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Mittwoch, 25. September 2024

"Pollys Post"


Für alle, die heute auch sehr traurig sind: "Pollys Post"!

Jutta Nymphius und Volker Fredrich

Pollys Post

978-3-85429-626-0

Tulipan Verlag

Alter: 8+

Polly feiert ihren 8. Geburtstag - ohne Oma, denn Oma ist vor kurzem gestorben. Alle sagen, Oma sei im Himmel, aber kann das sein? Der Himmel scheint Polly unendlich weit entfernt. In ihrer Trauer schreibt sie einen Brief an die Oma und schickt ihn mit einem Heliumballon auf die Reise. Im Grunde rechnet sie nicht mit einer Antwort, schließlich ist Oma ja tot, doch ein paar Tage später erhält sie einen Brief - von Oma! Oma schlägt einen Platz vor, wo Polly in Zukunft ihre Briefe deponieren soll, und so entsteht ein reger Austausch. Polly schreibt sich alle Sorgen von der Seele, wie sehr sie Oma vermisst, aber auch, dass sie in der Schule von dem gemeinen Franz geärgert wird und super aufgeregt ist, im Schultheater die Rolle der Pippi Langstrumpf spielen zu dürfen. Oma gibt wertvolle Tipps, doch dann macht “Oma” einen Fehler: Sie schreibt, dass Papa als Kind auch gerne Blaubeeren mochte. Das kann sie gar nicht wissen. Sie war doch die Mama von Mama! Also ist es definitiv nicht Oma, die diese Briefe schreibt, aber wer ist es dann? Polly hat drei “Verdächtige”, die alle Oma kannten und von Pollys Trauer wissen. Alle drei sind immer sehr nett zu Polly, die jeden Tag an ihren Läden vorbeikommt. Als erstes ist da Herr Hase, bei dem Oma immer ihre Zeitschriften gekauft hat und oft auch einen Comic für Polly. Der zweite Kandidat ist Herr Honig, in dessen Bäckerei es den besten Nusskuchen gibt. Und dann ist da noch Frau Güler, die Gemüsehändlerin, bei der es immer schon Blaubeeren gibt, bevor die im Wald reif sind. Einer der drei muss die Briefe schreiben, doch wer? Unter einem Vorwand beschafft sich Polly Schriftproben zum Vergleich mit den Briefen, doch keine passt. Also beschließt sie, der falschen Oma eine Falle zu stellen und schreibt in ihren nächsten Briefen, wie schade es doch sei, dass es bei Herrn Hase keine Comics gibt, bei Herrn Honig keinen Nusskuchen und bei Frau Güler keine Blaubeeren. Sie bekommt zwei Briefe mit “ja, das ist wirklich schade” zurück, im dritten jedoch steht: “Das ist doch gar nicht wahr!” Jetzt ist sich Polly sicher, wer hinter den Briefen steckt … Bilderbücher zum Thema Tod und Trauer kenne ich viele. Jedoch etwas für die Größeren zu finden, ist gar nicht so leicht. Klar, es gibt Sachbücher, und es gibt auch gute Kinderromane, die das Thema behandeln, aber die finde ich oft zu schwierig/ heftig. Nun fiel mir diese Geschichte für Kinder ab 8 in die Hände. Dadurch, dass sich Text und Bildergeschichte abwechseln, können schon (fortgeschrittene) Erstleser die Handlung gut erfassen, und diese Abwechslung macht die ganze Geschichte auch gleich noch spannender. Man will unbedingt wissen, wie es weitergeht und natürlich, wie alles ausgeht. Wer schreibt an Omas Stelle die Briefe? Briefe an eine(n) Verstorbene(n) zu schreiben ist übrigens eine gute Möglichkeit, mit seiner Trauer umzugehen, und das nicht nur für Kinder, auch wenn man in der Regel keine Antwort bekommt. Ich habe das selber mal gemacht. Viel Spaß beim Lesen!!!

Buch bestellen? https://www.osiander.de/shop/home/artikeldetails/A1069808891


Mittwoch, 11. September 2024

"Ich warte auf dich, Haru"


Zum Heulen schön: "Ich warte auf dich, Haru"!

Dustin Thao, übersetzt von Bernadette Ott Ich warte auf dich, Haru 978-3-570-16696-3 cbj Verlag  Alter: 14+

Vor etwas mehr als einem Jahr: Die Welt ist noch in Ordnung: Eric aus Skokie (Illinois) genießt sein Leben. Zwar vermisst er seine ältere Schwester Jasmin, die jetzt aufs College geht, aber dafür hat er ja Daniel, seinen besten Freund, der immer für ihn da ist. Eigentlich ist Daniel mehr als ein Freund, dafür spricht zumindest der Kuss auf dem Dach. Eric wünscht sich, es würde mehr daraus werden. Auf einer Studienfahrt nach Japan verläuft Eric sich, als er Filmaufnahmen für ein Schulprojekt machen will, und wäre beinahe von einem Lastenrad angefahren worden, wenn da nicht Haru eingegriffen hätte. Die beiden verbringen einen wundervollen Vormittag auf dem Sternenfest, doch Eric muss zurück zu seiner Gruppe ins Hotel. Der Papierstreifen mit Harus Kontaktdaten wird ihm von einem Windstoß aus der Hand gerissen, als sein Zug abfährt. Sie werden sich wohl nie wieder sehen - nur ein Freundschaftsarmband und die Erinnerung bleiben …

