt und danach fast ein bisschen enttäuscht, dass das Abenteuer nun endgültig vorbei ist.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 19. Februar 2014

"Zeitsplitter - Die Jägerin"

Eine absolut geniale Zeitreise-Story: "Zeitsplitter - Die Jägerin"!

Cristin Terrill, übersetzt von Barbara Imgrund
Zeitsplitter – Die Jägerin
978-3-414-82390-8
Boje Verlag
Alter: 12+

Monatelang war Em auf der Flucht. Jetzt sitzt sie in einer Zelle, wo sie von dem „Doktor“ gefoltert wird. Sie soll ihm verraten, wo sie eine bestimmte Formel versteckt hat. In der Nachbarzelle sitzt ihr guter Freund Finn. Die einzige Chance, den „Doktor“ zu stoppen, ist eine Zeitreise. Ein Zettel, der im Abfluss ihrer Zelle versteckt ist, beweist, dass dies schon öfter versucht wurde, aber bisher ohne Erfolg. Mit Hilfe des Wachmanns Connor können Em und Finn entkommen und mit der Zeitmaschine „Cassandra“ vier Jahre in die Vergangenheit, zum 4. Januar, reisen. Doch der „Doktor“ folgt ihnen durch die Zeit. In der Vergangenheit ist alles anders. Hier herrschen noch nicht Diktatur und Terror, hier ist auch Em noch nicht Em. Hier gibt es nur ein Mädchen namens Marina, das sich nicht traut, ihrem Nachbarn James ihre Liebe zu gestehen und die dessen Kumpel Finn auf den Tod nicht ausstehen kann. Em wünscht sich ein besseres Leben für ihr früheres ich, Marina, auch wenn sie selbst dann aufhören wird zu existieren. Nach einem Anschlag auf James älteren Bruder Nate sitzen James, Marina und Finn mit James kompletter Verwandtschaft von Tante Vivianne bis hin zu Cousine Alice im Krankenhaus und warten auf gute Nachrichten. James, der ein wissenschaftliches Genie ist, kritzelt währenddessen eine Formel auf einen Block, die die ganze Zukunft verändern wird. Er träumt schon lange davon, den Tod seiner Eltern (und nun auch den Anschlag auf Nate) mittels Zeitreise rückgängig zu machen. Doch die Erfindung der Zeitmaschine „Cassandra“ wird ihm seine Eltern nicht zurückbringen. Die Zeitreisen werden nur Ärger bringen und die Zukunft sieht düster aus. Aus Angst vor China und der Europäischen Union wird aus Amerika ein Polizeistaat werden, nachdem nach mehreren Bombenanschlägen die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft wurden. Aus James wird der „Doktor“ werden, der gemeinsam mit dem skrupellosen Direktor Richter von AIR Em und Finn foltern wird. Em versucht, den jungen James vor dem Krankenhaus zu töten (ohne Erfolg) und Marina, die zufällig durchs Fenster schaut, kann nicht fassen, dass die Attentäterin genau wie sie selbst aussieht. Als sich Em eine neue Gelegenheit bietet, zögert sie beim Anblick von Marina und James und denkt an die Vergangenheit, als sie selbst James liebte. Damals lebte sie im Luxus, doch ihre oberflächlichen Eltern, die kurz vor der Scheidung standen, waren nicht für sie da, nur die Haushälterin Luz und eben James. Liebt sie ihn etwa noch immer, nach alldem was er getan hat? Oder ist es nicht eher so, dass sie seit ihrer gemeinsamen Flucht Finn liebt, den sie früher nicht leiden konnte? Verzweifelt konfrontiert Em den jungen James mit der Zukunft, die er geschaffen hat, doch kann das etwas daran ändern? Vorherige Versuche auf anderen Zeitreisen scheiterten. Auch Richter zu töten bringst nichts, da andere „Cassandra“ vollenden würden. Dann taucht plötzlich der „Doktor“ aus der Zukunft auf und entführt Marina. Er droht, sie zu töten. Finn muss den „Doktor“ daran hindern, während Em unterdessen James eliminieren will. Die Zeit drängt, doch dann kommt alles anders … .
Eine absolut geniale Zeitreise-Story! Dieses Buch hat mich so gepackt, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Wer sich Gedanken über die Logik macht, kann ich beruhigen. In der Geschichte verhindert die „intelligente Zeit“, dass Paradoxa auftauchen. Zusätzlich zur Spannung bietet „Zeitsplitter“ auch noch eine herrlich komplizierte Liebesgeschichte. Wer liebt hier wen, wann und warum ;-)? Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Gedicht, das hinten auf dem Buch abgedruckt ist (Leider nur auf dem Leseexemplar und nicht auf dem fertigen Buch, wie ich zu meinem Bedauern feststellen musste! :-( Leider ist das Leseex. bei irgendeiner Kollegin unterwegs, sonst hätte ich das Gedicht für Euch abgetippt.). Eigentlich sind es zwei Gedichte und bei dem zweiten sind eigentlich die gleichen Sätze, nur in umgekehrter Reihenfolge. Durch diese geschickte Verdrehung bekommt dieses Gedicht genau die gegenteilige Bedeutung. Die Gedichte spiegeln die Gefühle von Em bzw. Marina wieder. Genial! Ach ja, das ganze ist der Beginn einer Trilogie, also können wir und schon auf die Fortsetzung freuen.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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http://www.ravensbuch.de/index.php?name=bestellen&op=detail&EAN=9783414823908

"Und auch so bitterkalt"

Alle lieben Lucinda: "Und auch so bitterkalt"!