Jetzt: Eric hat einen Sommerjob als Tellerwäscher bei einer Cateringfirma und tagträumt sich durchs Leben. Er liegt auf dem Dach mit Daniel, riecht seinen Duft und spürt die Wärme seiner Haut, doch nichts davon ist real. Daniel ist tot. Wie soll Eric weitermachen ohne Daniel? Ohne ihn aufs College gehen? Jasmin findet es voll okay, dass er sich eine Auszeit nimmt. Sie ist immer für ihren kleinen Bruder da, doch demnächst wird auch sie fort sein, weit weg in Amsterdam oder noch weiter. Eric schreibt Unmengen von Bewerbungen, führt eine Reihe von erfolglosen Vorstellungsgesprächen, bekommt dann beinahe einen Job bei einer Filmproduktionsfirma in Chicago, doch die bieten nur ein studienbegleitendes Praktikum an, und Eric geht ja auf kein College. Schließlich landet Eric als Kartenabreißer im Theater, besser als nichts. Er tagträumt weiter. Oft glaubt er, Daniel zu sehen, aber am Ende ist es immer jemand anderes. Eines Tages läuft er mit einem Geburtstagsgeschenk für Daniel durch den Regen und fragt sich selbst, was er da eigentlich tut und was er sich davon erwartet. Daniel ist tot und wird das Geschenk nie annehmen können, und dann ist er plötzlich da. Nicht Daniel - Haru! Wie kommt der denn hierher? Zum ersten Mal seit langem ist Eric glücklich. Er hatte so sehr gehofft, Haru wiederzusehen. Dann ist Haru fort - und taucht in Erics Zimmer wieder auf. Wie kommt er ins Haus? Woher kennt er Erics Adresse? Haru meint, er hätte nie aufgehört, nach Eric zu suchen. Eric wünscht sich, dass es echt ist, aber kann es denn echt sein? Vielleicht ist ja alles nur in seinem Kopf. Haru verschwindet immer wieder, hinterlässt Sterne und Blumen aus Papier. Eric beschließt, sich auf Haru einzulassen, real oder nicht, er macht mit ihm Sightseeing in Chicago, sie gehen Pizza essen, ins Kino und ins Planetarium. Haru will alles machen, was Touristen in den USA eben so machen. Sie besuchen das Skydeck eines Wolkenkratzers und “borgen” ein kleines Holzboot für eine Tour auf dem Chicago River. Haru darf in Erics Zimmer schlafen, beide liegen, nass vom Regen, zusammen in Erics Bett. Eric hat noch immer Angst, dass Haru verschwindet, doch Haru meint, er werde zurückkommen - immer! Immer wieder wird Eric von den Erinnerungen an Daniel heimgesucht, z.B. an die Party, auf der Daniel einen anderen geküsst hat und wie er sich dabei gefühlt hat. Erics Kollegen Alex und Simon schleifen Eric mit auf eine Party im schicken Penthaus des Musical-Stars Christian. Die meiste Zeit versteckt sich Eric auf dem Gästeklo, weil er hier niemanden kennt, aber irgendwann trifft er auf Christian, ohne jedoch zu wissen, wer er ist. Doch dann ist Haru da, und Eric und Haru verschwinden tanzend in die Nacht. Es ist Erics erster Tanz. Wieder flackern Erinnerungen auf: an den Schulabschlussball und wie er auf Daniel, sein Date, gewartet hat. Doch Daniel kam nicht, er wurde aufgehalten - der Unfall! Sie konnten nie miteinander tanzen. Christian meldet sich unvermittelt bei Eric. Dem Star ist es egal, dass Eric “nur” an der Theaterkasse arbeitet und sich auf seine Party geschlichen hat. Eric ist hin und her gerissen. Soll er Haru allein lassen und sich mit Christian treffen? Christian mag es nobel, all seine Freunde sind arrogante Snobs, er hat Geld wie Heu, da landet man schon mal auf einer Luxusjacht oder auf einer exklusiven Vernissage und nicht zuletzt im Bett des Mega-Stars. Doch dann lässt Christian ihn fallen, zusätzlich kommt es zum Streit mit Haru. Eric ist auf einem absoluten Tiefpunkt …

Ich habe geheult, aber so was von! Das Ende hat mich dermaßen kalt erwischt, da ging nichts mehr. Und ich habe es geliebt! Dieses Buch bricht Dir das Herz - und Du liebst es dafür! Das kann man nicht erklären, das muss man selbst erleben. Auf jeden Fall hat “Ich warte auf dich, Haru” es auf Anhieb in meine Top 10 der Lieblingsbücher geschafft! Einfach ein absolut total wundervolles phänomenales Buch über Freundschaft und Liebe, den Tod, die Trauer und das Leben!!!

Tipp: Bevor Ihr die letzten beiden Kapitel lest - Taschentücher bereitlegen!

Viel Spaß beim Lesen!!!


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