Lara Schützsack
Und auch so bitterkalt
978-3-596-85619-0
Fischer KJB Verlag
Alter: 12+

Lucinda ist wie ein Stern. Sie wird von allen geliebt und angebetet. Auch ihre jüngere Schwester Malina vergöttert sie. Zusammen liegen sie in warmen Sommernächten auf der alten Brücke und tauchen in Fantasiewelten ab. Sie leben in einem alten Haus, mit Engelsfiguren und Efeu, das unter Denkmalschutz steht. Manchmal nimmt Lucinda Jungs mit in den Keller. Manchmal hat Lucinda dunkle Tage. Manchmal isst Lucinda nichts und wird immer dünner. Ihre Eltern nehmen ihre Essstörung und ihre psychischen Probleme zunächst nicht ernst, auch wenn sie Sachen sagt wie: „Später werde ich eine Muse. Die Menschen werden sich umbringen aus Liebe zu mir.“ Sie machen sich zwar Sorgen, schieben aber alles auf die Pubertät und lesen Lucinda jeden Wunsch von den Augen ab. So bekommt sie auch ein Kätzchen namens Jupiter. Im Nachbarhaus zieht Jarvis aus England ein. Eigentlich heißt er Robert, aber er trägt immer ein „Jarvis is Jesus“-Shirt und meint, er hätte ein Recht auf freie Namensgebung. Jarvis verfällt Lucinda vollkommen. Sie will seine Muse sein und behauptet, ein Mann dürfe nur eine Frau haben und müsse sie verehren, aber eine Frau könnte mehrere Männer haben. Später sagt sie zu Malina, dass Musen gar nicht lieben dürften, sonst würden sie zu Staub zerfallen, wie Vampire im Tageslicht. Jarvis muss über die morsche Brücke gehen, um Lucinda seine Liebe zu beweisen. Wegen dem angeblichen Recht auf freie Namensgebung möchte Lucinda jetzt Janis heißen, so wie Janis Joplin. Malina hieße lieber Jolene, wie in dem gleichnamigen Lied. Jarvis nennt Malina „strange little girl“, gibt ihr heimlich Bier und küsst sie. Er behauptet, sie sei noch zu jung für die Liebe. Ihrer Schwester erzählt sie davon nichts. Die Eltern wollen Lucinda zur Therapie bei einem Dr. Zimmermann schicken, doch sie weigert sich. In der Schule heißt es, sie würde dunkle Geschichten erzählen, die die anderen Mädchen beunruhigen. Eines Tages steht Lucinda vor Jarvis Haus und schreit. Er hat sich im Apfelbaum erhängt. Lucinda hatte schon geahnt, dass es irgendwann so kommen würde. Lucinda geht nicht mehr zur Schule. Sie isst gar nichts mehr. Essgeräusche machen sie traurig und sie kommt gar nicht mehr herunter, wenn die Familie isst. Essen ekelt sie an. Wo andere Spaghetti sehen, sieht sie Würmer und stellt sich vor, wie die in ihrem Bauch Krieg führen werden. Sie wird immer dünner. Ihre Schulterblätter sind wie Flügel. Sie will sich verwandeln. In diesem Körper kann sie nicht leben. Ihre Eltern sind verzweifelt und meinen, sie hätten sie verloren. Dr. Zimmermann sagt ihnen, sie bewege sich am Abgrund und sie sollen alles notieren, was sie sagt. Lucinda ernährt sich nur noch von Eiswürfeln. Als sie mit Malina zur Brücke will, ist sie fast schon zu schwach zum Radfahren. Sie sieht aus wie ein Gespenst. Sie ist immer müde. Ihr ist immer kalt. Sie sagt, dass eh alles keinen Sinn hat. Die Eltern wollen sie einweisen, doch sie weigert sich. Überall liegen Teppiche, weil Lucinda auf dem harten, kalten Boden nicht mehr laufen kann. Sie steht kaum noch auf, magert bis auf die Knochen ab. Die Eltern streiten nur noch. Die Mutter will die Teppiche und die Katze aus dem Haus haben, weil die Keime Lucinda schaden könnten. Plötzlich ist Jupiter tatsächlich verschwunden. Irgendwann rufen die Eltern endlich einen Krankenwagen … .
Ein dünnes, heftiges Buch mit einem etwas unglaubwürdigen Ende. Lucindas Eltern hätte ich glatt an die Wand klatschen können. Da ist die Tochter schon halb tot und sie unternehmen nichts (außer streiten). Warum haben sie sie nicht längst einweisen lassen, selbst wenn Lucinda das nicht will? Sie ist magersüchtig, depressiv und selbstmordgefährdet. Mit normaler Pubertät hat das nichts mehr zu tun! Als sie dann den Krankenwagen gerufen haben, dachte ich beim Lesen nur: Na endlich! Den Rest der Geschichte fand ich aber wirklich gut. Ist mal was anderes, als die typische Magersucht-Story.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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